Aqua Marina Steam 412 Test

Das Aqua Marina Steam 412 ist ein offenes Schlauchkajak mit einlegbarem Drop-Stitch Boden. Hierbei handelt es sich um die Neuauflage des Aqua Marina Steam 412 aus dem Jahr 2022. Im Vergleich zum Vorgänger hat sich nicht nur die Farbgebung sondern auch die Breite, Zuladungsgrenze, Spritzdecken und vieles weiteres geändert. Der Hersteller spricht sogar von verbesserten Laufeigenschaften. 

Für ein 2-Personen Drop-Stitch Kajak im gehobenen Einstiegssegement hat es eine ordentliche Länge von über 4m, besitzt für beide Paddler eine Fußstütze und zwei große Finnen. Das sind alles Aspekte, die für gute Laufeigenschaften sprechen sollten. Neben den Laufeigenschaften sind auch Platzangebot und Sitzkomfort ausschlaggebend. In dem Test interessiert uns, ob das aufblasbare Kajak mehr als nur ein Einsteigerboot ist, also ob man damit auch im Sommer längere Touren paddeln kann und ob es bei Einsteigern mit höheren Ansprüchen Gefallen finden würde.

aqua marina steam produktfoto

Produktdaten

Max. Personenanzahl:
Länge:
Breite:
Max. Zuladung:
Packmaß:
Material:
Hersteller:
Gewicht:
Produktionsland:
Luftdruck:

2
412 cm
90 cm
180 kg
70 x 46 x 38 cm
PVC, Polyester
Aqua Marina
15,5 kg
China
0,1 bar (Seiten)
0,3 bar (Boden)

Welches Modell wurde getestet?

Aqua Marina Steam 412 aus dem Jahr 2022

Wie ist der Test entstanden?

Das Aqua Marina Steam 412 wurde uns auf Leihbasis von Arts-Outdoors, einem Fachgeschäft und Online Shop für Outdoor Ausrüstung, zur Verfügung gestellt. Unser Testbericht ist unabhängig vom Hersteller oder Shop und spiegelt unsere eigene Meinung zum Boot wieder.

Wie intensiv wurde es getestet?

angetestet

sehr intensiv
1 Balken = 1-3 km gepaddelt (angetestet)
2 Balken = mind. 1 Tages-/ 2 Halbtagestouren
3 Balken = mind. 4 Touren
4 Balken = mind. 8 Touren
5 Balken = mind. 12 Touren (sehr intensiv)

Wo wurde es getestet?

Wildwasser

Ruhige Flüsse

Seen

Inhaltsverzeichnis

Ersteindruck und Aufbau

Mit im Lieferumfang gibt es eine kompakte Lufpumpe mit integriertem Manometer, ein 10 Liter Trockensack, zwei große Richtungsfinnen, Reparaturmaterial, einen Wasserabweiser fürs Bug, ein Ventilschlüssel sowie einen soliden Transportrucksack. 

Insgesamt wiegt das Kajak mit Zubehör 15,5 kg und lässt im mitgelieferten Transportrucksack gut transportieren. Der Rucksack besitzt gepolsterte Schulterriemen, einen einfachen Brust- und Hüftgurt sowie eine große Netztasche an der Seite für Paddel oder anderes Zubehör. Der sehr einfache Hüftgurt ist aus unserer Sicht überflüssig, da dieser nur ein schmaler Riemen ist und der Klickverschluss unangenehm drückt. Auch ohne Verwendung des Hüft- oder Brustgurts lässt sich das Kajak sehr angenehm im mitgelieferten Rucksack tragen. Die Seitennetztasche ist schön groß dimensioniert, sodass zwei Doppelpaddel ohne Quetschen Platz finden. 

Wer das Kajak gut verpackt, bekommt mühelos die Luftpumpe und optional zwei Schwimmwesten in den Rucksack untergebracht. Der Rucksack könnte insgesamt vom Material etwas robuster sein. Nach der zweiten Tour war schon ein kleines Loch im Gewebe, was jedoch auf langer Sicht nicht ausbleibt. Das Vorgängermodell kam nur in einer einfachen Tragetasche, sodass alleine schon der passgenaue Transportrucksack ein richtig gutes Upgrade darstellt. 

Transportrucksack des Aqua Marina Steams

Für den Aufbau des Kajaks beginnen wir zuerst damit, den Drop-Stitch Boden ins Boot einzulegen. Der Drop-Stitch Boden ist recht schmal und besitzt zwei Aussparungen an beiden Seiten. Die Aussparungen sind eine gute Orientierung, ob der Drop-Stitch Boden im Boot richtig positioniert ist. Die Aussparungen sind dafür da, damit die Lenzöffnungen freiliegen. Auf See- und ruhigen Flusstouren bleiben die Lenzöffnungen jedoch geschlossen.

Der Drop-Stitch Boden ist einlegbar
Der Boden wird vor dem Aufpumpen eingelegt
Boot mit eingelegtem Drop-Stitch Boden

Was ist Drop-Stitch?
Bei der Drop-Stitch Technologie sind die obere und untere Innenwand der Luftkammer zusätzlich mit Textilfäden verworben. Erst dadurch ist ein deutlich höherer Luftdruck möglich, als bei Luftkammern ohne die verworbenen Fäden. Die Luftkammer erreicht somit eine sehr hohe Formstabilität und Steifigkeit. Die Drop-Stitch Technologie ist bei SUP Boards (Stand Paddling Boards) sehr verbreitet, und findet bei Schlauchkajaks immer mehr Verwendung. Erfahre mehr dazu in unserem Artikel Drop-Stitch Kajaks.

