Itiwit Kanu x500 im Test

Das itiwit Kanu x500 (in der Fachsprache eigentlich Kanadier) ist ein Full Drop-Stitch Kanu von Decathlon*, welches seit 2021 auf dem deutschen Markt erhältlich ist. Das x500 ist ein Kanu mit zwei Sitzbänken und einem großen Sitzkissen in der Mitte, also für zwei Erwachsene und zwei Kinder. Bisher gibt es nur wenige Erfahrungsberichte im Netz über solche Drop-Stitch Kanus. Wir hatten die Möglichkeit dieses Drop-Stitch Kanu ausgiebig zu testen und möchten in diesem Artikel unsere Erfahrungen mit dir teilen.

itiwit kanu x500 produktfoto

Produktdaten

Max. Personenanzahl:
Länge:
Breite:
Max. Zuladung:
Packmaß:
Gewicht:
Luftdruck
Produktionsland:
Material:

2 + 2
510 cm
100 cm
250 kg
100 x 45 x 38 cm
32 kg
0,7 bar
China
Bootshaut aus PVC beschichtetem Drop-Stitch Material (Polyesterfäden)

Welches Modell wurde getestet?

Itiwit Kanu x500 aus dem Jahr 2022

Wie ist der Test entstanden?

Das Itiwit x500 wurde uns von Decathlon*, einem französischen Hersteller und Händler von Sportgeräten und -Bekleidung, zur Verfügung gestellt. Dabei ist Itiwit eine Eigenmarke für den Paddelsport von Decathlon. Unser Testbericht ist unabhängig vom Hersteller oder Shop und spiegelt unsere eigene Meinung zum Boot wieder.

Wie intensiv wurde es getestet?

angetestet

sehr intensiv
1 Balken = 1-3 km gepaddelt (angetestet)
2 Balken = mind. 1 Tages-/ 2 Halbtagestouren
3 Balken = mind. 4 Touren
4 Balken = mind. 8 Touren
5 Balken = mind. 12 Touren (sehr intensiv)

Wo wurde es getestet?

Wildwasser

Ruhige Flüsse

Seen

Inhaltsverzeichnis

Ersteindruck und Aufbau

Im Lieferumfang des Itiwit Kanus ist ein Trolley enthalten, genauer gesagt handelt es sich hierbei um eine Transporttasche mit Rollen. Diese Rollfunktion ist auch notwendig, da das Kanu mit 32kg Gewicht auf dem Rücken kaum noch transportierbar wäre. Die Tasche macht einen soliden Eindruck und hat mehrere gut gepolsterte Tragegriffe, sodass die Tasche auch zu zweit verladen werden kann.

Mitgelieferter Trolley
Räder des Trolleys

Das Kanu selbst ist mit einem Packriemen komprimiert und mehrmals zusammengefaltet. Für den Aufbau wird das Kanu auseinander gelegt und die drei separaten Luftkammern hintereinander auf 10 PSI bzw. 0,7 bar aufgepumpt. Die Luftkammern werden über Sprungfeder-Ventile aufgepumpt, die sich leicht bedienen lassen. Sie ähneln den Ventilen anderer hochwertiger Schlauchkanus (z.B. Gumotex Palava*, Gumotex Scout*, Grabner Adventure*).

Für den Aufbau haben wir die Itiwit Hochdruckpumpe* verwendet. Es gibt auch einen Nachfolger der Pumpe*, die wir für dieses Kanu empfehlen, da diese Pumpe eine Abpumpfunktion besitzt (mehr dazu im Abschnitt Abbau). Bei den beiden Luftpumpen handelt es sich um eine Double-Action Pumpe. Die ersten 5 PSI werden mit Doppelhub aufgepumpt, d.h. sowohl beim Runterdrücken als auch beim Hochziehen des Kolbens wird Luft in die Luftkammer gestoßen. Ab 0,5 PSI wird die Doppelhubfunktion deaktiviert, sodass nur noch beim Runterdrücken Luft in die Kammer gepumpt wird. Denn je höher der Druck desto schwieriger ist es, den Kolben der Pumpe hochzuziehen, wenn dabei noch gleichzeitig Luft in die Kammer gestoßen wird. Mit der Doppelhubpumpe war das Kanu ohne viel Mühe sehr schnell aufgepumpt. Hier sind die dünnen Drop-Stich Luftkammern von Vorteil, da diese mehr Druck aber weniger Volumen an Luft benötigen. 

