Advanced Elements AirFusion Evo Test

Das Advanced Elements AirFusion Evo ist eines der neueren Kajaks des Herstellers. Es hat eine Konstruktion, die einmalig für ein Drop-Stitch Kajak ist. Mit einer Breite von 61 cm ist es eines der schmalsten Luftkajaks auf dem Markt. Die Seitenkammern bestehen aus Drop-Stitch und der Boden besitzt lediglich eine Kielstange anstatt eines flachen Drop-Stitch Bodens. Eines unserer Leser konnte die letzte Saison zahlreiche Erfahrungen mit dem AirFusion Evo sammeln. Im folgenden Artikel liest du seine Erfahrungen mit dem Kajak (vielen Dank an dieser Stelle!). Wir sind das Kajak selbst noch nicht gepaddelt.
advancedelements_airfusion_evo

Produktdaten

Max. Personenanzahl:
Länge:
Breite:
Gewicht:
Packmaß:
Max. Zuladung
Material:
Produktionsland:
Luftdruck:

1
396 cm
61 cm
14,5 kg
89 x 53 x 23 cm
106 kg
PU Tarpaulin
Indonesien
0,41 bar

Welches Modell wurde getestet?

Advanced Elements AirFusion aus dem Jahr 2020

Wie ist der Test entstanden?

Der Testbericht von einem unserer Leser eingereicht. Vielen Dank an dieser Stelle 🙂

Wie intensiv wurde es getestet?

angetestet

sehr intensiv
1 Balken = 1-3 km gepaddelt (angetestet)
2 Balken = mind. 1 Tages-/ 2 Halbtagestouren
3 Balken = mind. 4 Touren
4 Balken = mind. 8 Touren
5 Balken = mind. 12 Touren (sehr intensiv)

Wo wurde es getestet?

Wildwasser

Ruhige Flüsse

Seen

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Zunächst ein paar wenige Worte zu mir, was bezüglich des AirFusion EVO relevant ist: Ich bin 57 Jahre alt, etwa 1,65 gross, leicht und schmal. Bis zum Frühjahr 2020 war ich 21 Jahre lang mit dem Explorer von Grabner unterwegs gewesen.
 
Seit Ende Juli 2020 hab ich das AirFusion EVO und bin damit bei 13 Touren etwa 300 km gepaddelt. Dabei hatte ich maximal Windstärke 4 mit Wellen von maximal 30 cm Höhe aus allen Richtungen zu bewältigen. In der Regel bin ich mit etwa 6-6,5 km/h unterwegs, selbst bei Gegenwind der Stärke 4 sind es immer noch etwa 5-5,5 km/h. Das Boot läuft, grob geschätzt, etwa 1 km/h schneller als der Explorer von Grabner.

Was ist Drop-Stitch?
Bei der Drop-Stitch Technologie sind die obere und untere Innenwand der Luftkammer zusätzlich mit Textilfäden verworben. Erst dadurch ist ein deutlich höherer Luftdruck möglich, als bei Luftkammern ohne die verworbenen Nylonfäden. Die Luftkammer erreicht somit eine sehr Formstabilität und Steifigkeit. Die Drop-Stitch Technologie ist bei SUP Boards (Stand Paddling Boards) sehr verbreitet, und findet bei Schlauchkajaks immer mehr Verwendung. So findet die Verwendung von Drop-Stitch bei amerikanischen Herstellern von Schlauchbooten seit Jahren Verwendung (z.B. Advanced Elements oder Sea Eagle). Erfahre mehr dazu in unserem Artikel Drop-Stitch Kajaks.

Stärken des Advanced Elements AirFusion Evo

  • Wichtigster Pluspunkt ist sicher die Laufeigenschaft. Es paddelt sich leicht (s.o.) und liegt bei meinem geringen Gewicht m.E. sicher auf dem Wasser. Gekentert bin ich bisher nicht, und ich fühle mich im Boot sicher. Der Geradeauslauf ist in der Regel gut, beim Auslaufen zieht das Boot natürlich irgendwann zu einer Seite weg. Wind und Wellen wirken sich wesentlich weniger auf die Laufeigenschaften aus als beim Explorer von Grabner.
  • Der Sitz ist für mich sehr bequem, wenn er nicht stramm aufgepumpt ist und auch für lange Touren tauglich.
  • Das Boot besteht aus einzelnen Komponenten, die grundsätzlich einzeln ersetzt werden können, sofern Advanced Elements diese Komponenten einzeln anbietet. Insofern kann es auch in Teilen transportiert werden, wenn das nötig sein sollte.
  • Die Farbgebung ist gut gelungen, da Signalfarben verwendet werden und man dadurch leichter gesehen wird