Uns fällt auf, dass an einigen Stellen der Drop-Stitch nicht sauber verklebt ist. Kleine unschöne Stellen, wo nicht sauber verklebt wurde, hat man bei China-Booten des Öfteren und sind funktional nicht kritisch. Dennoch sind diese Stellen bei unserem Testmodell deutlich mehr, als was wir kennen. Auch wenn es funktional keine Auswirkungen haben sollte, ist sowas für ein neues Produkt sehr schade. Am Ende sind es mehrere hundert Euros, die man ausgibt. 

Geschlossene Lenzöffnungen im Boden
Unsaubere Verarbeitung am Drop-Stitch Boden

Nun können die Seitenkammern aufgepumpt werden. Die Ventile sind Sprungfederventile. Beim Aufpumpen muss der Stift rausstehen. Dann kann der Ventiladapter der Luftpumpe aufgeschraubt werden. Die Luftkammer ist schnell aufgepumpt, da sie nur 0,1 bar benötigt und im Vergleich zu anderen Schlauchbooten einen geringeren Durchmesser hat.

Nach dem Aufpumpen der beiden Seitenkammern folgt die Drop-Stich Luftkammer. Auch diese ist schnell aufgepumpt. Der Drop-Stich wird bis auf 0,3 bar aufgepumpt, was sehr wenig für eine Drop-Stitch Luftkammer ist. 

Obwohl beim Aufpumpen (insbesondere beim Hochziehen des Kolbens der Luftpumpe) ein wenig Luft aus der Pumpe entweicht und die Doppelhubpumpe recht klein ist, ging das Aufpumpen sehr schnell und einfach.

Aufpumpen des Kajaks. Die Luftpumpe ist inklusive.
Manometer zur Messung des Luftdrucks
Insgesamt gibt es 3 Sprungfederventile

Zugegeben ist der Luftdruck der Luftkammern für ein aufblasbares Kajak mit einlegbarem Drop-Stitch Boden geringer als der Durchschnitt. Das günstigere Itiwit x100+ verträgt sogar 0,2 bar in den Seitenkammern und 0,35 bar im Drop-Stitch Boden. Der geringere Luftdruck beim Aqua Marina Steam, insbesondere der Luftdruck in den Seitenkammern, macht einen spürbaren Unterschied auf die Formstabilität und Steifigkeit des Kajaks.Im Vergleich zum Drop-Stitch Boden weist der Rest des Bootsrumpfes mit seinen Seitenkammern eine sehr gute Verarbeitung auf.

Wasserabweiser, welches die Spritzdecke des Bugs aufspannt

Für einen zusätzlichen Schutz vor Wellen, die sonst von Vorne ins Boot schwappen würden, kann die vordere Spritzdecke mit einem Plastikteil als eine Art Wellen-/Wasserabweiser aufgespannt werden. Falls dann eine Welle aufs Bug kommt, läuft das Wasser nicht in den Innenraum sondern seitlich wieder ab.

Manometer zur Messung des Luftdrucks
Insgesamt gibt es 3 Sprungfederventile

Anschließend werden die Sitze ins Boot eingesetzt. Dafür werden die Sitzflächen mittels Klettverschluss am Boden fixiert. Die Rückenlehne wird mit vier Karabinern an D-Ringen an den Seitenwänden befestigt. Die D-Ringe machen einen hochwertigen Eindruck und sind doppelt verstärkt an der Seitenkammer angebracht. Der Vorteil der Karabiner ist, dass du bei der nächsten Tour nicht nochmal die Gurte einstellen musst.

Die oberen Riemen der Rückenlehne werden vor dem Sitz an den Seitenwänden und die unteren Riemen werden hinter dem Sitz an den Seitenwänden befestigt. So kann die Rückenlehne weder nach vorne noch nach hinten klappen. Über die oberen Riemen lässt sich außerdem die individuelle Position der Rückenlehne nachjustieren. 

Die Fußstützen sind bereits im Innenraum montiert. Wir sitzen probe und uns (1,89 und 1,86m) fällt gleich auf, dass für uns der Abstand zwischen Sitz und Fußstütze auf beiden Plätzen deutlich zu gering ist. Beide Fußstützen haben zwei Positionen, wobei die Fußstützen bereits an den äußeren Laschen angebracht sind. Wir könnten also nur noch die Fußstützen näher an uns heranbringen, was uns nicht weiterhilft.

Maximale Beinfreiheit mit Fußstütze (vorne)
Maximale Beinfreiheit mit Fußstütze (hinten)
Ausbau der Fußstütze

Also platzieren wir beide Sitze deutlich weiter nach hinten im Boot, um mehr Platz zu schaffen, denn hinter dem zweiten Sitz ist noch ausreichend Platz. Das Problem ist jedoch jetzt, dass die oberen Riemen der Rückenlehnen nicht lang genug sind. Wir haben nochmal die Bedienungsanleitung überprüft, ob wir die Sitze richtig eingebaut haben. Auch haben die Riemen beider Sitze die gleichen Länge, sodass auch diese nicht vertauscht worden sind. Würden wir die unteren Riemen der Rückenlehne (die tatsächlich etwas länger sind) vorne befestigen, würde die Rückenlehne kaum noch Halt geben. 

Das ist an sich ärgerlich. Ein paar weitere Befestigungsschlaufen am Boden für die Fußstütze und längere Riemen an der Rückenlehne hätten das Problem gelöst. Vermutlich wurde das Kajak für Märkte konzipiert, wo die Menschen deutlich kleiner sind. Wir entscheiden uns also kurzerhand die Fußstützen nicht zu verwenden und bauen sie aus. 

Hinten an der Rückenlehne der Sitze gibt es jeweils eine kleine Tasche sowie zwei Netztaschen in Form eines Getränkehalters, was sehr praktisch für eine gemütliche Tour im Sommer ist.

