Advanced Elements AdvancedFRame convertible elite im Langzeittest

Advanced Elements ist ein Schlauchkajak-Hersteller aus Kalifornien und wirbt mit einer Evolution von aufblasbaren Kajaks, welche durch den Einsatz von patentierten Technologien geniale Fahreigenschaften bieten soll. In den USA ist der Hersteller bereits Marktführer unter den Schlauchkajaks. In Europa versucht der Hersteller noch seine Bekanntheit auszubauen. Wir hatten die Gelegenheit das AdvancedFrame Convertible Elite eine komplette Saison zu testen, um uns selbst einen Eindruck zu machen.

Das AdvancedFrame ist das beliebteste Schlauchkajak von Advanced Elements. Das Kajak ist als 1er und 2er Variante erhältlich . Die 1er Variante ist ein geschlossenes, und das 2er Kajak ist ein offenes Kajak. Dennoch kann das 2er Kajak optional mit einem Verdeck zu einem geschlossenen Kajak verwandelt werden, daher auch die Bezeichnung Convertible. Die Bezeichnung Elite gibt an, dass das Kajak mit einem Drop-Stitch Boden ausgestattet ist. Boote ohne Elite kommen mit einem einfachen 0,07 bar Luftboden. Dennoch lässt sich auch die einfache Version mit einem Backbone oder Dropstitch Boden nachrüsten.

logo outequip
Wir haben das Kajak von OutEquip, dem europäischen Händler von Advanced Elements, zur Verfügung gestellt bekommen. Unsere Bedingung war, dass wir unabhängig und ehrlich über das Schlauchkajak schreiben dürfen, was für Advanced Elements kein Problem darstellte.

Technische Spezifikation

Personenanzahl:
Länge:
Breite:
Gewicht:
Packmaß:

1- 2
460 cm
82 cm
23,5 kg
95x55x30 cm

Max. Zuladung:
Betriebsdruck:


Material:

249 kg
0,14 bar (Seitenschläuche), 0,41 bar (Drop-Stich-Boden)
600D Nylon (Verdeck), geschichtetes PVC Tarpaulin, Polyester und Vinyl (Boden), PVC (Luftkammern)

Was ist Drop-Stitch und Backbone?

Bei der Drop-Stitch Technologie sind die obere und untere Innenwand der Luftkammer zusätzlich mit Nylonfäden verworben. Erst dadurch ist ein deutlich höherer Luftdruck möglich, als bei Luftkammern ohne die verworbenen Nylonfäden. Die Luftkammer erreicht somit eine sehr gute Formstabilität und Steifigkeit. Die Drop-Stitch Technologie ist bei SUP Boards (Stand Paddling Boards) sehr verbreitet, und findet bei Schlauchkajaks immer mehr Verwendung. So hat auch der Schlauchboot-Hersteller Gumotex mittlerweile erste Schlauchkajaks (Gumotex Thaya, Gumotex Rush) mit Drop-Stitch auf den Markt gebracht.  Erfahre mehr dazu in unserem Artikel Drop-Stitch Kajaks.

Beim BackBone handelt es sich um eine mehrteilige Stange, die beim Aufbau unter den Luftboden im Inneren des Kajaks platziert wird. Durch das Gewicht des Kajakers wird die Stange gegen die Außenwand des Boots gedrückt und bildet somit eine V-Form, was eigentlich für reine Schlauchkajaks unüblich  ist. Dadurch wird der Geradeauslauf und die Geschwindigkeit erhöht. Als Nachrüst-Option ist der BlackBone im Vergleich zum Drop-Stitch deutlich günstiger. Eine ähnliche Konstruktionsweise verwendet Nortik bei seinen Hybrid-Kajaks (z.B. Nortik Scubi 1 oder Scubi XL)

Ersteindruck und Aufbau des Advanced Elements AdvancedFrame Convertible Elite

Das Schlauchkajak befindet sich in einer recht robusten und großen Tragetasche, die sogar als Rucksack getragen werden kann. Sie ist bereits im Lieferumfang enthalten und sehr praktisch für die Aufbewahrung und den kurzen Transport des Bootes. Die Schultergurte sind mit Metall-Karabiner an der Tasche befestigt. Egal wie wir den Rucksack eingestellt haben, die Karabiner haben schmerzhaft in die Schulter gedrückt. Somit ist die Rucksackfunktion so gut wie unbrauchbar. Das ist schade, da das Kajak recht schwer ist. Hier empfehlen wir einen großen 150 L Tragerucksack von Ortlieb, den wir in unserem Ratgeber zu Packsäcken vorstellen.