Itiwit Kanu x500 zusammengelegt
Itiwit Kanu auseinander gelegt
Aufpumpen des Kanus

An der einen Seitenkammer erkennst du zwei Beulen und auf der anderen Seitenkammer eine weitere Beule. Das ist völlig normal, denn dort liegen die Ventile. Zum Verbau der Ventile müssen an diesen Stellen die Fäden des Drop-Stitch Materials durchtrennt werden. 

Was ist Drop-Stitch
Bei der Drop-Stitch Technologie sind die obere und untere Innenwand der Luftkammer zusätzlich mit Textilfäden verworben. Erst dadurch ist ein deutlich höherer Luftdruck möglich, als bei Luftkammern ohne die verworbenen Fäden. Die Luftkammer erreicht somit eine sehr hohe Formstabilität und Steifigkeit. Die Drop-Stitch Technologie ist bei SUP Boards (Stand Paddling Boards) sehr verbreitet, und findet bei Schlauchkajaks immer mehr Verwendung. Erfahre mehr dazu in unserem Artikel Drop-Stitch Kajaks.

Das Unterschiff ist in der Mitte zusätzlich mit PVC und im Bug- sowie Heckbereich mit gummiartigen Kielstreifen verstärkt, um diese am stark beanspruchsten Stellen vor Grundberührungen bei Niedrigwasser und beim Anlanden am Ufer zu schützen. Darüber hinaus befindet sich unter den Kielstreifen am Bug und Heck eine eingearbeitete Kunststoffleiste im Inneren des Bootes, die den Bereich stärker aussteifen und einen schnittigeren Bug und Heck erzeugen. Sie dient einerseits als Spurprofil und andererseits zur Minimierung des Wasserwiderstands beim Paddeln.

Das Drop-Stitch Material besteht innen aus Polyester, welches die Fäden für den Drop-Stitch bilden. Beschichtet ist das Polyester von Außen mit PVC. Wie stark das PVC ist, können wir nicht sagen und konnten auch keine Angaben dazu bei Decathlon finden. Insgesamt ist der Bootsrumpf und Innenraum sauber verarbeitet und verklebt. 

Bug des Itiwit Kanus
Kielstreifen am Bug

Das Kanu hat vorne und hinten kleine Spritzdecken am Bug und Heck, jedoch ohne jegliches Gepäcknetz. Stattdessen gibt es genügend Platz für Gepäck im Innenraum mit vielen Befestigungsmöglichkeiten am Boden. Auf dem nachfolgenden Foto ist nochmal ersichtlich, wie dünn die Seitenwände sind und wie sehr der Innenraum des Itiwit x500 Kanus dem eines Festrumpfkanus ähnelt. 

Außerdem gibt es kleine Netztaschen für kleine Gegenstände in den Spritzdecken eingearbeitet. Vorne und hinten befindet sich jeweils ein schlichter Tragegriff zum Transport des aufgebauten Kanus.

Innenraum ohne Sitzbrett

Nach dem Aufpumpen fehlen nur noch die zwei Sitzbretter und je nach Bedarf das Sitzkissen für die Kinder, welches fest im Innenraum des Bootes verklebt ist. Die zwei Sitzbretter werden vorne und hinten im Boot eingehängt. Wenn man das Prinzip einmal verstanden hat, lassen sich die Sitzbretter einfach einhängen. 

Im Vergleich zu anderen Schlauchkanus (z.B. Gumotex Palava, Gumotex Scout oder Grabner Adventure) sind die Positionen der Sitzbretter fest vorgegeben. Die Bretter sind entsprechend mit „Rear Seat“ und „Front Seat“ gekennzeichnet, da sie eine unterschiedliche Breite haben. Das hintere Sitzbrett (Eigengewicht von 1,55 kg) hat eine mittlere Breite von 52 cm und das Vordere (Eigengewicht 1,05 kg) von 68 cm. Beide haben eine Tiefe von 25 cm. Darüber hinaus besitzen die Sitzbretter in der Mitte eine Schaumeinlage als Art Polsterung der Sitzfläche. Die sauber verarbeiteten Sitzbretter sind aus Akanzienholz gefertigt und geben dem Kanu insgesamt einen hochwertigen Eindruck.