Getränkehalter und kleine Tasche an der Rückenlehne

Danach montieren wir die beiden Finnen am Boden des Kajaks, die für einen besseren Geradeauslauf sorgen sollen. Montiere erst die Finnen am Boot, wenn du mit den Sitzen und Fußstützen fertig bist. 

Anstecken der Richtungsfinne

Auf dem Foto ist ersichtlich wie schmal der Drop-Stitch Boden ist. Außerdem ist erkennbar, dass das Kajak einen starken Kielsprung hat. Darüber hinaus sind sowohl am Bug und Heck mit Kunststoffkappen versehen, die das Kajak bei Kollisionen besser schützen sollen.

Unterschiff des Aqua Marina Steam 412

Wer Gepäck verstauen möchte, kann einen größeren Ruck- oder Packsack mit dem Gepäcknetz am Heck befestigen, ohne dass dieser im Innenraum Platz wegnimmt oder stört. Unser 45 Liter Ortlieb Atrack* hatte ohne Probleme auf dem Heck Platz gefunden. Darüber hinaus gibt es noch die Möglichkeit hinter dem hinteren Sitz einen Pack- oder Rucksack mittlerer Größe und vorne im Bug einen kleinen Packsack (z.B. den mitgelieferten 10 Liter Packsack) zu verstauen.

Gepäckverstauung
10 Liter Packsack (im Lieferumfang)

Des weiteren hat das Aqua Marina Steam 412 insgesamt 4 Tragegriffe, jeweils einen am Bug und Heck sowie mittig an den Seitenschläuchen. Das ermöglicht einem das Kajak sowohl alleine als auch zu zweit zu Wasser zu tragen.

Das Aqua Marina Steam 412 lässt sich zu zweit
… und auch alleine gut zu Wasser transportieren

Erfahrungen auf dem Wasser

Der Einstieg ist leicht und gestaltet sich aufgrund des festen Drop-Stitch Bodens, auch wenn es „nur“ 0,3 bar sind, als angenehm und trittsicher. Die zwei Finnen sorgen jedoch dafür, dass das Boot quer zum Ufer gestellt werden muss. Mit dem Bug zum Ufer funktioniert es weniger gut, da man sonst mit der vorderen Finne hängen bleiben würde. Auch beim Anlanden am Ufer solltest du im Hinterkopf haben, nicht mit dem Kajak direkt aufs Ufer zu fahren, da du sonst unschön aufsetzt. Stelle lieber das Kajak kurz vor dem Anlanden quer und steige dann aus. Alternativ könnte man die vordere Finne weglassen. Uns interessieren aber die Fahreigenschaften mit den zwei Finnen. 

Viel Beinfreiheit gibt es für große Personen nicht

Unsere erste Tour mit dem Aqua Marina Steam findet an einem bewölkten und leicht verregneten Tag auf dem Walchensee statt. Nach kurzer Zeit sind wir von den Fahreigenschaften positiv überrascht. Obwohl das Kajak einen hohen Kielsprung hat, läuft es für ein Kajak dieser Preisklasse gut. Wir haben das Gefühl, dass wir gut voran kommen. Geschwindigkeiten zwischen 5,7 und 6,2 km/h sind bei einem normalen Paddelschlag kein Problem. 

Außerdem gefällt uns der Geradeauslauf ziemlich gut. Das Kajak läuft deutlich besser geradeaus als erwartet. Wenn beide aufhören zu paddeln, driftet es nicht gleich ab. Es dauert eine Weile und driftet nur langsam ab. Hier machen sich die zwei großen Finnen bemerkbar. Trotz gutem Geradeauslauf ist auch die Wendigkeit auf dem See gut. Das Kajak lässt sich leicht und schnell manövrieren. In Sachen Fahreigenschaften bietet es mehr als ein Itiwit x100+ 2-Sitzer.

Paddeln auf dem Walchensee mit dem Aqua Marina Steam 412

Für den hinteren Paddler fehlt beim Paddeln die Fußstütze nicht, da er sich an der Rückenlehne des vorderen Sitzes gut abstützen kann, ohne ihn zu stören. Dennoch könnte es mehr Beinfreiheit sein. Große Personen (ich saß mit 1,89 cm hinten und hatte den Sitz soweit wie möglich nach hinten positioniert) müssen ihre Beine zu stark anwinkeln. Außer die vordere Person ist kleiner, sodass der Vordersitz weiter nach Vorne positioniert werden kann.

Für den vorderen Paddler wäre auf einer längeren Tour eine Fußstütze durchaus ein nettes Feature, zumal man beim Kauf des Kajaks damit rechnet, eine Fußstütze nutzen zu können. Das funktioniert nur, wenn man kleiner ist. Wenn beide Paddler vielleicht nur 1,60 m sind, könnte es wohlmöglich funktionieren. Natürlich hängt es am Ende primär von der Sitzlänge und nicht von der Körpergröße ab. Falls euch das Nutzen einer Fußstütze wichtig ist, sitzt Zuhause probe, bevor ihr aufs Wasser geht. Für kleine gemütliche Paddeltouren (mit 2-3h Paddelanteil) kann man jedoch auf eine Fußstütze getrost verzichten, zumal die Fußstütze auch nur eine Art Stemmbügel ist. 

Obwohl wir nur kleine Wellen auf dem See hatten, kam doch mal die eine oder andere Welle vorne seitlich ins Boot rein.  Was auffällt ist, dass die Seitenwände recht niedrig sind. Wohlmöglich ist es ein möglicher Grund, warum die eine oder andere kleine Welle schneller in den Innenraum hineinschwappte. Zum Glück sammelt sich das Wasser im Boot unter dem Drop-Stitch Boden und in den Aussparungen, wo sich die Lenzöffnungen befinden. So hat man kein Wasser direkt im Boot stehen. Darüber hinaus sind die Sitzkissen dick genug, sodass man mit dem Gesäß nicht gleich im Nassen sitzen würde. Auch bleiben die Sitze an ihrer Stelle und rutschen nicht weg. Insgesamt bieten die Sitze einen guten Sitzkomfort, vor allem gibt die Rückenlehne einen guten Halt beim Paddeln.