Schwächen des Advanced Elements AirFusion Evo

  • Das Platzangebot ist extrem eingeschränkt; im Bug verbleibt ein sehr kleiner Raum, der aber praktisch nicht genutzt werden kann. Der “Kofferraum” im Heck ist mit der Luftpumpe bereits mit etwa 2/3 belegt; dort verbleibt nur noch sehr wenig Platz (nutzbar vielleicht 5-7 Liter). Ein Trailer (der auch ohne Luftpumpe nich in des Boot passen würde) muss auf dem Boot festgeschnallt werden, weiteres Gepäck ist entweder im Fussraum, was ich mache, oder auf dem Bug, was die Stabität beeinträchtigen und ggf. beim Paddeln stören würde, zu verstauen.
  • Die Qualität des Materials ist schwach: Durch geringe Grundberührungen und das Hantieren mit einem Trailer sind bereits einige Beschädigungen an der Hülle eingetreten, was ich in der Form in 21 Jahren beim Explorer nicht erlebt habe. Die Ummantelungen der Luftsäcke gehen teilweise an den Nähten auf, was ich demnächst reklamieren werde. Die Lackierung der Aluminiumstangen splittert an ein paar Stellen ab.
  • Das Boot soll für Personen bis zu eine Größe von 188cm gepaddelt werden können. Für mich mit meinen 165cm reicht es gut aus, aber ich kann mir schlecht vorstellen, wie Leute über 180cm damit zurecht kommen wollen. Der Sitz kann schlecht ganz nach hinten positioniert werden, weil dann der Süllrand sehr unangenehm in den Rücken drückt (es sei denn, man schafft es, permanent gerade zu sitzen…)
  • Die beiden Dropstitch-Seitenschläuche werden durch zwei Luftsäcke auseinandergehalten, was sehr viel Platz kostet. Der vordere Luftsack dient dabei als Fußstütze. Das taugt so für mich nicht, weil dieser Sack nicht einmal gerade, sondern sogar noch zur Mitte hin nach innen gewölbt ist und ich mich so nur mit den Fußballen abstützen kann. Das schmerzt schon nach kurzer Zeit an der Ferse. (Ich habe mir dazu eine kleine Holzkonstruktion erstellt, um das Problem zu beheben. Die kostet wieder Platz, was für größere Personen vermutlich nicht mehr funktionieren wird.)
  • Einen Wiedereinstieg in das Boot habe ich bisher nicht probiert; ich stelle mir das mindestens sehr schwierig (und mit Trailer auf dem Boot praktisch unmöglich) vor.
  • Der Aufbau des Hybridbootes soll schnell und einfach von der Hand gehen. Dem ist nicht so: Statt dessen erwartet einen eine ziemliche Fummelei und meist ist es notwendig teilweise wieder zurück zu bauen, um die schlimmsten Schiefstände zu korrigieren. Einmal habe ich es in etwa 20 Minuten geschafft, meist dauert es durch notwendiges Korrigieren länger. Das Ergebnis ist dennoch immer irgendwie “windschief”, was aber nur einmal bei meinen bisherigen 13 Touren zu einem üblem Drall nach links beim Fahren geführt hatte. (Den hatte ich auch durch teilweises erneutes Aufbauen nicht ganz rausbekommen.)
  • Den schlimmsten Bug haben sich die Entwickler völlig unnötig mit der Verwendung von (groben) Stoffen beim Süllrand und den vier Luftsäcken zur Ummantelung der Luftkammern geleistet. Die werden selbstverständlich stets nass und müssen ordentlich getrocknet werden, um Stockflecken zu vermeiden. Das ist schade, weil das wirklich völlig unnötig ist. Ich kann das Boot insofern niemandem empfehlen, der nicht genug Platz im Garten oder Keller hat, um es zu trocknen. Ich habe auch Bedenken, das Boot (etwa im Urlaub) längere Zeit aufgebaut zu lassen, weil ich befürchte, die vier inneren Luftsäcke werden so nicht ordentlich durchtrocknen. Als Frechheit empfinde ich dabei die von der AE-Mitarbeiterin in einem Video gegebene Empfehlung, die äußeren Luftsäcke beim Zusammenpacken einfach im Boot zu belassen.

Fazit zum Advanced Elements AirFusion Evo

Wer ein schnelles Boot für Tagestouren auf Seen, ggf. auch Küstengewässern und grossen Flüssen sucht, nicht zu gross ist und die mit dem Boot verbundenen Probleme nicht scheut, kann hier zugreifen. Ansonsten rate ich ab. Für kleinere Flüsse und Mehrtagestouren ist das Boot definitiv nicht geeignet. Ich würde mir das Boot kein zweites Mal kaufen und würde hier nur zwei (von fünf) Sternen vergeben.

Alle getesteten Boote im Überblick!

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