Darüber hinaus gibt es im Bereich der Sitzbretter geriffelte Trittflächen im Innenraum, als eine Art Anti-Rutsch Funktion und zusätzlicher Schutz des Drop-Stitch Materials (z.B. wenn man sich einen spitzen Stein in der Schuhsohle eingetreten hat).

Einhängen der Sitzbretter

Wer mit Kindern unterwegs ist, kann die Drop-Stitch-Luftkammer in der Mitte im Innenraum aufpumpen. Sie dient als niedrige Sitzbank für kleine Kinder. Das Sitzkissen ist fest mit der Bodenkammer verklebt und lässt sich somit nicht herausnehmen. Für Kinder scheint diese Sitzposition ideal zu sein, da sie tiefer und somit sicherer im Boot sitzen. Eine dritte Aufhängung in der Mitte für ein zusätzliches Sitzbrett (wie beim Gumotex Palava, Scout, Grabner Adventure) gibt es leider nicht. So ist dieses Kanu ein Familienkanu mit kleinen Kindern oder ein Kanu für mehrtägige Campingtouren. Es gibt jedoch auch Drop-Stitch Kanus mit drei Sitzbänken auf dem Markt (z.B. Verano CanCan, Extasea), die wir aber selbst noch nicht gepaddelt sind.

Insgesamt macht das Itiwit Kanu x500 einen sehr wertigen Eindruck. Es ist sehr geräumig, schnell und einfach aufgebaut sowie sauber verarbeitet. Wir sind gespannt, wie sich das Kanu am und auf dem Wasser schlägt.

Transport des Kanus

Auf dem Weg zum Bahnhof und zum Ufer erwies sich die Transporttasche als praktisch aber nicht als komfortabel. Das Gewicht des Bootes ist zu hoch für eine Transporttasche mit Rollfunktion. Nach nicht einmal 5 Minuten hat man genug, das Kanu zu schieben oder zu ziehen und man bekommt „lange Arme“. Deutlich besser funktioniert es, wenn zusätzlich ein richtiger Transportwagen (z.B. Eckla Beach Rolley*) verwendet wird. Mit solch einem Transportwagen gelingt der Transport auch über eine längere Zeit sehr gut. 

Die mitgelieferte Transporttasche mit Rollfunktion eignet sich aus unserer Sicht vor allem für Nutzer, die das Kanu nur ein paar Meter zwischen Haus und Auto oder vom ufernahen Parkplatz zum See oder Fluss rollen möchten. Praktisch wie bei jedem Itiwit Bootsrucksack ist die Halterung für die Luftpumpe und die Seitentasche für die Paddel außen an der Tasche.

Am besten lässt sich das Kanu mit einem Kanu-Transportwagen transportieren

In der Anleitung wird darauf hingewiesen, dass das aufgebaute Kanu nur ohne Gepäck transportiert werden soll. Wir haben sofort zu spüren bekommen, als wir das beladene Kanu nur ein paar Meter tragen wollten um es ins Wasser zu setzen. Es biegt sich sofort durch und die Seitenwände neigen sich nach außen. Man hebt sozusagen nur Bug und Heck an, der eigentliche Rumpf des Bootes bleibt auf dem Boden. Um das Boot nicht zu beschädigen, hieß es also, nochmal entladen, ins seichte Wasser positionieren und neu beladen. Hier wird die Grenze von Drop-Stitch ersichtlich. Denn ein Festrumpfkanu ließe sich mit genügend Muskelkraft problemlos anheben. Man muss also das Boot am Steg oder im flachen Wasser am Ufer beladen. Denn im beladenen Zustand bekommt man den Itiwit Kanadier x500 so gut wie kaum noch bewegt.