Mit dem Aqua Marina Steam 412 auf der Pegnitz
Weiche Seitenschläuche
Bei Umtragungen macht sich der niedrige Luftdruck bemerkbar

Auf einer Flusstour auf der Pegnitz hat uns die Kippstabilität des Kajaks überzeugt. Es ist zwar nicht so kippstabil wie das Itiwit x100+, aber dennoch bietet es eine ausreichend hohe Kippstabilität, sodass sich auch Anfänger im Aqua Marina Steam wohlfühlen.

Aufgefallen ist uns besonders die geringe Steifigkeit des Kajaks. Wenn man sich auf den Seitenschläuchen abstützt, um sich richtig in den Sitz zu setzen, geben einerseits die Luftkammern ordentlich nach und andererseits drückt man das Boot etwas auseinander. Das kennt man nur von günstigeren Booten, aber nicht von Drop-Stitch Kajaks. Auch bei den Umtragungen hing das Kajak aufgrund des geringen Luftdruck durch. Das hat weitere Gründe: Zum einen nimmt der Luftdruck im kalten Wasser ab und zum anderen stand etwas Wasser im Boot, da einiges an Spritzwasser ins Boot kam. Bei einem Gumotex Boot mit ähnlichen Abmessungen (z.B. Gumotex Solar oder Gumotex Swing 2, beide mit 0,2 bar in den Seitenkammern und in der Bodenkammer) hatten wir nie die Problematik, dass bei einer Umtragung das Boot bis auf dem Boden durchhängt.

Schade ist, dass der schmale einlegbare Drop-Stitch Boden nicht mit dem eigentlichen Bootsrumpf befestigt ist (z.B. über zwei Riemen wie beim Itiwit x100+). So ist uns aufgefallen, dass bei einer Kenterung oder bei zu viel Wasser im Boot der Drop-Stitch Boden nach oben gedrückt und sich lösen kann.

Auf Flusstouren mit geringem Wasserstand, wo des öfteren unschöne Grundberührungen zu erwarten sind, sollte man die Finnen besser nicht anstecken. Sonst besteht die Gefahr, dass du mit dem Kajak öfters aufsetzt oder sogar hängen bleibst. Das ist auf der Pegnitztour mit dem Aqua Marina Steam passiert. Konsequenz ist, dass man aussteigen muss. Eine Finne ist beim Aqua Marina Steam sogar abgebrochen. Hier zeigt sich, dass die Finne aus einem zu unelastischem Kunststoff besteht.

Abgebrochene Finne

Mittlerweile lassen sich viele 2- Personen Schlauchkajaks so umkonfigurieren, sodass du das Kajak auch alleine sehr gut paddeln kannst. Aqua Marina gibt diese Option nicht an. Zurecht! Denn es gibt keine separaten Befestigungspunkte für die Fußstütze und den Sitz für die 1-Personen Konfiguration. Dennoch war es möglich, die Rückenlehne so zu befestigen, sodass sie beim Paddeln ausreichend Halt gibt. Hier fehlt uns dann definitiv eine Fußstütze. Auch wird der Kielsprung höher, die Wasserlinie kürzer und die Laufeigenschaften nehmen spürbar ab. Das Kajak ist dafür nicht ausgelegt, dennoch kann man damit eine gemütliche Runde drehen. Wir persönlich würden damit jedoch nicht länger als eine halbe Stunde oder maximal eine Stunde in dieser Konfiguration paddeln wollen (außer man lässt sich mit wenigen Paddelschlägen auf einem Fluss runtertreiben). 

Eine 1-Person Konifguration ist beim Steam 412 nicht vorgesehen
Dennoch lässt es sich auch für kleine Runden alleine paddeln

Das Aqua Marina Steam hat unter anderem deswegen den hohen Kielsprung und die vielen Lenzöffnungen , um es im Wildwasser besser nutzen zu können. Das Kajak wird sogar für den Einsatz bis zu Wildwasserstufe 3 beworben, um eventuell eine höhere Wertigkeit zu suggerieren!? Das Kajak hat dafür auf jedenfall eine ausreichend hohe Kippstabilität (jedoch geringer als im Vergleich zum Itiwit x100+), persönlich würden wir mit dem Kajak dennoch keine Wildwasserstufe 3 paddeln. Für Wildwasserstufe 3 benötigt es Schenkelgurte und vernünftige Fußstütze, wo nicht die Fersen sondern die Fußballen aufgelegt werden können. Eine Selbstlenzer-Funktion durch die zahlreichen Lenzöffnungen ist aus unserer Sicht noch kein Argument das Kajak im WW3 sicher nutzen zu können. Darüber hinaus ist der schmale Drop-Stitch Bode nur im Boot eingelegt und nirgendswo befestigt. Bei einer Kenterung könnte sich dieser lösen. Zu guter Letzt sollte nicht vergessen werden, dass Wildwasser zur meisten Zeit eine sehr niedrige Wassertemperatur hat. Die Seitenkammern würden aufgrund der niedrigen Wassertemperatur noch weicher werden, sodass ein Nachpumpen notwendig ist.

Abbau des Bootes

Das Kajak ist genauso leicht und schnell abgebaut wie aufgebaut. Das Boot lässt sich einfach trocken wischen und wieder zusammenlegen. Es ging ohne Probleme alles wieder in den Transportrucksack rein. 

