Itiwit Touring 2-Sitzer Test

Das Itiwit Touring Kajak von Decathlon ist mittlerweile ein Klassiker unter den Schlauchkajaks für Einsteiger. Es gibt das Kajak als 1-, 2- oder 3-Sitzer. Wir haben den 2-Sitzer getestet. Wir sind es sowohl zu zweit als auch alleine auf einem See und Fluss gepaddelt. In diesem Testbericht möchten wir Dir das Boot näher vorstellen und über unsere Erfahrungen auf dem Wasser berichten. 

itiwit touring 2

Produktdaten

Max. Personenanzahl:
Länge:
Breite:
Gewicht:
Packmaß:
Empf. Zuladung:
Hersteller:
Produktionsland:
Luftdruck:
Material:

2
340 cm
103 cm
14 kg
67 x 40 x 30 cm
150 kg
Itiwit
China
0,1 bar
PVC Tarpaulin (Unterschiff), PVC (Luftschläuche), Polyester (Hülle)

Welches Modell wurde getestet?

Itiwit Touring 2-Sitzer aus dem Jahr 2020

Wie ist der Test entstanden?

Das Itiwit Touring Kajak haben wir uns für den Test selbst gekauft.

Wie intensiv wurde es getestet?

Angetestet

sehr intensiv
1 Balken = 1-3 km gepaddelt (angetestet)
2 Balken = mind. 1 Tages-/ 2 Halbtagestouren
3 Balken = mind. 4 Touren
4 Balken = mind. 8 Touren
5 Balken = mind. 12 Touren (sehr intensiv)

Wo wurde es getestet?

Wildwasser

Ruhige Flüsse

Seen

Inhaltsverzeichnis

Ersteindruck und Aufbau

Das Kajak wird mit einem großen Rucksack geliefert. Doppelpaddel und Schwimmwesten müssen separat erworben werden. Der Rucksack ist für den kurzen Transport zum Wasser gut geeignet. Für längere Wege sind die Schulterriemen zu dünn und nicht gepolstert, sodass es schnell unbequem wird. Dennoch macht der Transportrucksack einen robusten Eindruck und lässt sich mit dem umliegenden Reißverschluss weit öffnen. Außerdem lässt sich sogar eine Luftpumpe außen an der Seite befestigen.

Für die Aufbewahrung und den kurzen Transport zum Wasser ist der Rucksack völlig ausreichend.
Der Rucksack ist gut verarbeitet. Außen lässt sich sogar eine Luftpumpe befestigen.

Das Kajak besteht aus drei separaten PVC-Luftkammern, die sich in einer Polyesterhülle befinden. Die Luftkammern besitzen jeweils ein Boston-Ventil, welches sehr häufig bei günstigen Schlauchbooten zu finden ist (z.B. Sevylor, Intex, Bestway, …). Ein Boston-Ventil ist ein 2-Wege Schraubventil, welches die Luft in der Kammer hält. Wenn du nach dem Aufpumpen den Pumpenschlauch entfernst, verhindert eine Rückschlagkappe, dass die Luft aus der Kammer strömt.

Das Kajak ist mit seiner Länge von 3,4 m recht kurz für ein 2-Personen Kajak, aber auch nicht das Kürzeste auf dem Markt.
Erst wird der Boden und dann werden die Seitenschläuche aufgepumpt.
Als Ventiltyp werden Boston-Ventile eingesetzt, die häufig bei günstigen Schlauchbooten zu finden sind.

Um das Boot aufzupumpen, schraubst du die obere Verschlusskappe des Ventils ab. Zuerst pumpst du den Boden und dann die Seitenkammern bis auf 0,1 bar auf. Wir haben die Itiwit Doppelhubluftpumpe 2 x 2,6 Liter verwendet, die einen integrierten Luftdruckmesser hat. Diese hat aus unserer Sicht ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und durch ihre Größe lässt sich das Kajak schnell sowie komfortabel aufpumpen. Falls deine Luftpumpe keinen Luftdruckmesser hat, solltest du als grobe Richtlinie die Luftkammer solange aufpumpen, bis die Falten aus dem Polyester verschwunden sind.

Die Luftschläuche werden bis zu maximal 0,1 bar aufgepumpt, zuerst der Boden und dann die Seitenwände.

Das Aufpumpen dauert weniger als 5 Minuten. Die Sitze platzierst du auf den Boden des Kajaks, wo sie mit Klettverschluss befestigt werden. Die Sitzkissen besitzen ein Mini-Boston Ventil und werden ebenfalls mit der Luftpumpe aufgepumpt. So kannst du selbst entscheiden, wie weich oder hart das Sitzkissen sein soll.

Die Rückenlehne befestigst du je Seite mit einem Gurt an der Seitenwand des Kajaks. Über die Gurte kannst du die Position der Rückenlehne genau einstellen. Die Sitzlehne wird selbst nicht aufgepumpt. Dadurch würde unnötig viel Beinfreiheit im Innenraum verschenkt werden, da das Boot als 2-Personen Kajak schon recht kurz ist. Insgesamt gefallen uns die Sitze und deren Anbringung vom Ersteindruck richtig gut.

Die Sitzkissen werden ebenfalls mit der Luftpumpe aufgepumpt (max. 0,1 bar).

Auf dem Kajakboden ist markiert, wo die Sitze bei einer 1- oder 2- Konfiguration platziert werden sollen. Nichtsdestotrotz kannst du je nach Größe der Paddler die Sitze auf den durchgehenden Klettstreifen nach vorne oder hinten variieren. Die einzige Begrenzung sind die Schnallen für die Gurte der Rückenlehne an den Seitenwänden.

Die Sitze lassen sich variabel im Innenraum platzieren.