Umtragen des Itiwit Kanu x500 mit einem Kanuwagen

Bei Umtragungen auf Flusstouren an Wehren und größeren Sohlrampen hat sich folgendes bewährt. Das Kanu entladen und auf einem Kanuwagen legen. In der Mitte des Kanus, worunter sich direkt der Kanuwagen befindet, haben wir dann wieder das Gepäck ins Boot gelegt. So mussten wir nicht erst das Kanu von A nach B transportieren und das Gepäck mühsam nachholen. Hier können wir jetzt schon sagen, ein Kanuwagen macht für das Kanu doppelt Sinn, für den Transport im abgebauten Zustand und bei Umtragungen auf Flusstouren. Auch unbeladen ist es nicht ohne das Kanu über mehrere hundert Meter zu umtragen, da es schwer und unhandlich ist.

Erfahrungen mit dem Itiwit x500 Kanu am und auf dem Wasser

Die beschriebenen Erfahrungen basieren auf das Paddeln mit zwei Personen, u.a. auf einer 3 tägigen Tour mit Campingausrüstung im leichten Wildwasser, auf einem Bergsee und ruhigen Flussabschnitten. Das Paddeln mit ein oder zwei Kinder, wofür das Kanu u.a. beworben wird, deckt dieser Test nicht ab.

Fahreigenschaften und Kippstabilität

Wir sind mit dem Extrasea Stechpaddel* und dem Itiwit Stechpaddel* gepaddelt. Beide lassen sich in der Länge einstellen, und sind somit optimal an die eigenen Bedürfnisse (Körpergröße und Boot) anpassbar.

Von den Fahreigenschaften ähnelt es dem eines Festrumpfkanus. Der Itiwit Kanadier hat einen guten Geradeauslauf. Je nachdem wie beide Paddler abgestimmt sind, kann es jedoch notwendig sein, dass der hintere Paddler den Kurs etwas korrigieren muss (z.B. indem das Paddel am Ende des Schlags als Steuerruder verwendet wird).

Das Itiwit x500 hat für ein Schlauchkanu gute Laufeigenschaften

In Sachen Geschwindigkeit kann das Itiwit Kanu mit einem Falt- oder Festrumpfkanu nicht mithalten. Paddelt man gemütlich, kommt man auf ungefähr 4,5 km/h. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 7,5 – 8 km/h, wobei beide Paddler kräftig und mit einer hohen Frequenz paddeln müssen. Man spürt den Widerstand des Wassers dann schon deutlich am Bug. Ein alleiniges Paddeln ist möglich, z.B. mit J-Schlag. Auf ruhigem Gewässer kommt man jedoch nur langsam damit voran. 

Das hintere Sitzbrett ist ausreichend weit hinten positioniert, sodass der hintere Paddler mit Leichtigkeit den Kurs korrigieren oder auf Flüssen frühzeitig an Hindernissen vorbei manövrieren kann. Wer den Bogenschlag und den Steuerschlag gut beherrscht, kriegt das Kanu auch auf schnell fließenden Flüssen sicher manövriert. Beim Wenden merkst du jedoch sofort die Länge und Trägheit des Kanus. Es erfordert viele Paddelschläge, bis du es 180 Grad gewendet hast. Das ist aber bei großen Kanus üblich.

Das Itiwit x500 Kanu hat eine ausreichend hohe Kippstabilität

Am Anfang fühlt sich das Itiwit x500 Kanu leicht kipplig an, liegt jedoch sicher auf dem Wasser. Die Kippstabilität ist geringer als beim Itiwit x100+* aber deutlich höher als beim Itiwit x500 Kajak*. Auf einer 3 tägigen Kanutour inkl. leichtem Wildwasseranteil hatten wir keine Situation gehabt, wo wir fast gekentert wären.

Sitzkomfort

Obwohl die Sitzbretter eine feste Position haben (wie bei einem Festrumpfkanu), sind die Positionen der Sitzbretter gut gewählt. Jeder Paddler hat genügend Platz und Beinfreiheit. Auch die Sitzhöhe ist aus unserer Sicht gut gewählt. 