Wasser, welches im Innenraum des Bootes steht, lässt sehr einfach über die Ablassöffnung im Heck oder Bug entleeren. Falls die Sitze nass sind, müssen diese an der Luft getrocknet werden. 

Abtrocknen des Innenraums

Stärken und Schwächen

Am besten haben uns der einfache und schnelle Aufbau sowie die Laufeigenschaften gefallen. Die Laufeigenschaften sind nicht mit einem Itiwit x500, nortik scubi 1 XL oder Advanced Elements AdvancedFrame Convertible Elite verlgeichbar, dennoch sind sie für diese Preisklasse besser als erwartet. 

Enttäuscht hat uns die Positionierung der Sitze und Fußstützen. Außerdem hätten wir für ein Kajak in dieser Preisklasse eine höhere Steifigkeit erwartet, denn die Seitenkammern lassen nur 0,1 bar zu.

Paddeln auf der Isar mit dem Aqua Marina Steam 412

Das hat uns gefallen

+ gute Fahreigenschaften (gute Geschwindigkeit, schöner Geradeauslauf in dieser Preisklasse, gute Wendigkeit) + trittsicher beim Einstieg aufgrund des einlegbaren Drop-Stitch Bodens + kompakte Luftpumpe mit integriertem Manometer inklusive + sehr schneller und einfacher Auf-/Abbau + gute Sitze + zahlreiche Tragegriffe und Gepäcknetz mit Kordel zum Festzurren von Gepäck + guter Transportrucksack inklusive + gut verarbeiteter Bootsrumpf + Bug und Heck zusätzlich geschützt

Das hat uns weniger gefallen

- Geringe Stetigkeit (u.a. wegen Seitenkammer nur bis 0,1 bar und schmalem Drop-Stitch Boden) - Sitze nur begrenzt im Boot positionierbar (somit wenig Beinfreiheit für große Paddler) - Trotz Spritzschutzblende geringer Spritwasserschutz wegen niedriger Seitenwände - Fußstützen nur für kleine Personen nutzbar - Drop-Stitch Boden teilweise unsauber verklebt - Sitze müssen separat trocknen und können nicht einfach trocken gewischt werden - als 1-Personen Kajak wenig zu gebrauchen - Richtungsfinnen brechen leicht bei intensiven Grundberührungen - als Wildwasserkajak (bis Stufe 3 wie angegeben) aus unserer Sicht ungeeignet (keinen vernünftigen Halt über Fußstützen und Schenkelgurte, einlegbarer Drop-Stitch Boden ist nicht mit dem Bootsrumpf befestigt, ...) - Verschlusskappen der Lenzöffnungen sind sehr leichtgängig und können bei Umtragungen schnell aufgehen

Aqua Marina Steam 412 am Walchensee

Fazit zum Boot

Mit dem hohen Kielsprung und den Lenzöffnungen sowie der längeren Bauform und den zwei großen Finnen wollte Aqua Marina mit dem Steam 412 einen richtigen Allrounder auf den Markt bringen, der sowohl fürs Wildwasser als auch für Seen und ruhige Flüsse genutzt werden kann. Die Fahreigenschaften des Kajaks haben uns für diese Preisklasse im ruhigen Gewässer überzeugt. Im Wildwasser würden wir das Kajak trotz Lenzmöglichkeit nur bis Widlwassertufe 1 verwenden. Ein Allrounder in Sachen Sitzkonfiguration (also als 1er Kajak umkonfigurierbar) ist es leider nicht, da hierfür die separaten Befestigungspunkte für Sitz und Fußstütze im Boote fehlen.

Was uns auch enttäuscht hat, ist die Positionierung der Sitze und Fußstützen in der 2-Personen Konfiguration, wofür das Kajak tatsächlich gedacht ist. Die Fußstützen lassen sich nicht weit genug nach vorne positionieren und die Riemen der Rückenlehne sind zu kurz, um die Sitze weit genug nach hinten zu platzieren. So bleibt die Nutzung der Fußstütze nur kleineren Personen vorbehalten. Das ist eigentlich schade, weil Platz für zwei große Erwachsene gäbe es genug im Schlauchkajak. Wer nur kleine gemütliche Touren unternehmen möchte, dem wird das Fehlen einer Fußstütze nicht stören. Wer hingegen ausgedehnte Tagestouren plant, sollte diesen Aspekt nicht vernachlässigen.

Außerdem hätten wir von einem Kajak mit einem einlegbarem Drop-Stitch Boden eine höhere Stetigkeit insgesamt erwartet. Die Seitenkammern sind mit 0,1 bar recht weich. Da macht sogar ein Kajak (z.B. Itiwit Touring) mit 0,1 bar und Polyesterhülle einen insgesamt formstabileren Eindruck. Der Bootskörper ist insgesamt sauber verarbeitet und verklebt. An einigen Stellen des Drop-Stitch Bodens konnten wir jedoch ein paar unsaubere Verklebungen feststellen. 

Alle getesteten Boote im Überblick!