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Das Schlauchkajak kommt in einem Transportrucksack.
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Leider ist der Transportrucksack unbequem zu tragen.

Das aufblasbare Kajak von Advanced Elements liegt zusammengelegt in der Tasche. Es hat ein Packmaß von 95 x 55 x 30 cm und ein Gewicht von 24 kg. Damit ist es vom Packmaß 27 cm länger und 12 cm breiter sowie vom Gewicht 6,5 kg schwerer als das beliebte Sewave von Gumotex, welches für bis zu 3 Personen geeignet ist. Wir sind gespannt, ob wir es nach dem Test wieder genauso gut in die Tasche bekommen.

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Das AdvancedFrame ist mehrmals zusammengelegt. Die Finnen sind fest montiert und die Sitze liegen mit bei.

Der Boden des Bootes besteht aus einem Material, welches laut Hersteller aus 3 Schichten zusammengesetzt ist (PVC Tarpaulin, Polyester und Vinyl). Auf den ersten Blick macht das Material einen sehr hochwertigen und robusten Eindruck. Unser Langzeittest wird zeigen, wie reiß- und scheuerfest das Material tatsächlich ist.

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Die mitgelieferten Sitze machen einen schweren aber zugleich hochwertigen Eindruck.

Beim AdvancedFrame Convertible Elite liegen zwei aufblasbare Sitze und eine Fußstütze für den hinteren Paddler dabei. Die mitgelieferten Sitze wirken etwas sperrig und schwer, was zum hohen Gesamtgewicht des Bootes mit beiträgt. Beide Sitze haben ein hohes Sitzpolster. So bleibt auch bei Spritzwasser im Boot der Hosenboden stets trocken. Außerdem sind die Rückenlehnen aufblasbar und besitzen auf der Rückseite eine Tasche für den Ventilschlauch und eine Weitere für kleine Utensilien. Die Sitze machen insgesamt einen qualitativ hochwertigen Eindruck.

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Die Elite Version des AdvancedFrame Convertible kommt mit einem Drop-Stitch Boden.

Nach dem Auseinanderlegen des Bootes wird einem die Länge ersichtlich. Das spricht prinzipiell für gute Fahreigenschaften. Außerdem liegt ein herausnehmbarer Drop-Stitch Boden bereits im Boot, welcher in der Elite Version standardmäßig mitgeliefert wird. Ein herausnehmbarer Innenboden ist auf jeden Fall sehr praktisch. Denn sollte der Drop-Stitch Boden mal kaputt gehen, so lässt er sich einfach ersetzen.

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Die Luftkammern werden über drei Ventile, die sich über Drehen und Drücken der Srpungfeder öffnen lassen, aufgepumpt.
advanced_elements_frame_convertible_elite_ventil_dropstitch_boden
Der Drop-Stich-Boden wird zentriert im Boot gelegt und nach den Seitenkammern aufgepumpt.
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Das AdvancedFrame hat zwei Seiteinkammern, eine innere und äußere Seitenkammer.

Das Aufpumpen der Luftkammern geht mit einer Doppelhub-Luftpumpe recht zügig. Dabei müssen die Seitenkammern auf bis zu 0,14 bar aufgepumpt werden. Hier wird die Luft über zwei separate Ventile zugeführt, denn die Seitenwände des Bootes bestehen aus einer separaten Innen- und Außenkammer. Diese Konstruktionsweise verleiht dem Boot eine hohe Sicherheit. Zum einen schützt der PVC-Boden sowie die Nylonhülle die Luftkammern. Zum anderen würde im Fall einer Beschädigung nur die äußere Seitenkammer Luft und die innere Seitenkammer verschont bleiben. Somit ist ein sicheres Paddeln bis zum nächsten Ufer gewährleistet. 

Die Seitenkammern befinden sich in Nylonhüllen, die sich mit Reißverschlüssen öffnen lassen. Falls eine Luftkammer defekt ist, lässt sie sich ebenfalls austauschen. Zuletzt wird der Drop-Stitch Boden auf maximal 0,41 bar aufgepumpt. Dabei ist zu beachten, dass der Drop-Stitch Boden zentriert im Boden liegt. Am Anfang dauert der komplette Aufbau etwas länger. Sobald man geübt ist, geht es schneller und das Schlauchkajak ist zwischen 10 und 15 Minuten aufgebaut. 

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Der Drop-Stitch Boden ist herausnehmbar, muss aber zum Aufpumpen ins Boot platziert werden.
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Der Drop-Stitch Boden ließ sich einfacher aufpumpen als vorher angenommen.