Die Sitzbretter werden nur eingehängt

Leider sind die Sitzbretter nur eingehängt und nicht vor Verlust gesichert. Bei einer Kenterung kann also ein Brett abhanden kommen, was ärgerlich wäre. Beim Paddeln hatten wir jedoch nicht das Problem, dass sich ein Sitzbrett aus der Aufhängung gelöst hatte. Wir saßen auf den Sitzbrettern (76 kg und 85 kg) sicher und stabil drauf, obwohl diese nur an Gurten eingehängt sind. Ein Paddeln in knieender Position ist ebenfalls gut möglich. Auch die Befestigung der Einhängeschlaufen an der Bootswand sind hochwertig angebracht.

Auf langen Touren empfiehlt sich ein Sitzkissen für einen verbesserten Sitzkomfort

Die Polsterung der Sitzbretter hat hingegen nur einen sehr geringen Effekt auf den Komfort. Da ist beispielsweise die Polsterung der Sitzbretter beim Gumotex Palava* oder Scout* deutlich besser gelungen. Auf längeren Touren von mehreren Stunden empfehlen wir beim Itiwit Kanu ein kleines Sitzkissen zu nutzen. Wir haben dafür ein flaches aufblasbares Sitzkissen* verwendet, welches den Sitzkomfort deutlich steigert und somit komfortables Sitzen über den ganzen Tag hinweg ermöglicht. 

Zuladung und Befestigung von Gepäck

Der Nachteil bisheriger Schlauchkanus war der begrenzte Zuladungsraum aufgrund der voluminösen Seitenschläuche, die den Innenraum deutlich verkleinern. Dieser Nachteil wird durch die Verwendung von Drop-Stitch beseitigt, weil mit diesem Material dünne Seitenwände möglich sind. 

Ein kleiner Nachteil von Drop-Stitch gegenüber klassischen Luftschläuchen ist der geringere Luftauftrieb, sodass für dieses Kanu eine maximale Zuladung von 250 kg besteht. Klassische Schlauchkanus schaffen eine Zuladung von bis 450 kg. 

Ein Drop-Stitch Kanu bietet einen sehr großzügigen Innenraum

sehr viel Platz für z.B. eine Mehrtagestour

Klassische Schlauchkanus bieten deutlich weniger Innenraum

Die äußere Erscheinungsform dex Itiwit Kanus ist dem eines Festkanus nahezu identisch. Durch die dünnen Seitenwände hast du beim Itiwit Kanu genauso viel Platz wie in einem herkömmlichen Festrumpf- oder Faltkanu. Es ist kein Problem einen zusammengeklappten Bootswagen oder einen großen Packrucksack im Innenraum zu verstauen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Befestigungsschlaufen im Innenraum zur Sicherung von Gepäck. Für größeres Gepäck verwenden wir 3m lange Spanngurte mit Klemmschloss und Gummiüberzug*, womit sich das sperrige Gepäck am Boden sehr gut befestigen lässt. Für kleines Gepäck (z.B. für die Befestigung von Itiwit Gepäck Kanister*) liegen dem Kanu bereits zwei Spannriemen dabei. 

Befestigung des Gepäcks am Boden
Kein Gepäcknetz dafür kleine Gepäckfächer am Bug und Heck
Weiteres Aufbewahrungsfach unterhalb der Netztasche

Außerdem gibt es Verstaumöglichkeiten auf und unter der Spritzdecke am Bug und Heck, um kleine Utensilien (z.B. Riegel, Sonnencreme, kleines Handtuch, etc.), die auf dem Wasser schnell griffbereit sein sollen, zu verstauen. Wertsachen sollten dort jedoch nicht verstaut werden, da die Taschen nicht komplett verschließbar sind. Schade dass es im Bug und Heck keinen einzigen D-Ring zur sicheren Befestigung eines kleinen Trockensacks gibt.

Abbau des Itiwit Kanus

Auch wenn sich das Material trocken wischen lässt, so sind die Tragegriffe und die Gepäckschlaufen im Innenraum nach einer längeren Tour mit vielen Ein- und Aussteigen (z.B. bei Umtragungen oder Pausen) durchnässt und müssen an der Luft abtrocknen. Wer mit dem Kanu Stromschnellen oder Sohlrampen durchfahren hat, kann auch Nässe im Innenraum haben. Denn oben an den Enden es Bootes, wo die Tragegriffe angebracht sind, ist es nicht komplett abgedichtet. Wer hingegen ruhige Fluss- oder Seetouren macht und nicht an einem steilen Ufer einsetzen muss, wird kein Wassereintritt im Bereich der Tragegriffe erwarten müssen.