Möchtest du hingegen das Kajak alleine paddeln, platzierst du einen Sitz in die Mitte des Kajaks und verwendest zur Befestigung der Rückenlehne die mittleren Schnallen auf den Seitenwänden (in der Nähe der seitlichen Tragegriffe). Der lange Klettstreifen im Innenraum ermöglicht eine sehr flexible Positionierung und verhindert zudem, dass das Sitzkissen beim Paddeln wegrutscht.

Das Itiwit Touring 2-Sitzer in seiner ursprünglichen Konfiguration.
Das Itiwit Touring 2-Sitzer ist sehr schnell zu einem 1-Sitzer umkonfiguriert.

Das Luftkajak  besitzt vier Tragegriffe. Der hintere und vordere Tragegriff ist für das Tragen zu zweit. Wenn du jedoch das Boot alleine zu Wasser tragen möchtest, weil du beispielsweise alleine Kajaken gehst, verwendest du die zwei seitlichen Tragegriffe. Das funktioniert aufgrund des geringen Gewichts richtig gut. Solche seitlichen Tragegriffe vermissen wir bei so gut wie fast allen anderen Schlauchkajaks.

Hinterer Griff zum Tragen des Kajaks zu zweit und Gepäcknetz zur Befestigung eines Packsacks.
Das Iitiwit Touring Kajak lässt sich auch alleine problemlos tragen.

Die Spritzdecken am Bug und Heck dienen hauptsächlich zur Befestigung der Tragegriffe. Die Spritzdecke am Heck ist ausreichend groß dimensioniert, sodass ein Gepäcknetz Platz findet. So kannst du nicht nur die Luftpumpe oder einen kleinen Packsack hinter den Rücksitz verstauen, sondern hast zusätzlich noch die Möglichkeit Gepäck auf das Heck anzubringen.

Hinter dem Sitz gibt es noch etwas Platz für Gepäck.
Alternativ kannst du das Gepäck hinten auf dem Bug befestigen.

Bevor es dann mit dem Schlauchkajaks aufs Wasser geht, solltest du noch die Finnen anstecken. Es sind drei Richtungsfinnen im Lieferumfang enthalten, die für einen besseren Geradeauslauf sorgen. Diese sind sehr klein, sodass sie auch im flachen Wasser (z.B. in Ufernähe) nutzbar sind und keine unnötigen Grundberührungen verursachen. Aufgrund der kleinen Größe sollten alle drei Finnen angebracht werden, sodass eine Verbesserung der Spurstabilität und somit ein besserer Geradeauslauf erzielt wird.

Am Kajakboden können noch drei Finnen für einen verbesserten Geradeauslauf angebracht werden.

Erfahrungen auf dem Wasser

Das Itiwit Kajak liegt aufgrund seines breiten Rumpfes und der voluminösen Außenschläuche sehr kippstabil aufm dem Wasser. Du kannst ohne Sorgen in das Kajak einsteigen.Auch ruckartige Bewegungen im Boot können es nicht so einfach zum Kentern bringen.

Nicht nur die Kippstabilität, sondern auch die Sitze gefallen uns auf Anhieb richtig gut. Der Sitzkomfort ist oft eine große Schwachstelle bei günstigen Schlauchkajak für unter 300€. Das hohe Sitzkissen des Itiwit Touring ermöglicht eine gute Paddelposition und verhindert ein nasses Gesäß, wenn doch mal etwas Wasser ins Boot kommen sollte. Darüber hinaus bietet die Rückenlehne einen guten Halt, sodass man aufrecht paddeln kann. Auch nach längerem Paddeln oder durch kräftiges Reinlehnen in die Rückenlehne knickte sie nicht nach hinten weg. Die Rückenlehne lässt sich zudem problemlos auf dem Wasser verstellen.

Als Solo-Kaja sind die Fahreigenschaften auf dem See nicht so gut.

Bei einer 1-Personen Nutzung ist die tatsächliche Wasserlänge deutlich kürzer, da das Boot nur wenig im und mehr auf dem Wasser liegt. In dieser Konfiguration bietet das Kajak aufgrund seines sehr geringen Tiefgangs viel Angriffsfläche für Winde, sodass es nur für das Paddeln bei schönem Wetter gedacht ist. Mit den drei Finnen ist dennoch ein vernünftiges Paddeln, auch wenn nur mit mäßigem Geradeauslauf möglich.

Besser sind die Fahreigenschaften zu zweit. Dennoch würden wir auch hier nicht von guten Gleiteigenschaften sprechen, wie Decathlon es beschreibt. Wenn wir aufhören zu paddeln, verliert das Kajak sofort deutlich an Geschwindigkeit und gleitet nur wenig durch das Wasser. Nach kurzer Zeit driftet es auch ab. Zu zweit haben wir eine Geschwindigkeit von 4 bis 4,5 km/h erreicht.  Für kleine und gemütliche Touren von zwei bis drei Stunden ist es dennoch gut geeignet.

Die Nachteile der Windanfälligkeit, des geringen Geradeauslaufes und der niedrigen Geschwindigkeit sind naturgemäße Nachteile eines Schlauchkajaks. Jedes Schlauchkajak schneidet in diesen Kategorien schlechter als ein Festrumpf- oder Faltkajak ab. Dennoch gibt es hochwertigere Schlauchkajaks, die es deutlich besser können als das Itiwit Touring. Dafür kosten diese Kajaks auch mehr als das Doppelte.

Das Kajak ist äußerst kippstabil.

Für zwei große Personen (über 1,80 m) ist der Innenraum des Kajaks deutlich zu klein. Hinten konnten wir den Sitz verstellen, wie wir wollten, doch der Platz für die langen Beine reichte nicht aus. Deutlich angenehmer war es dann tatsächlich im Schneidersitz zu paddeln. Der vordere Paddler hat hingegen mehr Beinfreiheit. Doch auch hier führen die breiten Seitenschläuche dazu, dass der Fußraum für den vorderen Paddler auf Dauer zu eng ist.

