25.05.2019

Kanutour auf der Saale nach Jena

Das Saaletal gehört zu den schönsten Flusslandschaften in Deutschland. Wir haben das mittlere Saaletal zwischen Saalfeld und Jena gepaddelt, was einer Strecke von 50 km entspricht. Außer kurz vor Jena hatten wir keine weiteren Kanuten auf dem Wasser gesehen, obwohl wir Ende Mai bei schönem Wetter unterwegs waren. Das spricht für einen großen Erholungsfaktor auf dem Fluss. An den Flussufern gibt es zahlreiche Picknickplätze und schöne kleine Städtchen sowie Burgen und Schlösser in Laufweite. 

Dauer

1 - 2 Tage

Saison

Mai - Oktober

Kultur

Heidecksburg, Weißenburg, Altstadt Kahla, Kemenate Orlamünde, Jagdschloss Hummelshain, ...

ÖPNV

RE, RB

Landschaft

Dicht bewachsene Ufer, bewaldete Bergtäler und Mittelgebirge im Hintergrund

Lärm

kein Verkehrslärm

Auf dieser Tour waren wir mit dem Gumotex Swing 2 unterwegs. Es ist ein aufblasbares 2 Personen Schlauchkajak und ist ideal für Ausflüge auf Flüssen, wie die Saale. Erfahrt mehr über das Gumotex Swing 2 im folgenden Artikel.

Gestartet sind wir in Saalfeld. Das Boot könnt ihr dort am Carl-Zeiss-Steg einsetzen. Da dieser sich gerade im Umbau befand, haben wir unser Schlauchkajak am Parkplatz eingesetzt. Dieser ist gleich um die Ecke und befindet sich an der Altsaalfelder Straße 6-14. Hier könnt ihr auch kostenlos das Auto abstellen. Falls Ihr mit der Bahn anreist, ist der Fußweg vom Bahnhof zur Einsstiegsstelle ebenfalls nicht weit entfernt.

Wasserstand der Saale beachten.

Informiert Euch vor Eurer Tour über den aktuellen Wasserpegel der Saale. Die Messwerte findet Ihr auf der Seite von der Hochwassernachrichtenzentrale Thüringen.

saalfeld
Start der Tour war in Saalfeld.
saale_eisenbahnbruecke
Auf der Tour durchfahrt ihr zahlreiche Brücken.

Nach ungefähr 1,5 km Paddeln gibt es die erste Umtragestelle am Wehr Göritzmühle, sobald Ihr die erste Eisenbahnbrücke passiert. Wer allein oder mit einem großen Kanu unterwegs ist, sollte einen Bootswagen für die Tour mitnehmen. Die Strecke zwischen Saalfeld und Jena hat mehrere Wehre, an denen ihr umtragen müsst. Einige Umtragewege sind kurz, andere etwas länger. Am Wehr Unterpreilipp müsst ihr das Boot 300 m umtragen. Auf der gesamten Strecke sind die Umtragestellen gut sichtbar ausgeschildert. Nach dem Wehr Göritzmühle, welches Picknickplätze mit Bänken und Tisch bietet, geht es wieder auf die Saale. Bald darauf fließt die Schwarza in die Saale. Nach rund 6 km gelangt ihr an das Wehr Unterpreilipp.

Pferde_an_der_Saale
Am Ufer kurz vor dem Wehr Unterpreilipp.

Auf der Saale Tiere beobachten...

Entlang der Saale könnt ihr zahlreiche Tiere entdecken. Auf den Weiden haben wir Pferde sowie Kühe gesehen, über dem Wasser türkisschimmernde Eisvögel sowie Graureiher und am Uferrand einige Biber. In den Abendstunden haben wir besonders viele Biber gesehen. Achtet auf Fraßspuren an Bäumen oder sogar gefällte Bäume an den Ufern. Zum einen fressen Biber sehr gerne die Rinde bestimmter Baumarten und zum anderen nehmen sie das Holz der Bäume zum Bau ihrer Dämme bzw. „Biberburgen“.  Zwischen Uhlstädt und Zeutsch befanden sich viele Biberein- und ausstiege. Die Ufer sind relativ steil und hoch sowie stark mit Gras bewachsen. Die Biberein- und ausstiege hingegen bilden eine deutlich breite kahle Stelle (wie eine Schlammrutsche) im Grashang. Das sind deutliche Hinweise auf die Anwesenheit von Bibern in der Nähe.

Der eine Flussarm der Saale, welcher künstlich angelegt wurde.
Unterpreilipp_Wehr2
Nach dem Einsetzen ging es weiter auf die Saale.