Nach dem Aufpumpen hat das Kajak seine vollständige Form erreicht. Der Boden liegt sehr gut im Kajak und ist äußerst fest aufgrund der Drop-Stitch-Technologie. An jeder Seitenkammer gibt es drei Klickverschlüsse, in denen die Sitze befestigt werden können. Das Boot kann sowohl als 2er als auch 1er Kajak gepaddelt werden. Für die 1er Konfiguration nimmt man die Klickverschlüsse in der Mitte.

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Die Kunststoff-Platten werden in die Taschen am Bug- und Heck-Ende geschoben.
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Dadurch sind die Enden des Bugs und Hecks noch besser ausgeformt.

Zusätzlich gibt es flexible Kunststoff-Platten für das Heck- und Bug-Ende. Diese werden in die vorgesehenen Taschen eingeschoben und formen somit die Enden des Kajaks noch besser aus. Wir finden es eine klasse Idee, da hier durch einfache Mittel das Kajak noch fester und hochwertiger wirkt.

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Das Kajak ist mit Luftschläuchen unterhalb der Spritzschürzen ausgestattet, die ihnen eine bessere Form geben.
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Das vordere Verdeck hat ein sehr praktisches Gepäcknetz.
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Das hintere Verdeck hat lediglich eine Vorrichtung für die Befestigung von Gepäck oder Vorbereitung für ein Gepäcknetz.

Obwohl das AdvancedFrame Convertible ein offenes Kajak ist, ist es mit sehr großzügigen Spritzdecken am Bug und Heck ausgestattet. Das ist aus zweierlei Hinsicht praktisch. Zum einen schützen die Spritzdecken bei Wellengang vor eintretenden Spritzwasser. Zum anderen lässt sich auf dem Verdeck Gepäck befestigen, ohne dass es beim Paddeln stört. Auf dem Verdeck am Bug ist bereits ein Gepäcknetz angebracht, um beispielsweise einen Tagesrucksack bequem und sicher zu befestigen. Auf dem Verdeck am Heck gibt es lediglich eine Vorrichtung in Form von vier D-Ringen.  Damit lässt sich Gepäck mit einem Gepäcknetz oder Schnüren befestigen. Schöner wäre es gewesen, wenn es bereits integriert wäre.

Damit das Verdeck nicht durchhängt und gespannt ist, gibt es vorne und hinten jeweils auf beiden Seiten kleine Luftschläuche zum Aufpusten. Das ist wieder ein kleines Detail, was das Schlauchkajak hochwertiger macht.

advanced elements wasser test
Wassertest des vorderen Verdecks.

Der Reißverschluss im Vorderverdeck ist sehr praktisch, um das Boot zu säubern und den Drop-Stitch oder BackBone richtig zu positionieren. Aber einen Reißverschluss im Verdeck, welches eigentlich Wasser abhalten soll? Wir haben es getestet. Advanced Elements war sich dessen bewusst, und hat den Reißverschluss mit grauen Leisten abgedeckt. Das funktioniert im vorderen Bereich sehr gut. Der Großteil des Wasser fließt nicht rein, sondern vom Verdeck ab. Auf Dauer tropft es ein wenig durch, aber die Leisten erfüllen ihren Zweck sehr gut. Problematischer wird es, wo sich der Reißverschlussschieber befindet. Hier läuft das Wasser durch und man wird beim Paddeln nass. Wer Wellen beim Paddeln erwartet, sollte sich den Reißverschluss mit lösbarem Klebeband abkleben (z.B. das Scotch Supreme Gewebeband) im Vergleich zu herkömmlichen Gewebebändern hinterlässt es keine Klebespuren). Der Nylonstoff des Verdecks lässt hingegen kein Wasser durch.

Das AdvancedFrame Convertible Elite als 2er Kajak.
Das AdvancedFrame Convertible Elite als 1er Kajak.

Die Sitze lassen sich einfach in das Kajak platzieren und sitzen fest, sodass sie nicht weiter verrutschen. Die Rückenlehne lassen sich durch die Gurte individuell einstellen. Falls man das Kajak alleine paddeln möchte, platziert man einen Sitz in die Mitte des Kajaks und verwendet die mittleren Schnallen an den Seitenwänden für die Befestigung der Rückenlehne. Dieses Konzept der varialablen Sitzposition gefällt uns sehr gut und gibt es auch bei den Gumotex Schlauchkajaks (z.B. Gumotex Solar oder Gumotex Seawave).

advanced_elements_frame_convertible_elite_paddelhalter
Das Kajak bringt viele Extras mit, wie Paddelhalter.
advanced_elements_frame_convertible_elite_verdeck_reissverschluss
Optional lässt sich ein 1er oder 2er Verdeck über einen Reißverschluss anbringen.
advanced elements verdeck
Das Verdeck bietet zusätzlichen Schutz vor Spritzwasser oder Wellengang und zwischen den beiden Sitzen kann weiteres Gepäck auf dem Gepäck verstaut werden.
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Das 1er Verdeck bringt zusätzlich eine Gepäckluke mit.