Wir sind mit Doppelpaddel der Länge 230 – 240 cm gepaddelt. Diese Länge sehen wir auch als erforderlich, um bei den breiten Seitenschläuchen des Bootes mit den Paddelblättern einfach ins Wasser stechen zu können.

Wir haben 230 cm lange Doppelpaddel verwendet und fanden die Länge als angenehm. Diese Länge ist wegen der Breite des Bootes auch erforderlich, um mit den Paddelblättern einfach ins Wasser stechen zu können. Kleinen Personen würden wir sogar 240 cm lange Doppelpaddel empfehlen, um ein Schrammen bzw. Streifen der Hand am Seitenschlauch bei jedem Paddelschlag zu vermeiden. Alternativ könntest du das Itiwit Touring auch mit einem Stechpaddel paddeln, da die Sitze eine ausreichend hohe Sitzposition bieten.

Das Laufeigenschaften als 1er Kajak sind eher mäßig.

Auf einer Flusstour fallen die mäßigen Fahreigenschaften des Kajaks weniger auf. Hier unterstützt die Strömung des Flusses, sodass man durchaus eine Halb- oder gemütliches Tagestour auf dem Fluss unternehmen kann. Im Vergleich zu den noch günstigeren Intex Schlauchkajaks (z.B. Intex Challenger K2) bietet das Itiwit Touring einen deutlich besseren Schutz gegenüber Grundberührungen. Die Wendigkeit ist für gut einsehbare Zahmwasserflüsse völlig ausreichend, aber nicht vergleichbar mit der Agilität und Wendigkeit eines Gumotex Kajaks (z.B. Gumotex Swing 1 oder Gumotex Swing 2). Technik ist (Bogenschlag oder Ankanten) ist mit dem Kajak nicht drin. Es fühlt sich mit seiner “sensationellen” Breite von 103 cm eher wie ein “Dampfer” auf dem Wasser an.

Wir sind das Itiwit Touring ohne Finnen gepaddelt und müssen sagen, dass auch ein Paddeln ohne Finnen möglich ist. Der große Unterschied ist das Abdriften, sofern du aufhörst zu paddeln. Das Kajak ohne Finnen driftet bzw. dreht sich deutlich schneller weg als mit Finnen. 

Auf Flüssen macht das Kajak mehr Spaß.

Das Platzangebot ist für eine Person sehr gut. Hinter dem Sitz kannst du den Transportrucksack mit all deinen Utensilien verstauen. Die fehlende Fußstützen zeigen noch einmal deutlich, dass das Itiwit Touring kein wirkliches Tourenkajak ist. Als 2-Personen Kajak ist der Innenraum so knapp bemessen, dass keine Fußstützen notwendig sind und für mehrstündige Touren der Innenraum zu klein bemessen ist. Hier empfiehlt sich tatsächlich den Itiwit Touring 3-Sitzer zu kaufen. Bei der 1-Personen Konfiguration des 2-Sitzers wäre eine Fußstütze praktisch gewesen, um ausreichend Halt im Boot zu finden. Für gemütliche und gelegentliche Touren auf dem Wasser ist eine Fußstütze jedoch nicht notwendig.

Der Innenraum für eine Person ist mehr als ausreichend.

Abbau des Itiwit Kajaks

Das Luftkajak besitzt unten am Heck eine verschließbare Lenzöffnung. Falls du auf deiner Paddeltour sehr viel Wasser ins Boot bekommen hast (z.B. Welle durch vorbeifahrendes Motorboot) und das Wasser regelrecht im Innenraum steht, so erleichtert dir diese Öffnung das Entleeren des Bootes. 

Das Kajak besitzt am Heck eine Lenzöffnung, zum Entleeren des Bootes, falls doch mal mehr Wasser ins Boot gelangt ist.
An einem heißen Sommertag trocknet das Boot in der Sonne recht zügig ab. Hierbei solltest du aber vorher einen Großteil der Luft aus den Seitenschläuchen lassen, um keinen Überdruck durch die Sonne zu riskieren. Da die Außenhülle aus Polyester besteht, ist sie auch relativ beständig gegen UV-Strahlung. Der schwarze Unterboden des Kajaks lässt sich leicht trocken wischen. Wer viel Wasser ins Boot bekommen hat, kann sogar den inneren Luftboden samt Hülle herausnehmen, sodass es noch besser abtrocknet.
Die Bodenkammer samt Polyesterhülle ist mit Klettverschluss befestigt und lässt sich so leicht herausnehmen.

Bei langen und spritzigen Touren zieht sich das Wasser jedoch durch das Polyester. Hier empfehlen wir tatsächlich das Kajak Zuhause über die Nacht oder länger trocknen zu lassen. Auch an bewölkten Tagen oder wer keine Zeit nach der Tour für die Trocknung hat, muss das Kajak nochmal Zuhause auseinanderlegen. Ansonsten riskierst du, dass das Boot bald mieft und schimmelt. Wer Zuhause keinen Platz hat, um das Boot leicht aufgepumpt trocknen zu lassen, dem empfehlen wir das Boot nicht. Außer du verwendest das Kajak ausschließlich an sonnigen Sommertagen und lässt es danach am Wasser trocknen.

Das Einpacken des Kajaks zurück in den Transportrucksack hat sehr gut funktioniert. Das Kajak lässt sich leicht zusammenlegen und dank der großen Öffnung des Rucksacks auch wieder einfach verstauen. Achte beim Zusammenlegen darauf, dass du auf der Gegenseite der Ventile anfängst zu falten. So entweicht aus den offenen Ventilen die restliche Luft. Außerdem dürfen die Finnenhalterung beim Zusammenlegen nicht geknickt werden.

Das Boot lässt sich wieder leicht zusammenlegen und in die Transporttasche verstauen.