Geeignetes Zubehör

Im Lieferumfang des Bootes ist folgendes Zubehör enthalten:
  • Transportrucksack
  • Reparaturmaterial
  • Ventilschlüssel
  • 2 Finnen
  • 10 Liter Trockensack
  • Doppelhubpumpe mit Manometer

Zusätzlich empfehlen wir folgendes Zubehör:

  • Doppelpaddel: Itiwit Doppelpaddel 2-teilig* (sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, Drehwinkel und Länge zwischen 225 – 235 cm einstellbar, aufgrund der hohen Breite des Kajaks empfehlen wir das 230 cm lange Doppelpaddel statt das 215 cm lange Paddel). Alternativ empfehlen wir das ExtaSea Tour Vario 230-240 cm 4-teilig*, wer ein kompaktes also 4-teiliges Doppelpaddel sucht (noch bessere Haptik und besseres Handling als das Itiwit Paddel). Es gibt auch das Itiwit Doppelpaddel 4-teilig*, welches wir jedoch nicht empfehlen können (zu wackelig, schlechte Haptik, keine Tropfringe)
  • Schwimmweste: Itiwit BA 50N+ * (gute Schwimmweste für Einsteiger, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, mehr Details in unserem Testbericht)

Alternativen zum Boot

Itiwit x100+ 2-Sitzer

Deutlich günstiger und ein Kajak für gemütliche Touren ist der Itiwit x100+ 2-Sitzer. Es ist langsamer als das Aqua Marina Steam, ist dafür noch kippstabiler und formstabiler. Obwohl das Itiwit Kajak kürzer ist, bietet es aufgrund seiner Breite und flexibleren Sitzpositionierung mehr Platz im Innenraum. Darüber hinaus lässt sich das Kajak auch als 1er Kajak umkonfigurieren.

 

Itiwit x100+ 3-Sitzer

Das Itiwit x100+ gibt es auch als 3-Sitzer und hat die gleiche Länge wie das Aqua Marina Steam 412. Es lässt sich sogar mit 3 Personen paddeln und ist somit das ideale Freizeitboot für kleine Familien. Es kann auch sehr gut zu zweit gepaddelt werden und bietet deutlich mehr Platz im Innenraum als das Aqua Marina Steam 412. Aufgrund seiner Breite kann es jedoch mit den Fahreigenschaften des Aqua Marina Steam nicht mithalten.

Gumotex Solar

Wer keine Kompromisse in Sachen Laufeigenschaften, Sitzkonfiguration, Verarbeitung und Bootshaut eingehen möchte, sollte sich das Gumotex Solar genauer anschauen. Es kostet doppelt soviel wie das Aqua Marina Steam, bietet aber eine Verarbeitung und Bootshaut, die den Preis aus unserer Sicht definitiv rechtfertigt. Obwohl das Gumotex Solar keinen Drop-Stitch Boden besitzt, läuft es richtig gut auf dem Wasser. Das 2-Personen Schlauchkajak lässt sich sogar mit einem 3. optionalen Sitz ausstatten. Wer auch mal gerne alleine paddeln möchte, erhält mit dem Gumotex Solar ein sehr gutes 1er Kajak.

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Der Beitrag hat 9 Kommentare

  1. Vielen Dank für Euren aussagekräftigen Bericht!
    Er war letztlich ausschlaggebend, dass ich mich anderweitig entschieden habe (gleiches gilt auch für das Itiwit X100), der Luftdruck erschien mir letzlich zu niedrig.
    Ich möchte Euch das Boot meiner Wahl als zukünftiges Testobjekt nahe legen: das Zray Tortuga 400.
    Vom Aufbau dem Steam sehr ähnlich hat es allerdings nur zwei mittige Lenzöffnungen (deren Sinn sich mir verschließt), ist aber für wesentlich höhere Drücke ausgelegt. Die Seitenkammern werden mit 0.3!! Bar befüllt, der Dropstitchboden mit 0,55 Bar! Die Sitze sind eine Besonderheit, die Sitzfläche ist mit 4cm dichtem Schaumstoff gepolstert, die Rückenlehne aus Dropstitchmaterial und wird je nach Vorliebe mit 02,2 bis 0,55 Bar befüllt.
    Preislich sehr interessant ist es als Komplettset mit Paddeln und Pumpe bereits für 399€ zu haben (449€ empf. VK). Beim Aldi war es wohl kurzzeitig in einer Premium Version für 379€ erhältlich. Im Unterschied zur „normalen“ 400er Version kommt dieses mit fünf Positionen für die Fußstützen des Vordermanns und hat eine weitere Sitzposition für den Betrieb als Einerkajak

    1. Hallo Markus,

      vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen! Das Zray Tortuga (gibt’s hier* zurzeit sogar günstiger als damals beim Aldi) ist uns auch schon aufgefallen und kann in der Tat für den einen oder anderen eine Alternative sein. Lediglich die Zuladungsgrenze von 155 kg ist im Vergleich zu vielen anderen 2 Personen Kajaks ziemlich niedrig und unter Umständen mit zwei Erwachsenen schnell erreicht.

      Beste Grüße
      Christian

      1. Die 155 kg würde ich nicht überbewerten. IIRC wurde ich auf das Tortuga erstmals in einem Französischen Forum aufmerksam, doert wurde es mit ca. 200kg beladen. Die aussagekräftigsten Rezensionen habe ich bei Amazon für die neueste Version (Zray Premium Kajak Set) gefunden, dort wird ua. von 180 kg und sogar 220 kG berichtet. Kritisch betrachtet wird dagegen der Hinweis, das Boot unterhalb von 15° C weder zu benutzen noch zu lagern. Lt (dem Importeur?) Lukadora könnten andernfalls die Klebestellen verspröden.
        Meine persönlichen negativen Kritikpunkte sind Paddel, Pumpe, Sitze! und Rucksack. In diesen Punkten ist das AM Steam m.E. weit überlegen.
        Ausschlaggebend für mich war der Betriebsdruck.
        Andererseits gibt es beim STeam dafür auch einen plausiblen Grund: WW3.
        Als ich mich erstmals für Luftboote interessierte -seinerzeit auss. Sevylor, habe ich Videos gesehen, wo von ganzen Gruppen diverse kleinere Wasserfälle bis zuca. 2 Bottslängen überwunden wurden. Während die Gumotex Boote deutlich eintauchten und ordendlich Wasser ins Boot schaufelten, fiel die Wassermenge bei den Sevylor (Hudson und Co.) deutlich geringer aus. Diese Booten tauchten nur sehr wenig ein, statt dessen knichten sie sozusagen mittig um ca. 80° ein um sich anschließend rechts schnell wieder zu stabilisieren.
        Das würde auch den vergleichsweise niedriegen Druck im DS-Boden erklären sowie dessen Ausformung mit zwei! Knickstellen.