Das Schlauchkajak von Advanced Elements hat viele weitere nützliche Features. So besitzt es Tragegriffe am Bug und Heck, was eigentlich selbstverständlich ist, aber einige Schlauchkajaks dennoch nicht haben. Sogar Halterungen für die Doppelpaddel sind vorhanden. Diese sind vor allem beim Umtragen des Bootes praktisch, oder wenn man auf dem See im Kajak entspannen möchte und die Paddel nicht benötigt werden. Außerdemm lässt sich das Boot mit einem zusätzlichen Verdeck zu einem geschlossenen Kajak verwandeln. Dafür ist das Kajak mit einem Reisverschluss ringsherum ausgestattet, um so das optional erhältliche Verdeck zu montieren. Das Anbringen des Verdecks ging sehr einfach. 

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Für ein Schlauchkajak hat es einen sehr gut ausgeformten Rumpf.

Advanced Elements hat einen großen Wert auf gute Fahreigenschaften gelegt. Das kann man an unterschiedliche Merkmale des Boots erkennen. Der Kiel des Bugs und Hecks sind für ein aufblasbares Kajaks richtig gut ausgeformt. Diese Aussteifungen werden durch Aluminiumschienen im Bootsinneren erreicht. Somit wird das Wasser geschnitten und nicht „vor sich hingeschoben“. Nicht nur die Kiele sind gut ausgeformt, sondern auch der Boden des Bootes. Auf dem Foto sieht man deutlich den glatten und flachen Unterboden, der durch den eingelegten Dropstitch Boden geformt wird.

Darüber hinaus hat das Schlauchkajak am Boden drei Richtungsfinnen integriert. Jeweils eine sehr flache und längliche Finne am vorderen und hinteren Teil des Kajaks, sowie eine größe Richtungsflosse am Bug. Alle drei Richtungsflossen sind sehr flach, sodass Grundberührungen durch die Finnen unwahrscheinlich sind und der Geradeauslauf gleichzeitig verbessert wird.

Erfahrungen mit dem Advanced Elements AdvanceFrame Convertible Elite

Wir konnten das Boot bereits unter verschiedenen Bedingungen testen, u.a. auf ruhigen Kanälen im Spreewald, auf großen Seen mit ordentlichem Wind sowie auf der Havel und Spree in Berlin, wo das Boot einige Ansprüche aushalten musste. Dabei beziehen sich unsere Erfahrungen auf das AdvancedFrame Convertible Elite, also mit Drop-Stitch Boden.

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Das Schlauchkajak bietet ausreichend Platz für die Paddler.

Als wir das Advanced Elements AdvancedFrame das erste Mal auf dem Wasser gepaddelt sind, waren wir sofort von den Fahreigenschaften beeindruckt. Für ein Schlauchkajak lässt es sich sehr leicht paddeln und wir hatten stets das Gefühl zügig voranzukommen. Im Vergleich zu vielen anderen Schlauchkajaks bildet das Advanced Elements viel später eine Bugwelle und lässt sich daher schneller und leichter paddeln.

Da der Dropstitch Boden bis zu 0,41 bar aufgepumpt werden darf, gibt dieser beim Paddeln nicht nach. Somit ist das Paddeln im Advanced Elements noch effizienter. Der feste Boden verhindert eine mögliche Deformation durch das Gewicht der Paddler. Das resultiert in eine flache und glatte Unterseite des Kajaks im Wasser, mit deutlich weniger Wasserwiderstand. Es entsteht dadurch insgesamt ein Gefühl, als würde man in einem hochwertigen Festrumpfkajak sitzen. 

Auch unter windigen Bedingungen hatte das Schlauchkajak eine gute Figur gemacht, was nicht selbstverständlich für ein aufblasbares Kajak ist. Denn prinzipiell schwimmen Schlauchkajaks eher auf dem Wasser als im Wasser im Vergleich zu Festrumpf- und Faltkajaks. Durch die Seitenschläuche geben sie dem Wind viel Angriffsfläche und das Paddeln erschwert sich. Den Effekt des Windes hatten wir auch beim Advanced Elements bemerkt und wurden je nach Windrichtung etwas vom Kurs abgetrieben. Dennoch waren wir mit der Performance zufrieden. Trotz mäßigem Wind und rauer See sind wir gut vorangekommen und hatten eine Geschwindigkeit von bis zu 6 km/h.