Stärken und Schwächen

Die größte Stärke ist unserer Meinung das Preis-Leistungs-Verhältnis. Du bekommst für das Geld ein gut verarbeitetes und kippstabiles Kajak mit sehr guten Sitzen in dieser Preisklasse.

Über den gelegentlichen Einsatz hinaus sehen wir das Kajak nicht geeignet. Aufgrund des sehr breiten und kurzen Rumpfes ist das Kajak recht langsam für längere Touren. Auch der Innenraum ist für zwei große Personen aufgrund der geringen Länge und der voluminösen Seitenschläuche zu klein. Zudem würde die lange Abtrocknung bei häufigem Einsatz auf Dauer stören.

Das hat uns gefallen

+ sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis + sehr kippsicher + insgesamt vier Tragegriffe um das Boot alleine oder zu zweit zu Wasser zu tragen + für den Preis sind die Sitze bequem und geben ausreichend Halt beim Paddeln + solide Verarbeitung der Außenhülle + guter Luftdruck in dieser Preisklasse + praktisches Gepäcknetz am Heck + Transportrucksack inklusive + Ersatzteile nachbestellbar

Das hat uns weniger gefallen

- geringe Zuladungsgrenze - breiter sowie flacher Rumpf und somit langsamer - mäßiger Geradeauslauf - langes Abtrocknen der Polyesterhülle - zu wenig Platz für zwei große Personen - breite Seitenschläuche können störend sein (kleine Person mit zu kurzem Doppelpaddel) - Luftdruck über Ventil reduzieren (z.B. wenn man zu viel aufgepumpt hat) nur schwer möglich (oft hat man dann das ganze Ventil in der Hand) - unbequeme Trägerriemen des Transportrucksacks

Fazit zum Itiwit Touring 2-Sitzer

Für ein Einsteiger Kajak macht das Itiwit Touring einen durchdachten und hochwertigen Eindruck. Im Vergleich zu ähnlichen Schlauchkajaks anderer Marken hat das Itiwit die Nase vorn. Das Kajak bietet aus unserer Sicht das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, verfügt über einen Luftdruck von 0,1 bar auf allen Luftkammern und ist mit guten Sitzen ausgestattet.

Die Außenhülle wirkt robust und schützt die inneren PVC-Luftschläuche zuverlässig, dennoch bringt sie den großen Nachteil der langen Trocknung mit sich. Die Polyester-Hülle kann nicht einfach trocken gewischt werden, sondern muss Zuhause oder nach der Tour in der Sonne abtrocknen. 

Die Bezeichnung Touring im Produktnamen finden wir jedoch etwas irreführend. Denn ein Tourenkajak ist es definitiv nicht. Mit einer Breite von 103 cm ist es das breiteste Kajak, welches wir kennen. Bekanntlich ist ein Kajak umso langsamer, desto breiter es ist. Dafür ist das Itiwit Kajak jedoch sehr kippstabil. Hier lässt sich auch die Zielgruppe erkennen. Das aufblasbare Kajak richtet sich vor allem an Einsteiger, die kleine und gemütliche Touren im Sommer unternehmen möchten. Für größere Touren (ab Halbtagestouren) gleitet das Boot zu wenig durch das Wasser und der Innenraum ist zu klein. Daher stimmen wir mit der Angabe von Decathlon überein, dass das Kajak für eine zwei- bis dreistündige Tour ausgelegt ist.  Wer also ein günstiges Schlauchkajak sucht und gelegentlich auf dem Wasser kleine Touren paddeln paddeln möchte, kann bei dem Boot zugreifen. 

In einigen Bewertungen im Shop von Decathlon berichten Kunden von gerissenen Schweißnähten, die durch einen Überdruck oder Produktionsfehler entstehen können. Auch wenn Decathlon die Kammer in der Garantiezeit austauscht, ist das Boot für eine gewisse Zeit nicht einsatzbereit bzw. die Tour kann nicht begonnen werden. Solche möglichen Schwachstellen konnten wir in unserem Test nicht aufdecken, da es sich hierbei um keinen Langzeittest handelt. 

Alle getesteten Boote im Überblick!

Geeignetes Zubehör

Im Lieferumfang des Bootes ist folgendes Zubehör enthalten:
  • Transportrucksack
  • 3 Finnen
  • Kompressionsgurt
  • Reparaturmaterial
Zusätzlich empfehlen wir folgendes Zubehör:
  • Doppelpaddel: Itiwit Doppelpaddel 2-teilig* (sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, Drehwinkel und Länge zwischen 225 – 235 cm einstellbar, aufgrund der hohen Breite des Kajaks empfehlen wir das 230 cm lange Doppelpaddel statt das 215 cm lange Paddel). Alternativ empfehlen wir das ExtaSea Tour Vario 230-240 cm 4-teilig*, wer ein kompaktes also 4-teiliges Doppelpaddel sucht (noch bessere Haptik und besseres Handling als das Itiwit Paddel). Es gibt auch das Itiwit Doppelpaddel 4-teilig*, welches wir jedoch nicht empfehlen können (zu wackelig, schlechte Haptik, keine Tropfringe)
  • Luftpumpe: Itiwit Doppelhubpumpe 2 x 2,6L* (inkl. Manometer zur Überprüfung des Luftdrucks, gute Verarbeitung und einfache Handhabung, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, sehr gut geeignet für das Itiwit x100+)
  • Schwimmweste: Itiwit BA 50N+ * (gute Schwimmweste für Einsteiger, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, mehr Details in unserem Testbericht)
  • Dry Bag: Itiwit Packsack 30L* (gute Verarbeitung, als Rucksack nutzbar, in unterschiedlichen Größen erhältlich, resistent gegenüber Spritzwasser und kurzem Eintauchen im Wasser)
  • Bequemerer Transportrucksack: Falls dir der mitgelieferte Rucksack auf Dauer zu unbequem ist, empfehlen wir den Itiwit x-100+ 2-Sitzer Rucksack* (breite und gepolsterte Schulterriemen für ein spürbar besseren Tragekomfort)

Alternativen zum Itiwit Touring 2-Sitzer

Bevor du deine Kaufentscheidung triffst, solltest du dir auch folgende Alternativen genauer anschauen. Für mehr Platz empfehlen wir das Itiwit Touring als 3-Sitzer. Für eine vereinfachte Trocknung raten wir zum Itiwit x100+ oder zu einem Gumotex Schlauchkajak, die mit besseren Fahreigenschaften punkten.