        1. Hallo Markus,
          vielen Dank für deinen Kommentar! Schau mal hier, wie sich ein Drop-Stitch Kajak biegen kann. An sich ist das Aqua Marina Steam 412 hauptsächlich für Personen ausgelegt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ausformungen im Drop-Stitch Boden eine Abhilfe schaffen. Bei der Lenzung gebe ich dir Recht! Dennoch würde ich das Steam nicht für Wildwasserstufe 3 empfehlen. Bei Wuchtwasser gibt es zu wenig Halt im Boot und bei technischen Stellen kann man mit dem Boot zu wenig ankanten. Es lässt auch sich ohne Finnen zu wenig präzise steuern und die Seitenwände sind recht flach, sodass große Wassermassen schnell reinkommen. Zusätzlich ist der Boden nicht befestigt. Bei einer Kenterung hatten wir mal so viel Wasser im Boot gehabt, dass es den Drop-Stitch Boden hoch-/rausgedrückt hat.
          Viele Grüße
          Sebastian

  2. Auch von mir danke für den ausführlichen Bericht. Ich habe das Aquamarin 412 trotzdem gekauft und nutze es als Einsitzer auf dem Bodensee. Ihr habt völlig recht dass die Konfiguration als Einsitzer nicht ganz optimal ist aber trotzdem muss ich sagen komme ich mit dem Kaja sehr gut zurecht und es lässt sich auch super steuern. Das ein bzw aussteigen gestaltet sich sehr einfach und ich würde das Boot für eine Spritztour in ruhigen Seen weiterhin behalten.

  3. Danke für die Antwort, Sebastian! Ich habe das X100+ gekauft und für den Anfang ist es genial: So stabil, dass ich nicht mal auf die Idee gekommen bin, dass es kentern könnte (ich habe schlicht vergessen, einen Kipptest zu machen, als ich gestern zum ersten Mal auf dem Wasser war) und mit viel Platz für den Hund (welcher nicht ganz so von dem Teil überzeugt ist). Ich sehe aber auch jetzt schon, dass es für jemanden, der sportlich unterwegs sein will, nicht das richtige Boot ist. Aber ich denke, dass es bei dem aktuell hohen Preis der Badebote (Intex Challenger 180 Euro) der für mich beste Kauf war. Auch wenn ich schon interessiert nach „was Besserem“ schiele 😉

  4. Ganz herzlichen Dank für diesen Bericht! Ich hatte gerade ein Sonderangebot dieses Modells gefunden und war schwer in Versuchung (wenn der Hersteller sagt, dass es wildwassertauglich ist, muss es doch besser sein als das Itiwit X100, oder?) auch wenn der Verstand sagt, dass für den Anfang je kippstabiler desto besser. Aber ihr habt jeden Zweifel beseitigt, weil ich alleine mit Hund paddeln will (der Hund ist ein Barsoi, der braucht Platz, auch wenn er nur 30 kg wiegt) und ein Boot, das nur mit 2 Personen sinnvoll zu nutzen ist, mir genau gar nichts nützt. Es sieht für mich so aus, als hätte das Itiwit X100 das beste Preis-Leistungsverhältnis zum nur mal ausprobieren, oder habt ihr noch eine andere Idee?

    1. Hallo Klara,
      wer zu zweit im ruhigen Gewässer paddelt und bisschen zügiger vorankommen möchte, ist mit dem Steam besser beraten. Wenn du alleine mit dem Hund paddelst, würde ich dir das Itiwit x100+ empfehlen. Der Innenraum ist einfach geräumiger und das Boot hat insgesamt hat eine höhere Steifigkeit sowie Kippstabilität.
      Viele Grüße
      Sebastian

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Der Beitrag hat 9 Kommentare

  1. Vielen Dank für Euren aussagekräftigen Bericht!
    Er war letztlich ausschlaggebend, dass ich mich anderweitig entschieden habe (gleiches gilt auch für das Itiwit X100), der Luftdruck erschien mir letzlich zu niedrig.
    Ich möchte Euch das Boot meiner Wahl als zukünftiges Testobjekt nahe legen: das Zray Tortuga 400.
    Vom Aufbau dem Steam sehr ähnlich hat es allerdings nur zwei mittige Lenzöffnungen (deren Sinn sich mir verschließt), ist aber für wesentlich höhere Drücke ausgelegt. Die Seitenkammern werden mit 0.3!! Bar befüllt, der Dropstitchboden mit 0,55 Bar! Die Sitze sind eine Besonderheit, die Sitzfläche ist mit 4cm dichtem Schaumstoff gepolstert, die Rückenlehne aus Dropstitchmaterial und wird je nach Vorliebe mit 02,2 bis 0,55 Bar befüllt.
    Preislich sehr interessant ist es als Komplettset mit Paddeln und Pumpe bereits für 399€ zu haben (449€ empf. VK). Beim Aldi war es wohl kurzzeitig in einer Premium Version für 379€ erhältlich. Im Unterschied zur „normalen“ 400er Version kommt dieses mit fünf Positionen für die Fußstützen des Vordermanns und hat eine weitere Sitzposition für den Betrieb als Einerkajak

    1. Hallo Markus,

      vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen! Das Zray Tortuga (gibt’s [thirstylink ids="20391"]hier*[/thirstylink] zurzeit sogar günstiger als damals beim Aldi) ist uns auch schon aufgefallen und kann in der Tat für den einen oder anderen eine Alternative sein. Lediglich die Zuladungsgrenze von 155 kg ist im Vergleich zu vielen anderen 2 Personen Kajaks ziemlich niedrig und unter Umständen mit zwei Erwachsenen schnell erreicht.