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Durch die lange Bauweise und den gut ausgeformten Rumpf lässt sich das Kajak zügig paddeln.

Im Vergleich zu vielen anderen Kajaks liegt das Advanced Elements stabil im Wasser. Es ist nicht ganz so kippstabil wie das Gumotex Swing 2 (was aus unserer Sicht eines der kippstabilsten Schlauchkajaks ist), aber dennoch absolut ausreichend. Auf unserer Paddeltour durch Berlin konnten die teilweise heftigen Wellen durch vorbeifahrende Schiffe das Advanced Elements AdvancedFrame in keine instabile Lage bringen. Wir haben uns jederzeit sicher im Boot gefühlt.

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Die Sitze bieten dem Paddler ausreichend Halt.
Hier ist das AdvancedFrame Convertible mit einem Verdeck ausgestattet.

Das Kajak bietet den Paddlern genügend Beinfreiheit. So ist es auch für große Menschen gut geeignet. Eine Fußstütze ist für den vorderen Paddler im Lieferumfang nicht enthalten. So muss der vordere Paddler seinen Sitz soweit nach vorne stellen, damit er sich mit seinen Füßen vorne im Bug abstützen kann. Alternativ lässt sich eine verstellbare Fußstütze kaufen, die an den Seitenschläuchen angebracht wird.

Die Sitze geben beim Paddeln einen guten Halt. Die Rückenlehnen sind fest genug und knicken nicht ein. Auch das Sitzpolster behält seine Position im Boot. Bei längeren Fahrten kann es jedoch für das Gesäß etwas unangenehm werden, da der Sitz fest gepolstert ist und der Drop-Stitch Boden ebenfalls sehr fest ist. Wir empfinden das aber nicht als nachteilig, da ein Paddelboot kein Sofa ist. Wer es dennoch gemütlicher mag, kann sich ein weiches Sitzkissen unterlegen. Alternativ wäre auch AdvancedFrame Converitble mit Back-Bone statt mit Drop-Stitch in diesem Fall zu empfehlen. Da gibt es den Standard Boden mit 0,07 bar , der weicher ist und somit beim Sitzen mehr nachgibt.

Praktisch finden wir zudem, dass man beim Paddeln sehr leicht die Rückenlehne nachstellen kann. Das haben wir auf längeren Fahrten öfters genutzt, um nicht immer in der gleichen Position sitzen zu müssen. 

Bei der 2er Konfiguration ist der vordere Paddler durch das sehr großzügige Verdeck am Bug gut vor Spritzwasser geschützt. Das entfällt bei der 1er Konfiguration, da man deutlich nach hinten rutscht. Hier wäre auf längeren Touren ein zusätzliches 1er Verdeck zu empfehlen, welches das Kajak verschließt

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Das aufblasbare Kajak lässt sich als geschlossenes Kajak umwandeln und ist somit auch für kalte Jahreszeiten geeignet.
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Das Advanced Elements AdvancedFrame Convertible Elite lässt sich als 1er Kajak ebenfalls sehr gut paddeln.

Als 1er Kajak hat das AdvancedFrame Convertible Elite ebenfalls eine gute Trimmug, liegt also aufgrund des starren Drop-Stich Bodens gleichmäßig verteilt im Wasser. Die Fahreigenschaften hatten uns auch hier überzeugt. Es lässt sich alleine sehr zügig paddeln. Das AdvancedFrame Convertible Elite erreicht eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 6 – 7 km/h. Maximal lassen sich kurzzeitig 8,5 km/h erreichen. Bei der 1er Konfiguration fällt auf, dass es aufgrund des sehr langen Rumpfes etwas träge bei der Wendigkeit ist. Daher ist es primär für großes Gewässer, wie Seen, Küstengewässer und weitläufige Flüsse geeignet. Für kleine Flüsse und für Wildwasser empfehlen wir das Schlauchkajak nur eingeschränkt.

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Das zusätzliche 1er Verdeck bringt einen Lukendukel mit.
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Unter dem Lukendekel befindet sich ein Rollverschluss und gewährt Zugang zum Heck des Kajaks.

Das zusätzliche Verdeck für eine Person hat uns richtig gut gefallen. Vorne an der Sitzluke gibt es eine Querverstrebung, sodass das Verdeck im Fußbereich des Paddlers nicht durchhängt. Der Lukenverschluss ist eine gute Idee, und aus unserer Sicht die bessere Lösung zu den Reißverschlüssen im Verdeck. Durch den Rollverschluss gelangt kein Wasser ins Innere des Bootes.