Itiwit Touring 3-Sitzer

Das Itiwit X100+ ist ein günstiges Drop-Stitch-Kajak von Decathlon. Durch den Drop-Stitch Boden bietet es noch mehr Kippstabilität. Außerdem gibt es deutlich mehr Platz im Innenraum und die lange Trocknung entfällt, da sich das Kajak einfach trocken wischen lässt. Die Fahreigenschaften und die Zuladungsgrenze sind sehr ähnlich. Erfahre alle Details in unserem Testbericht zum Itiwit x100+. Wer jedoch sportlich unterwegs sein und längere Touren unternehmen möchte, sollte lieber auf ein schmaleres Kajak zurückgreifen.

Itiwit x100+

Das Itiwit X100+ ist ein günstiges Drop-Stitch-Kajak von Decathlon. Durch den Drop-Stitch Boden bietet es noch mehr Kippstabilität. Außerdem gibt es deutlich mehr Platz im Innenraum und die lange Trocknung entfällt, da sich das Kajak einfach trocken wischen lässt. Die Fahreigenschaften und die Zuladungsgrenze sind sehr ähnlich. Erfahre alle Details in unserem Testbericht zum Itiwit x100+. Wer jedoch sportlich unterwegs sein und längere Touren unternehmen möchte, sollte lieber auf ein schmaleres Kajak zurückgreifen

Gumotex Twist 2/1

Das Gumotex Twist ist ein Einsteiger Kajak für 1 – 2 Personen. Es zeichnet sich durch eine gute Verarbeitung und ein sehr robustes Material aus. Das Kajak ist 20 cm schmaler und hat daher bessere Laufeigenschaften auf dem Wasser. Außerdem hat das Twist eine höhere Zuladungsgrenze von 180 kg. Noch mehr Zuladung bietet das Gumotex Solar (270 kg).  Das Kajak liegt stabil auf dem Wasser, jedoch nicht so stabil, dass du im Boot stehen kannst. 

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Der Beitrag hat 9 Kommentare

  1. Hi Sebastian,
    vielen Dank 🙂 dein Bericht ist sehr hilfreich um der eigenen Kaufentscheidung näher zu kommen, wenn man sich als Einsteiger noch nicht ganz so gut auskennt.
    Ich tendiere nun zum Itiwit Touring 2-Sitzer und würde auch das Itiwit x100+ in Erwägung ziehen.
    Ich würde es wahrscheinlich öfter alleine nutzen, aber bestimmt auch mal zu zweit.

    Für mehr Beinfreiheit schlagt ihr das Itiwit Touring 3-Sitzer vor, aber das Modell wäre trotzdem viel zu groß wenn ich es alleine fahre, oder?

    Liebe Grüße
    aus Stuttgart ✌️

    1. Hallo Aleksandra,
      richtig! Der Itiwit x100+ 3-Sitzer macht dann Sinn, wenn du zu zweit oder zu dritt paddeln möchtest. Mit 2 Personen im 3-Sitzer hast du die Möglichkeit Gepäck im Boot zu verstauen, ohne dass es zu eng wird. Den x100+ 3-Sitzer finde ich für die primäre 1-Personen Nutzung zu groß und träge.
      Viele Grüße
      Sebastian

  2. Hallo Sebastian,

    ich bin aktuell auf der Suche nach einem Schlauchkajak, dass alleine oder zu zweit (Anfänger) genutzt werden kann. In erster Linie soll das Kajak für entspannte Kurzfahrten auf einem sehr ruhigem Fließgewässer genutzt werden. Ich schwanke daher zwischen dem Itiwit Touring und dem Intex Excursion Pro. Gibt es hierzu eine Empfehlung deinerseits?

    Viele Grüße!
    Timo

    1. Hallo Timo,

      für den von dir beschriebenen Einsatz kommen beide Boote in Frage. Der große Unterschied liegt vor allem bei der Trocknung. Wenn du das Boot zuhause nochmal auseinander gelegt trocknen lassen kannst, dann sprichst nichts gegen das Touring 2. Gerade für gemütliche Touren sind die Sitze sehr bequem und du kannst bei Bedarf auch Ersatzteile nachkaufen. Das Intex Excursion Pro ist dafür schneller getrocknet und kann sogar nach dem Einsatz komplett trocken gewischt werden. Mit gut 40 cm mehr in der Länge und 10 cm weniger in Breite wirst du mit dem Excursion auch etwas zügiger unterwegs sein. Vom Platzangebot gibt dir das Excursion in der Länge mehr her, das Touring 2 aber dafür mehr in der Breite. Diese Aspekte würde ich auf jeden Fall bei deiner Kaufentscheidung mit einfließen lassen.

      Grüße
      Christian

  3. Hallo Sebastian!
    Vielen Dank für die hilfreichen Informationen. Ich hätte noch einmal eine Vergleichsfrage (kann mich noch nicht zwischen ein paar Kajaks entscheiden).
    Mein Freund und ich suchen ein Kajak für (Halb-)Tagestouren auf ruhigeren Flüssen oder Seen.
    Zur Auswahl stehen dieser Itiwit Touring 2 Sitzer, das Intex Excursion Pro, und der Sevylor Adventure 10’3” Kajak 2-Sitzer (Im Test hattet ihr den Sevylor Adventure Plus). Wegen des Platzes bin ich bei dem Itiwit etwas unsicher, was bedeutet “große Personen” für dich? Mein Freund ist 1,80m groß und ich 1,70m. Würdest du in dem Fall auch den 3-Sitzer von Itiwit empfehlen?
    Vielen Dank schon mal im Voraus!