Außerdem sind die Tragegriffe und der helle Innenraum recht dreckanfällig. Das Drop-Stitch Material lässt sehr leicht von Dreck befreien. Bei den Tragegriffen und den geriffelten Trittflächen im Innenraum bleiben dreckige Verfärbungen bestehen (Ein sauber Schrubben mit Seife oder Spülmittel haben wir noch nicht probiert).

Feuchtigkeit unter den Spritzdecken
Tragegriff am Bug
Nicht alles lässt sich im Innenraum leicht trocken und sauber wischen

Das Kanu muss für den Abbau genau wie in der Anleitung beschrieben zusammengefaltet und die restliche Luft aus den Luftkammern rausgedrückt oder im Idealfall mit der richtigen Luftpumpe (z.B. Itiwit Hochdruckpumpe*) abgepumpt werden, weil das Kanu sonst nicht die Transporttasche passt. Markierungen auf der Bootshaut „Fold here“ helfen dabei, das Boot an der richtigen Stelle zu falten. Am besten faltet man es zu zweit. Alleine bedarf es noch mehr Geduld und Übung, um es wieder in die Tasche zu bekommen.

Zusammenfalten des Kanus
Zusammengefaltetes Kanu in der Transporttasche

Stärken und Schwächen des Itiwit Kanus von Decathlon

Klassische Schlauchkanus haben den Nachteil des geringeren Platzangebots. Faltkanus erfordern einen deutlich längeren Aufbau. Festrumpfkanus benötigen ausreichend Platz Zuhause für die Lagerung und können nicht im ÖPNV transportiert werden. Diese Nachteile gibt es beim Itiwit Kanu nicht mehr, was die größte Stärke des Itiwit Kanus ist. Es ist ohne großen Aufwand transportierbar, schnell aufgebaut und bietet einen geräumigen Innenraum.

Die Fahreigenschaften sind gut, reichen aber nicht an die eines Festrumpf- oder Faltkanus heran. Das Kanu ist mit der mitgelieferten Transporttasche mit Rollfunktion noch gut transportabel, aber dennoch mit 32 kg schwer für ein portables Boot. Für längere Transportwege und Umtragungen auf Flusstouren empfehlen wir die Verwendung eines Kanuwagens. Schade ist auch, dass sich keine dritte Sitzbank optional montieren lässt. So ist eine Nutzung des Kanus mit drei Erwachsenen ausgeschlossen. 

Ein gelungenes Drop-Stitch Kanu für mehrtägige Touren zu zweit oder Familienausflüge

Das hat uns gefallen

+ sehr schneller und einfacher Aufbau + gute Verarbeitung + sehr geräumiger Innenraum + Sitzbank für Kinder inklusive + viele Befestigungsschlaufen im Innenraum für die Sicherung von Gepäck + gute Laufeigenschaften für ein Schlauchkanu + kleine Gepäckfächer am Bug und Heck + Tasche mit Rollfunktion inklusive + hochwertige Sitzbänke + gutes Preis-Leistungs-Verhältnis + Unterboden sowie Bug und Heck zusätzlich verstärkt

Das hat uns weniger gefallen

Schaumpolster der Sitzbretter haben nur eine geringe Auswirkung auf den Sitzkomfort - Sitzbretter werde nur eingehängt und sind somit nicht vor Verlust gesichert - schmutzanfälliger Innenraum - unkomfortabler Transport trotz Rolltasche - Zusammenpacken erfordert eine Luftpumpe mit Abpumpfunktion sowie etwas Übung - nicht als 3-Personen Kanu ausgelegt obwohl das Kanu groß genug wäre (da keine Möglichkeit zur Befestigung einer 3. Sitzbank und Begrenzung der Zuladung auf 250 kg)

Auf einer mehrtägigen Campingtour mit dem Itiwit Kanu x500

Fazit zum Itiwit Kanu x500

Decathlon ist mit dem Itiwit Kanu x500 ein schönes Kanu für Familienausflüge und mehrtägige Kanutouren mit Camping gelungen. Es bietet sehr viel Platz im Innenraum. Einfach alles reinladen, ohne Tetris spielen zu müssen. Großes Gepäck lässt sich gut im Innenraum befestigen, ohne dass es den Paddlern stört. So steht einem Familienausflug oder mehrtägigen Campingtrip nichts mehr im Weg. 