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Das vordere Gepäcknetz hatte uns auf Touren sehr gut gefallen.

Das Gepäcknetz hat uns ebenfalls überzeugt. Durch die Klickverschlüsse lässt sich auch großes Gepäck leicht unterbringen. In dem Fall hatten wir Kleidung und weitere Utensilien von drei Personen in der Tragetasche des Bootes verstaut. 

Abbau des Advanced Elements AdvancedFrame Convertible Elite

Der Abbau und das Zusammenlegen des Bootes gestaltete sich einfach. Nur ist es schwer das Kajak wieder in die mitgelieferte Tasche zu verstauen. Deswegen haben wir den Ortlieb X-Tremer 150 Liter verwendet. Wir haben zuerst das Boot (ohne Sitze, Fußstütze und Drop-Stitch-Boden) in den Rucksack gelegt. Anschließend ist es viel einfacher die restlichen Teile  zu verstauen.

Dennoch muss das Kajak Zuhause nochmal auseinandergelegt und leicht aufgepumpt werden, sodass das Nylonverdeck- und die Nylonhüllen ordentlich abtrocknen. Vor allem die Nylonhüllen der Seitenschläuche trocknen schlecht ab. Hier ist es ratsam, die Schläuche nach einiger Zeit anders zu positionieren bzw. zu wenden, so dass am Ende alles trocken ist. Sonst besteht auf Dauer die Gefahr von Schimmelbildung

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Beim Zusammenlegen sollte das Boot einmal längs gefaltet werden. Hier sind nochmal die hinteren Finnen deutlich zu sehen.

Stärken und Schwächen des Advanced Elements AdvancedFrame Convertible Elite

Die gute Fahreigenschaft ist definitiv die größte Stärke des Advanced Elements, die es als Schlauchkajak bietet. Das Paddeln macht mit dem Boot richtig Spaß. Die beiden größten Schwächen des Advanced Elements sind insbesondere das hohe Gewicht und sperrige Packmaß. Auch die lange Trocknungszeit durch die Nylonhülle ist etwas nervig im Vergleich zu Gumotex und Grabner Booten, die aus einem gummierten Kautschuk Material bestehen. Diese Boote der Hersteller lassen sich einfach mit einem Tuch trockenwischen.

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Uns hat es Spaß gemacht das AdvancedFrame Convertible mit Dropstitch Boden zu paddeln.

Das hat uns gefallen

+ sehr gute Fahreigenschaften + geräumiger Innenraum + gute Verarbeitung + viele durchdachte Details und Features + guter Geradeauslauf + modular aufgebaut sowie Seitenkammern und Boden austauschbar + Boot durch Zubehör erweiterbar (Verdeck, BackBone, Drop-Stitch Boden) + auch als 1-Person Kajak paddelbar + erhöhter Luftdruck im Vergleich zu anderen Schlauchkajas mit Nylonhülle

Das hat uns weniger gefallen

- Schmutzanfällig und lange Trocknungszeit aufgrund der Nylonhülle - hohes Gewicht und großes Packmaß für ein Schlauchkajak - aufgrund der Länge weniger wendig - kein dritter Sitz für ein Kind integrierbar (kann aber auf dem Boden und somit sicherer sitzen) - Im Heck wenig Platz für Gepäck - keine Fußstütze für den vorderen Paddler - unkomfortable und knapp bemessene Transporttasche

Fazit zum Advanced Elements AdvancedFrame Convertible Elite

Für ein Schlauchkajak ist das Advanced Elements AdvancedFrame Convertible Elite wortwörtlich ein richtiges Schwergewicht. Mit seinem Packmaß und Gewicht gehört es zu den sperrigen und schweren Schlauchkajaks. Da das Boot ursprünglich für den amerikanischen Markt konzipiert wurde, wo der nächste See sowieso mit dem Auto  statt mit den Öffentlichen angesteuert wird, lässt sich nachvollziehen, warum der Hersteller hier weniger Wert auf Gewichtsreduzierung gelegt hat. Dafür punktet das Boot aber in den Fahreigenschaften, Komfort und Ausstattung. Bei dem AdvancedFrame Convertible ist es ersichtlich, dass der Hersteller kein weiteres Schlauchkajak kopieren und auf den Markt bringen, sondern sich von den herkömmlichen Schlauchkajaks absetzen wollte. Aus unserer Sicht ist es dem Hersteller gelungen. Die integrierten Aluschienen im Bug und Heck des Bootes in Kombination mit einem Dropstitch Boden oder einem Backbone ergeben ein Schlauchkajak, welches so einmalig auf dem Markt ist. Das Kajak erhält so einen schön ausgeformten Rumpf, der an die Festigkeit eines Hartschalenkajaks erinnert. Das macht sich in den Fahreigenschaften spürbar. Es macht richtig Spaß, da es sich sehr leicht und zügig paddeln lässt. Auch bei der Verarbeitung und der Ausstattung ist uns aufgefallen, dass Advanced Elements hier nicht gespart hat. Das Schlauchkajak ist solide verarbeit und bringt viel an Ausstattung mit. 