    1. Hallo Celia,
      wie im Artikel geschrieben verstehen wir große Personen, die größer als 180 cm sind 😉 Wenn ihr nicht nur barfuß paddeln wollt, solltet ihr den 3-Sitzer nehmen.
      Viele Grüße
      Sebastian

  4. Auf dem letzten Abschnitt ist die Moosach schon wirklich zäh…Was ganz schön ist, dass die Isar über weite Teile der Strecke nur durch ein Ufer und ein paar Bäume von der Moosach getrennt läuft. Fürs nächste Mal haben wir ein paar nette Rastplätze netdeckt..:) Ähnlich schleppend zu fahren ist Sie von Unterschleißheim bis Massenhausen. Oftmals so eng und zugewachsen, dass man aus dem Wasser raus muss und umtragen, weil man sonst in den Ästen hängen bleibt und sich aufspießt…Highlight ist hier aber ganz klar die “Unterfahrung” der A9, auf Höhe des Neufahrner Kreuzes. Ein 4 m breiter und 2 m hoher Tunnel den man Durchpaddeln muss.
    VG

  5. Hallo Paddelfreunde,
    ich habe mir vor kurzem den itiwit Touring 2-Sitzer zugelegt. Bin im Grunde sehr zufrieden mit dem Boot. Für relativ wenig Geld bekommt man ein sehr hochwertiges Luftboot. Sehr robust und widerstandsfähig. Ich bin bis jetzt viermal damit gefahren und habe im Grunde das Boot jedesmal neu “kennengelernt”. Zweimal auf Fließgewässer und zweimal auf einem Badesee.
    Der erste Test war alleine auf einem Badesee. Ich hatte den Adapter der Luftpumpe (itiwit Doppelhub 2*2,6) für den Boden und die Seitenschläuche zuhause vergessen, und nur den Aufsatz für die Sitze dabei. Dies hat sich unverhoffter Weise aber als völlig unproblematisch erwiesen. Die Hauptkammern können auch mit dem Sitzaufsatz aufgepumpt werden. Dies ist zwar etwas langwieriger und erfordert etwas Geschicklichkeit beim Pumpen ( Pumpe muss langsam hoch und runter gezogen werden, damit der Adapter im Ventil hält), aber man bekommt das Boot mit Luft voll. Als kleiner Hinweis..;)
    Der Geradeauslauf ( mit oder ohne Finnen) erinnert sehr an das Gumotex Swing 1er. Sehr schwänzelnd und man hat das Gefühl man wird vom Boot gefahren. Gerade als Anfänger mit fehlender Paddelerfahrung bzw. wenig Technikbeherrschung dreht man wohl eher Pirouetten als dass man geradeaus fährt. 😉
    Ich habe das 2-teilige itiwit Paddel benutzt. Mit einer eingestellten Länge von 235 cm ist dies genau richtig.

    Dafür bekommt man ( mit der richtigen Paddeltechnik und Bootsbeherrschung) ein ordentliches Tempo drauf. Auch in Punkto Manövrierfähigkeit ist es aufgrund der relativen Drehfreudigkeit gut zu händeln. Grundsätzlich sind aber auch hier Paddelkenntnisse und eine gewisse Bootsbeherrschung nötig.
    Das Einsteigen ins Boot aus hüfthohem Wasser sowie “schwimmend” ist gut machbar. Hierbei helfen auch die beiden Trageschlaufen an der rechten und linken Seite, sowie an Bug und Heck an den man Halt findet.

    Die zweite Testfahrt war zu zweit auf der Moosach von Marzling bis in die Isarauen. Wir sind hinter der Bahnhofsbrücke eingestiegen. Dort hat die Moosach eine zügige bis schnelle Strömung aufgrund der Staustufe kurz davor. Wir sind ohne Finnen gestartet und wollten uns erstmal treiben lassen. Nach den ersten Kurven und Hindernissen haben wir uns dann aber entschlossen die Finnen aufzuziehen. Die Bootsbeherrschung war in der schnellen Strömung ( und aufgrund der spitzen Äste) nicht haltbar.
    Nach Aufzug der Finnen war das Fahrverhalten und die Spurtreue um ein vielfaches besser. Leider war die Fahrt immer wieder durch etliche Baumhindernisse usw. unterbrochen. Aufgrund der Länge des Kajaks von 340 cm konnten wir einige Baumhindernisse beide liegend ( 1,83 und 1,80 groß) im Boot unterqueren. Wir mussten lediglich die Rückenlehnen umklappen. ( Kurz das Sicherungsband aus der Schlaufe raus und fertig)
    Da die Strecke ca. 40 Baumhindernisse hat, haben wir für die 7 Fluss-KM bis zur Isar Mündung ca.5,5 Stunden gebraucht.
    Teilweise war eine Befahrung nicht möglich und wir mussten umtragen oder treideln.

    Wir wollten dann noch die Probe aufs Exempel machen und eine Gegenstrombefahrung unternehmen. Auf Höhe des Zuflusses der Schleifermoosach wollten wir bis zur Brücke retour paddeln.

    Da ich der deutlich schwerere bin,( ca 90 kg zu ca. 78 kg) habe ich auf dem vorderen Sitz Platz genommen. Die Fahrt war leider eine Katastrophe. Das Boot ließ sich so kaum steuern, fing an sich bei jedem nicht-synchronem Paddelschlag um 180 Grad zu drehen und war bei flacherem Grund und schnellerer Strömung fast nicht lenkbar. Selbst mit größtem Kraftaufwand war nach ein paar Metern Geradeausfahren wieder Schluss und wir haben uns gedreht.
    Des weiteren wären wir einige Male sogar fast umgekippt, aufgrund der mangelnden Gewichtsverteilung.