Die Ausschilderung fanden wir am Wehr Unterpreilipp weniger gut, wo man genau anlanden und umtragen soll. Die Saale teilt sich in zwei Flussarme auf und erschwert die Orientierung zusätzlich. Wir sind rechts an der Wiese kurz vor dem Wehr angelandet und haben das Boot entlang der Preilipper Straße bis zur ersten Brücke (auf der linken Seite) getragen. Hier geht ihr über die Brücke und überquert den ersten Flussarm der Saale. Dann geht ihr weiter geradeaus über eine Wiese, wo das Ufer des zweiten Flussarms der Saale kommt. Dort könnt ihr an beiden Uferseiten das Boot wieder einsetzen, da die Ufer mit einer Fußgängerbrücke miteinander verbunden sind.

Danach geht es weiter Richtung Rudolstadt. In der Nähe des Kanuvereins gibt es wieder eine Umtragestelle. Diese ist jedoch relativ kurz umzutragen. Geübte Paddler mit entsprechendem Boot können nach Besichtigung die Mitte des Wehrs befahren. Wir sind rechts angelandet und haben es an der vorgesehenen Stelle wieder eingesetzt. Am Ufer gibt es eine schöne Einkehrmöglichkeit, die sich Gondelstation nennt.

Falls Ihr noch keinen Appetit habt, paddelt durch Rudolstadt und weiter nach Ühlstädt. Vor Ühlstädt passiert ihr Weißen. Kurz vor Weißen blinzelt auf dem rechten Uferhang der Turm der Weißenburg hervor, die 1248 erstmals entstanden ist. Die heutige Gestalt der Burg stammt vermutlich aus dem Jahre 1796, da das vorherige Bauwerk einem Brand zum Opfer fiel. Sogar Goethe war mehrmals Gast auf dieser Burg und zeichnete hier im Saaletal.

weissenburg
Die Weißenburg auf einer dicht bewaldeten Felswand direkt an der Saale.
weissen
Die Weißburg vom Ort Weißen aus gesehen.
restaurant_weissen
Das typische Landschaftsbild des mittleren Saaletals.

Kurz danach passiert ihr eine Autobrücke. Unterhalb der Autobrücke könnt ihr auf der linken Seite sehr gut anlanden. Auf der rechten Uferseite gibt es das Restaurant Zum Floßgänger. Danach ging es gestärkt weiter. Die tiefstehende Sonne, das dicht bewachsene Ufer und die Berge im Hintergrund bildeten eine malerisch schöne Landschaft.

saale_sonnenuntergang
Sonnenuntergang auf der Saale.

Ein paar Kilometer weiter kommt das Wehr in Ühlstädt. Das Wehr ist schnell umgetragen. Ihr könnt je nach Tageszeit kurz hinter dem Wehr auf der linken Uferseite campen (Campingplatz Ühlstädt) oder ihr paddelt weiter. Den kommenden Flussabschnitt nach Ühlstädt fanden wir besonders schön, die steilen Bergtäler kommen besonders dicht ans Ufer und sind dicht bewaldet. Weiter auf der Strecke paddelt ihr immer wieder an kleinen Inseln vorbei und durchquert leichte Stromschnellen, die der Paddeltour eine schöne Abwechslung bieten. 

Das Wer Kahla.

Nach dem Wehr Kahla erwartet Euch ein sehr altes Städtchen, namens Kahla, auch Porzellanstadt genannt. Die Stadt hat noch eine fast vollständig erhaltene Stadtmauer. Am Bikerpark, auf der linken Uferseite kurz vor der Brückenstraße L1062, haben wir mit dem Boot angelegt und hatten uns die Stadt angeschaut. Von der Anlegestelle am Bikerpark bis zum Stadtzentrum lauft ihr 5-10 min zu Fuß.

Kahla ist eine sehr sehenswerte Stadt und lädt zum Eis- oder Mittagessen ein. Wir können das griechische Restaurant El Creco empfehlen. Die Bedienung war schnell und freundlich, und das Essen sehr lecker.

saale_nahe_jena
Muschelkalkhänge nach Kahla.

Nach Kahla öffnet sich das Saaletal und Muschelkalkhänge prägen die Landschaft des mittleren Saaletals. Bis nach Jena Göschwitz sind es noch rund 12 km. Dabei passiert ihr das letzte Wehr der Strecke, das Wehr Schöps/Jägersdorf, wo das Boot umgetragen werden muss. In Jena Göschwitz endete dieses Mal unsere Tour. Prinzipiell könnt ihr aber noch weiterpaddeln und erst später aussteigen. Sogar eine Tourverlängerung bis nach Naumburg ist möglich. Diesen Abschnitt sind wir vor ein paar Jahren gepaddelt, der ebenfalls sehr zu empfehlen ist.

Weitereführende Informationen zur Saaletour

Unter den aufgeführten Links könnt ihr weitere Infos zum Paddeln auf der Saale und anderen Streckenabschnitten finden. Insbesondere das PDF vom Thüringer Wald zu Wasserwandern auf der Saale in Thüringen fanden wir sehr informativ und gut aufbereitet.

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