      Beste Grüße
      Christian

      1. Die 155 kg würde ich nicht überbewerten. IIRC wurde ich auf das Tortuga erstmals in einem Französischen Forum aufmerksam, doert wurde es mit ca. 200kg beladen. Die aussagekräftigsten Rezensionen habe ich bei Amazon für die neueste Version (Zray Premium Kajak Set) gefunden, dort wird ua. von 180 kg und sogar 220 kG berichtet. Kritisch betrachtet wird dagegen der Hinweis, das Boot unterhalb von 15° C weder zu benutzen noch zu lagern. Lt (dem Importeur?) Lukadora könnten andernfalls die Klebestellen verspröden.
        Meine persönlichen negativen Kritikpunkte sind Paddel, Pumpe, Sitze! und Rucksack. In diesen Punkten ist das AM Steam m.E. weit überlegen.
        Ausschlaggebend für mich war der Betriebsdruck.
        Andererseits gibt es beim STeam dafür auch einen plausiblen Grund: WW3.
        Als ich mich erstmals für Luftboote interessierte -seinerzeit auss. Sevylor, habe ich Videos gesehen, wo von ganzen Gruppen diverse kleinere Wasserfälle bis zuca. 2 Bottslängen überwunden wurden. Während die Gumotex Boote deutlich eintauchten und ordendlich Wasser ins Boot schaufelten, fiel die Wassermenge bei den Sevylor (Hudson und Co.) deutlich geringer aus. Diese Booten tauchten nur sehr wenig ein, statt dessen knichten sie sozusagen mittig um ca. 80° ein um sich anschließend rechts schnell wieder zu stabilisieren.
        Das würde auch den vergleichsweise niedriegen Druck im DS-Boden erklären sowie dessen Ausformung mit zwei! Knickstellen.

        1. Hallo Markus,
          vielen Dank für deinen Kommentar! Schau mal hier, wie sich ein Drop-Stitch Kajak biegen kann. An sich ist das Aqua Marina Steam 412 hauptsächlich für Personen ausgelegt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ausformungen im Drop-Stitch Boden eine Abhilfe schaffen. Bei der Lenzung gebe ich dir Recht! Dennoch würde ich das Steam nicht für Wildwasserstufe 3 empfehlen. Bei Wuchtwasser gibt es zu wenig Halt im Boot und bei technischen Stellen kann man mit dem Boot zu wenig ankanten. Es lässt auch sich ohne Finnen zu wenig präzise steuern und die Seitenwände sind recht flach, sodass große Wassermassen schnell reinkommen. Zusätzlich ist der Boden nicht befestigt. Bei einer Kenterung hatten wir mal so viel Wasser im Boot gehabt, dass es den Drop-Stitch Boden hoch-/rausgedrückt hat.
          Viele Grüße
          Sebastian

  2. Auch von mir danke für den ausführlichen Bericht. Ich habe das Aquamarin 412 trotzdem gekauft und nutze es als Einsitzer auf dem Bodensee. Ihr habt völlig recht dass die Konfiguration als Einsitzer nicht ganz optimal ist aber trotzdem muss ich sagen komme ich mit dem Kaja sehr gut zurecht und es lässt sich auch super steuern. Das ein bzw aussteigen gestaltet sich sehr einfach und ich würde das Boot für eine Spritztour in ruhigen Seen weiterhin behalten.

  3. Danke für die Antwort, Sebastian! Ich habe das X100+ gekauft und für den Anfang ist es genial: So stabil, dass ich nicht mal auf die Idee gekommen bin, dass es kentern könnte (ich habe schlicht vergessen, einen Kipptest zu machen, als ich gestern zum ersten Mal auf dem Wasser war) und mit viel Platz für den Hund (welcher nicht ganz so von dem Teil überzeugt ist). Ich sehe aber auch jetzt schon, dass es für jemanden, der sportlich unterwegs sein will, nicht das richtige Boot ist. Aber ich denke, dass es bei dem aktuell hohen Preis der Badebote (Intex Challenger 180 Euro) der für mich beste Kauf war. Auch wenn ich schon interessiert nach „was Besserem“ schiele 😉

  4. Ganz herzlichen Dank für diesen Bericht! Ich hatte gerade ein Sonderangebot dieses Modells gefunden und war schwer in Versuchung (wenn der Hersteller sagt, dass es wildwassertauglich ist, muss es doch besser sein als das Itiwit X100, oder?) auch wenn der Verstand sagt, dass für den Anfang je kippstabiler desto besser. Aber ihr habt jeden Zweifel beseitigt, weil ich alleine mit Hund paddeln will (der Hund ist ein Barsoi, der braucht Platz, auch wenn er nur 30 kg wiegt) und ein Boot, das nur mit 2 Personen sinnvoll zu nutzen ist, mir genau gar nichts nützt. Es sieht für mich so aus, als hätte das Itiwit X100 das beste Preis-Leistungsverhältnis zum nur mal ausprobieren, oder habt ihr noch eine andere Idee?

    1. Hallo Klara,
      wer zu zweit im ruhigen Gewässer paddelt und bisschen zügiger vorankommen möchte, ist mit dem Steam besser beraten. Wenn du alleine mit dem Hund paddelst, würde ich dir das Itiwit x100+ empfehlen. Der Innenraum ist einfach geräumiger und das Boot hat insgesamt hat eine höhere Steifigkeit sowie Kippstabilität.
      Viele Grüße
      Sebastian

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