    Spürbar besser wurde es dann, als ich auf dem hinteren Sitz Platz genommen habe.
    Wir haben sogar bei recht zügiger Strömung und einigermaßen Synchron gehaltener Paddelführung die Spur und Richtung halten können.
    Da dies wirklich gut geklappt hat, haben wir sogar die ganze Strecke zurück geschafft. ca. 500 Meter.

    Beim Rest kann ich mich eurem Testbericht anschließen.
    Unterm Strich erwirbt man für wenig Geld ein sehr gutes Einsteigerkajak.
    Grüße

    1. Hallo Andreas,
      vielen Dank für das ausführliche Teilen deiner Erfahrungen 🙂 Die Moosach sind wir diesen Sommer auch von Marzling gepaddelt. Sehr schöner Fluss mit größtenteils unberührter Natur. Die vielen Baumhindernisse verlängern die Tour jedoch deutlich als geplant. So schnell wieder werden wir diesen Abschnitt nicht mehr paddeln 😉
      Beste Grüße
      Sebastian

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Der Beitrag hat 9 Kommentare

  1. Hi Sebastian,
    vielen Dank 🙂 dein Bericht ist sehr hilfreich um der eigenen Kaufentscheidung näher zu kommen, wenn man sich als Einsteiger noch nicht ganz so gut auskennt.
    Ich tendiere nun zum Itiwit Touring 2-Sitzer und würde auch das Itiwit x100+ in Erwägung ziehen.
    Ich würde es wahrscheinlich öfter alleine nutzen, aber bestimmt auch mal zu zweit.

    Für mehr Beinfreiheit schlagt ihr das Itiwit Touring 3-Sitzer vor, aber das Modell wäre trotzdem viel zu groß wenn ich es alleine fahre, oder?

    Liebe Grüße
    aus Stuttgart ✌️

    1. Hallo Aleksandra,
      richtig! Der Itiwit x100+ 3-Sitzer macht dann Sinn, wenn du zu zweit oder zu dritt paddeln möchtest. Mit 2 Personen im 3-Sitzer hast du die Möglichkeit Gepäck im Boot zu verstauen, ohne dass es zu eng wird. Den x100+ 3-Sitzer finde ich für die primäre 1-Personen Nutzung zu groß und träge.
      Viele Grüße
      Sebastian

  2. Hallo Sebastian,

    ich bin aktuell auf der Suche nach einem Schlauchkajak, dass alleine oder zu zweit (Anfänger) genutzt werden kann. In erster Linie soll das Kajak für entspannte Kurzfahrten auf einem sehr ruhigem Fließgewässer genutzt werden. Ich schwanke daher zwischen dem Itiwit Touring und dem Intex Excursion Pro. Gibt es hierzu eine Empfehlung deinerseits?

    Viele Grüße!
    Timo

    1. Hallo Timo,

      für den von dir beschriebenen Einsatz kommen beide Boote in Frage. Der große Unterschied liegt vor allem bei der Trocknung. Wenn du das Boot zuhause nochmal auseinander gelegt trocknen lassen kannst, dann sprichst nichts gegen das Touring 2. Gerade für gemütliche Touren sind die Sitze sehr bequem und du kannst bei Bedarf auch Ersatzteile nachkaufen. Das Intex Excursion Pro ist dafür schneller getrocknet und kann sogar nach dem Einsatz komplett trocken gewischt werden. Mit gut 40 cm mehr in der Länge und 10 cm weniger in Breite wirst du mit dem Excursion auch etwas zügiger unterwegs sein. Vom Platzangebot gibt dir das Excursion in der Länge mehr her, das Touring 2 aber dafür mehr in der Breite. Diese Aspekte würde ich auf jeden Fall bei deiner Kaufentscheidung mit einfließen lassen.

      Grüße
      Christian

  3. Hallo Sebastian!
    Vielen Dank für die hilfreichen Informationen. Ich hätte noch einmal eine Vergleichsfrage (kann mich noch nicht zwischen ein paar Kajaks entscheiden).
    Mein Freund und ich suchen ein Kajak für (Halb-)Tagestouren auf ruhigeren Flüssen oder Seen.
    Zur Auswahl stehen dieser Itiwit Touring 2 Sitzer, das Intex Excursion Pro, und der Sevylor Adventure 10’3” Kajak 2-Sitzer (Im Test hattet ihr den Sevylor Adventure Plus). Wegen des Platzes bin ich bei dem Itiwit etwas unsicher, was bedeutet “große Personen” für dich? Mein Freund ist 1,80m groß und ich 1,70m. Würdest du in dem Fall auch den 3-Sitzer von Itiwit empfehlen?
    Vielen Dank schon mal im Voraus!

    1. Hallo Celia,
      wie im Artikel geschrieben verstehen wir große Personen, die größer als 180 cm sind 😉 Wenn ihr nicht nur barfuß paddeln wollt, solltet ihr den 3-Sitzer nehmen.
      Viele Grüße
      Sebastian

  4. Auf dem letzten Abschnitt ist die Moosach schon wirklich zäh…Was ganz schön ist, dass die Isar über weite Teile der Strecke nur durch ein Ufer und ein paar Bäume von der Moosach getrennt läuft. Fürs nächste Mal haben wir ein paar nette Rastplätze netdeckt..:) Ähnlich schleppend zu fahren ist Sie von Unterschleißheim bis Massenhausen. Oftmals so eng und zugewachsen, dass man aus dem Wasser raus muss und umtragen, weil man sonst in den Ästen hängen bleibt und sich aufspießt…Highlight ist hier aber ganz klar die “Unterfahrung” der A9, auf Höhe des Neufahrner Kreuzes. Ein 4 m breiter und 2 m hoher Tunnel den man Durchpaddeln muss.
    VG