Aufgrund des Gewichts empfehlen wir für das Advanced Elements einen Kanuwagen auf Dauer. Wer das Auto oder den Camper nimmt und zugängliche Flüsse sowie Seen paddelt, für den ist dieser Aspekt von geringer Bedeutung. Für uns, die vor allem die Öffentlichen Verkehrsmittel nutzen und auch mal gerne über eine halbe Stunde das Boot auf dem Rücken tragen, ist das Schlauchkajak weniger geeignet. Für unsere Tests hatten wir das Boot im Rucksack transportiert, jedoch lediglich das Boot ohne weitere Ausrüstung. Unser Gumotex Swing 2 transportieren wir gewöhnlich mit kompletter Ausrüstung in einem Rucksack und es ist noch leichter als das Advanced Elements. Das Material hatte auf den Touren einen robusten Eindruck gemacht und musste einiges wegstecken. Geringe Gebrauchsspuren (wie kleine lange Kratzer) sind zu sehen, aber nicht weiter kritisch aus unserer Sicht. Dennoch empfehlen wir das Boot mit Sorgfalt zu paddeln und nach der Tour es ordentlich zu trocknen. Dann habt ihr ein tolles Schlauchkajak, welches euch viele Jahre einen großen Paddelspaß bereitet.

Zubehör für das Advanced Elements AdvancedFrame Convertible

Das Advanced Elements AdvancedFrame Convertible lässt sich mit einem 1-Person oder 2-Personen Cockpit ausstatten und somit zu ein geschlossenes Kajak verwandeln. Wir hatten es getestet und fanden die Anbringung des Cockpits sehr einfach. Persönlich fanden wir den Innenraum von der Höhe dadurch etwas zu eingeengt. Dennoch ist es eine gute Option, um sich vor Spritzwasser und Kälte im Frühjahr oder Herbst zu schützen.

advanced elements erfahrungen
Das Advanced Elements AdvancedFrame Convertible mit Cockpit.

Alternativen zum Advanced Elements AdvancedFrame Convertible

Für wen das sperrige Packmaß und das hohe Transportgewicht nichts ist, dem empfehlen wir folgende Schlauchkajaks anzuschauen. Diese beiden Boote sind ebenfalls hochwertig verarbeitet und bieten gute Fahreigenschaften.

Gumotex Seawave

Aus unserer Sicht ist das Gumotex Seawave eine sehr interessante Alternative zum Advanced Elements AdvancedFrame Convertible. Das Seawave ist deutlich transportabler und kann sogar zu dritt gepaddelt werden. Außerdem ist der Pflegeaufwand aufgrund der einfacheren Konstruktion und des verwendeten Materials geringer. Mit dem Seawave ist man flott unterwegs, kommt aber an die Fahreigenschaften des AdvancedFrame Convertible Elite nicht ran.

Gumotex Seawave

Nortik Scubi 2

Das Nortik Scubi 2 ist ebenfalls eine gute Alternative zum AdvancedFrame Convertible. Es ist kein reines Schlauchkajak, sondern Hybrid aus Falt- und Schlauchboot. Es ist robust, gut transportabel und solide verarbeitet. In Sachen Fahreigenschaften muss es sich hinter den AdvancedFrame Convertible Elite nicht verstecken. Dafür ist es mit ungefähr 1.600€ deutlich teurer.

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Fragen oder Erfahrung zum AdvancedFrame Convertible?

Dann nutzt die Kommentarfunktion, um deine Erfahrungen mit dem Schlauchkajak zu teilen. Auch Fragen sind herzlich willkommen. Wir antworten Euch gerne!