Wirklich schade ist, dass sich das Kanu nicht mit einer optionalen dritten Sitzbank in der Mitte ausstatten lässt. Gegebenenfalls lässt es die Konstruktion des Kanus auch gar nicht zu in der breitesten instabilsten Stelle eine Sitzbank für eine weitere Person einzuhängen. Die Sitzbank müsste fast ein Meter breit sein. Darüber hinaus wäre mit drei Erwachsenen und Gepäck die Zuladungsgrenze von 250 kg schnell erreicht.

Wer mit Kindern paddelt, wird sich jedoch über die niedrige Sitzbank in Form einer weiteren Luftkammer umso mehr freuen, die im Boot fest integriert ist. Die Kinder sitzen deutlich sicherer im Boot als auf einer eingehängten Sitzbank. Für Familien, die gerne mit einem Kanu unterwegs sein möchten, ist das Itiwit Kanu x500 somit eine gute Wahl. Dank des schnellen Aufbaus ist man sehr schnell auf dem Wasser, das Kanu nimmt Zuhause kaum Platz für die Lagerung weg und es gibt trotzdem genügend Platz für die Eltern und Gepäck.

Wer die mittlere Sitzbank nicht benötigt, kann sie unaufgepumpt lassen und dort ungehindert Gepäck verstauen. Für eintägige Touren zu zweit würden wir persönlich jedoch ein klassisches Schlauchkanu verwenden, die kompakter und teilweise günstiger sowie je nach Modell noch robuster sind.

Alle getesteten Boote im Überblick!

Geeignetes Zubehör

Im Lieferumfang des Bootes ist folgendes Zubehör enthalten:
  • Transporttasche
  • Reparaturmaterial
  • Kompressionsgurt
  • 2 kleine Spanngurte
Zusätzlich empfehlen wir folgendes Zubehör:
  • Luftpumpe: Itiwit Hochdruckpumpe 20 PSI* (solide Verarbeitung, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, inkl. mehrerer Ventiladapter, mit integriertem Luftdruckmesser, Single- and Double-Action Modus für ein schnelles und komfortables Aufpumpen, Deflate-Funktion fürs Abpumpen um das Kanu nach der Tour besser in die Rolltasche zu bekommen).
  • Schwimmweste: Itiwit Wairo Hydra 50N* (kompakte aufblasbare Schwimmweste, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, für max. Brustumfang von 100 cm bei Größe XL, mehr Details in unserem Testbericht). Alternativ Itiwit Pocket BA 50N* für Paddler mit größerem Brustumfang (mehr Details in unserem Testbericht). Sehr gerne verwenden wir auf unseren Touren auch die NRS Oso* (sehr bequemer Sitz und einstellbar, sehr hochwertige Verarbeitung, reflektierende Elemente, Vorrichtung um Flussmesser anzustecken).
  • Bootswagen: Wer mit den Öffentlichen unterwegs ist oder mit dem Boot noch einiges an Fußweg zurückzulegen hat, sollte einen Kanuwagen in Erwägung ziehen. Auch für Umtragungen auf Flusstouren empfehlen wir einen Bootswagen, z.B. Eckla Beach Rolly* oder ExtaSea Beach Transportwagen*.
  • Spanngurte: Zur Befestigung von größerem Gepäck (z.B. Gumotex Rucksack 135 Liter oder des Bootswagen) im Innenraum des Kanus empfehlen wir mind. 3m lange Spanngurte (z.B. Connext 3 m Spanngurt* oder Itiwit Transportgurte 4,5 m*)
  • Dry Bag: Für die Aufbewahrung von Gegenständen, die nicht nass werden sollen (z.B. Campingausrüstung, Wechselkleidung, Elektronik, …) empfehlen wir für Tagestouren den wasserdichten 30 L*, 40 L* oder 60 L* Itiwit Packsack (gute Verarbeitung, mit Rucksackgurten, robustes Material). Für Mehrtagestouren empfehlen wir den wasserdichten Gumotex Rucksack 135 L* (Platz für sperrige Campingausrüstung, gute Verarbeitung, mit gepolsterten Rucksackgurten, mit Außentasche für kleine Utensilien). Für kleine Utensilien bzw. Wertgegenstände empfehlen wir einen wasserdichten 5 L Itiwit Packsack* oder einen wasserdichten 5 L Kanister*.
  • Sitzkissen: Für Touren über mehrere Stunden ohne große Pausen empfehlen wir ein Sitzkissen für die Sitzbänke aus Holz für einen deutlich besseren Sitzkomfort (z.B. Bergbruder* oder Sea To Summit Sitzkissen*).