  5. Hallo Paddelfreunde,
    ich habe mir vor kurzem den itiwit Touring 2-Sitzer zugelegt. Bin im Grunde sehr zufrieden mit dem Boot. Für relativ wenig Geld bekommt man ein sehr hochwertiges Luftboot. Sehr robust und widerstandsfähig. Ich bin bis jetzt viermal damit gefahren und habe im Grunde das Boot jedesmal neu “kennengelernt”. Zweimal auf Fließgewässer und zweimal auf einem Badesee.
    Der erste Test war alleine auf einem Badesee. Ich hatte den Adapter der Luftpumpe (itiwit Doppelhub 2*2,6) für den Boden und die Seitenschläuche zuhause vergessen, und nur den Aufsatz für die Sitze dabei. Dies hat sich unverhoffter Weise aber als völlig unproblematisch erwiesen. Die Hauptkammern können auch mit dem Sitzaufsatz aufgepumpt werden. Dies ist zwar etwas langwieriger und erfordert etwas Geschicklichkeit beim Pumpen ( Pumpe muss langsam hoch und runter gezogen werden, damit der Adapter im Ventil hält), aber man bekommt das Boot mit Luft voll. Als kleiner Hinweis..;)
    Der Geradeauslauf ( mit oder ohne Finnen) erinnert sehr an das Gumotex Swing 1er. Sehr schwänzelnd und man hat das Gefühl man wird vom Boot gefahren. Gerade als Anfänger mit fehlender Paddelerfahrung bzw. wenig Technikbeherrschung dreht man wohl eher Pirouetten als dass man geradeaus fährt. 😉
    Ich habe das 2-teilige itiwit Paddel benutzt. Mit einer eingestellten Länge von 235 cm ist dies genau richtig.

    Dafür bekommt man ( mit der richtigen Paddeltechnik und Bootsbeherrschung) ein ordentliches Tempo drauf. Auch in Punkto Manövrierfähigkeit ist es aufgrund der relativen Drehfreudigkeit gut zu händeln. Grundsätzlich sind aber auch hier Paddelkenntnisse und eine gewisse Bootsbeherrschung nötig.
    Das Einsteigen ins Boot aus hüfthohem Wasser sowie “schwimmend” ist gut machbar. Hierbei helfen auch die beiden Trageschlaufen an der rechten und linken Seite, sowie an Bug und Heck an den man Halt findet.

    Die zweite Testfahrt war zu zweit auf der Moosach von Marzling bis in die Isarauen. Wir sind hinter der Bahnhofsbrücke eingestiegen. Dort hat die Moosach eine zügige bis schnelle Strömung aufgrund der Staustufe kurz davor. Wir sind ohne Finnen gestartet und wollten uns erstmal treiben lassen. Nach den ersten Kurven und Hindernissen haben wir uns dann aber entschlossen die Finnen aufzuziehen. Die Bootsbeherrschung war in der schnellen Strömung ( und aufgrund der spitzen Äste) nicht haltbar.
    Nach Aufzug der Finnen war das Fahrverhalten und die Spurtreue um ein vielfaches besser. Leider war die Fahrt immer wieder durch etliche Baumhindernisse usw. unterbrochen. Aufgrund der Länge des Kajaks von 340 cm konnten wir einige Baumhindernisse beide liegend ( 1,83 und 1,80 groß) im Boot unterqueren. Wir mussten lediglich die Rückenlehnen umklappen. ( Kurz das Sicherungsband aus der Schlaufe raus und fertig)
    Da die Strecke ca. 40 Baumhindernisse hat, haben wir für die 7 Fluss-KM bis zur Isar Mündung ca.5,5 Stunden gebraucht.
    Teilweise war eine Befahrung nicht möglich und wir mussten umtragen oder treideln.

    Wir wollten dann noch die Probe aufs Exempel machen und eine Gegenstrombefahrung unternehmen. Auf Höhe des Zuflusses der Schleifermoosach wollten wir bis zur Brücke retour paddeln.

    Da ich der deutlich schwerere bin,( ca 90 kg zu ca. 78 kg) habe ich auf dem vorderen Sitz Platz genommen. Die Fahrt war leider eine Katastrophe. Das Boot ließ sich so kaum steuern, fing an sich bei jedem nicht-synchronem Paddelschlag um 180 Grad zu drehen und war bei flacherem Grund und schnellerer Strömung fast nicht lenkbar. Selbst mit größtem Kraftaufwand war nach ein paar Metern Geradeausfahren wieder Schluss und wir haben uns gedreht.
    Des weiteren wären wir einige Male sogar fast umgekippt, aufgrund der mangelnden Gewichtsverteilung.

    Spürbar besser wurde es dann, als ich auf dem hinteren Sitz Platz genommen habe.
    Wir haben sogar bei recht zügiger Strömung und einigermaßen Synchron gehaltener Paddelführung die Spur und Richtung halten können.
    Da dies wirklich gut geklappt hat, haben wir sogar die ganze Strecke zurück geschafft. ca. 500 Meter.

    Beim Rest kann ich mich eurem Testbericht anschließen.
    Unterm Strich erwirbt man für wenig Geld ein sehr gutes Einsteigerkajak.
    Grüße

    1. Hallo Andreas,
      vielen Dank für das ausführliche Teilen deiner Erfahrungen 🙂 Die Moosach sind wir diesen Sommer auch von Marzling gepaddelt. Sehr schöner Fluss mit größtenteils unberührter Natur. Die vielen Baumhindernisse verlängern die Tour jedoch deutlich als geplant. So schnell wieder werden wir diesen Abschnitt nicht mehr paddeln 😉
      Beste Grüße
      Sebastian

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