Alternativen zum Itiwit Kanu x500

Das Itiwit Kanu x500 ist ohne Frage ein gelungenes Drop-Stitch Kanu. Dennoch möchten wir dir eine Reihe von portablen Kanus vorstellen, die ebenfalls interessant sein könnten. Je nach Einsatzzweck könnten diese sogar die bessere Wahl für dich sein.

Gumotex Palava

Für Tagestouren auf Flüssen und gelegentliche Touren auf Seen ist das Gumotex Palava eine echte Alternative. Das Palava hat ein sehr robustes Material aus einer Gummibeschichtung und kann Grundberührungen deutlich einfacher wegstecken. Außerdem gibt es die Möglichkeit die Positionen der Sitzbretter zu variieren und eine dritte Sitzbank zu befestigen. Mit 17,5 kg ist es zudem deutlich leichter und kostet aktuell weniger als das Itiwit Kanu. 

Anfibio Omega C2

Noch kompakter und leichter geht es mit dem Anfibio Omega C2. Das Anfibio Kanu ist ein Packraft, welches du aufgrund des geringen Packmaßes und Gewichts sogar in einem Wanderrucksack transportieren kannst. Für bessere Laufeigenschaften lässt es sich mit einem einlegbaren Boden und zwei Finnen ausstatten. Die Sitze lassen sich vollständig variabel positionieren und sogar umkonfigurieren, sodass es sich auch als Kajak mit Doppelpaddel paddeln lässt. 

Gumotex Scout

Wer ab und zu gerne zu dritt paddeln möchte, für den könnte das Gumotex Scout eine Option sein. Mit einer Zuladungsgrenze von 450 kg ist es ein richtiger Lastenesel. Es bietet im Vergleich zum Anfibio Omega C2 und Gumotex Palava deutlich mehr Platz. Zu zweit sind auch mehrtägige Campingtouren ohne Probleme möglich. 

ONAK-X Duo

Das ONAK X-Duo ist ein Faltkanu, welches dank Origami Falttechnik nach dem zweiten oder dritten Mal sehr schnell aufgebaut ist. Es wiegt nicht einmal die Hälfte vom Itiwit Kanu. Zusammengefaltet können Räder anmontiert werden, sodass das Boot im Form eines Rollkoffers sehr komfortabel transportiert werden kann. Die Laufeigenschaften sind neben eines Ally Kanus die besten eines portablen Kanus, welches wir gepaddelt sind. Wir empfehlen die optionalen Sitzbretter anstatt die mitgelieferten Sitzkissen zu verwenden.

Itiwit x100+ 4-Sitzer

Deutlich günstiger und dennoch mit der Familie auf dem Wasser ist mit dem Itiwit x100+ 4-Sitzer möglich. Es ist ein aufblasbares Schlauchkajak mit einlegbarem Drop-Stitch Boden, welches mit Doppelpaddel gepaddelt wird. Es bietet weniger Platz im Innenraum, dafür ist es deutlich kompakter und kippstabiler. Wir sind den 4-Sitzer noch nicht gepaddelt, dafür aber den 3-Sitzer, dessen Testbericht wir an dieser Stelle verlinken.

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