Dieser Beitrag hat 15 Kommentare

  1. Hallöchen , erstmal Kompliment für eure umfassenden und interessanten Tests und deren Ergebnisse . Da ich preußisches Gardemaß ( 1,87m) besitze und mich dennoch für das Kajak fahren interessiere , möchte ich gern wissen , welches Kajak ihr mir empfehlen würdet . Einsatzgebiet grosse Seen und langsam fließende Flüsse . Eher vorraussichtlich Tagestrips sind von mir ( Solo ) angestrebt .
    Im voraus schon mal ein herzliches Dankeschön und macht weiter so …es grüsst euch aus Berlin der Ingo

    1. Hallo Ingo,
      da kommen tatsächlich ein Großteil der Kajaks in Frage 🙂 Wir sind 1,89 und 1,86 m. Das nortik Scubi 1 war das einzige Kajak, worin wir nur mit Mühe und Not reingepasst haben. Für große Seen und langsam fließende Flüsse wären das Gumotex Solar, Advanced Elements AdvancedFrame 1er mit Backbone oder das nortik Scubi 1 XL geeignet, um ein paar Beispiele zu nennen.
      Viele Grüße
      Sebastian

  2. Hi, für den öffentlichen Nahverkehr schau mal nach Eckla Foldy oder Beachrolly Bootswagen. 🙂
    Sind nicht billig – ja – aber auch dazu geeignet, um damit per Bus oder Bahn zu einer mehrtägigen
    Paddeltour zu fahren, da sie im ausgeklappten Zustand so groß, wie eine Sackkarre sind. Lassen
    sich dann so klein zusammenfalten, dass man sie wie einen normalen Bootswagen hinten auf Boot
    packen kann.

    1. Hallo,
      da können wir nur zustimmen! Mittlerweile haben wir uns einen Eckla Beach Rolly gekauft und sind damit sehr zufrieden 😉 Bis jetzt haben wir ihn nur für das Grabner Adventure verwendet, aber bei der nächsten Tour mit dem Advanced Elements kommt der Wagen auch zum Einsatz.
      Viele Grüße
      Sebastian

  3. Hallo,
    ich hatte mir nach Eurer kleinen Beratung das Boot (mit DropStitch Boden) geholt und konnte es auf einer mehrtägigen Tour auf Havel und Elbe mit viel Gepäck und teilweise kräftigem Wind ausprobieren. Ich bin in mehrfacher Hinsicht von dem Boot sehr angetan. Ich hatte mir noch ein Gepäcknetz für das Heck geholt und damit bekamen wir alles unter: eine große Tasche, Zelt, Schlafsäcke, Isomatten und einen 15l Kanister mit Wasser. Zum meinem Neidwesen durften meine pubertierenden Söhne die meiste Zeit damit fahren (ich dann im Faltboot), die auch bei Wind keinerlei Schwierigkeiten hatten, das Boot auf Kurs zu halten. Es liegt gut und sicher im Wasser, man sitzt bequem und es lässt sich sehr schnell auf- und abbauen. Hier waren die mitfahrenden Faltbootbesitzer neidisch.
    Zum Vergnügen der Kinder haben wir bei einem Strand den DropStitch Boden ausgebaut und sie haben ihn als Surfbrett genutzt (naja, eher als Body Board).
    Wir sind sehr glücklich mit dem Boot und freuen uns auf den nächsten Ausflug aufs Wasser.
    Herzliche Grüße,
    Marc

    1. Hallo Marc,
      danke für die ausführliche Rückmeldung 🙂 Schön zu hören, dass euch das Boot gefällt. Wir sind mit dem AE Convertible Elite auch sehr gerne auf dem Wasser.
      Viele Grüße
      Sebastian

  4. Hallo,
    vielen Dank für die ausführliche Rezension. Könnt Ihr bitte noch etwas zur Zuladefähigkeit sagen? Wir planen eine mehrtägige Tour mit Zelt, Schlafsäcken, Isomatten, etc. Bekommt man das im Boot unter, ohne es zu anfällig für Seitenwind zu machen? Gibt es einen Stauraum im Bug? Ich bin bisher ein geliehenesKlepper gefahren und war immer baff, wieviel man da unter bekam. Danke für Eure Antwort im Voraus!
    Viele Grüße,
    Marc

    1. Hallo Marc,
      schwierige Frage. Das ist abhängig, wie groß ihr seid (also wie viel Fußraum ihr benötigt), wie sperrig oder kompakt eure Campingausrüstung ist und ob ihr das Kajak offen oder geschlossen paddelt. Ein kompaktes Zelt und aufblasbare Isomatten können hier viel ausmachen. Der Stauraum im Bug fällt unserer Meinung nach relativ klein aus, ist aber auch je nach Platzierung des hinteren Sitzes abhängig. Den Großteil eures Gepäcks werdet ihr jeweils in einen großen wasserdichten Packsack auf dem Heck und Bug befestigen müssen. Du wirst dadurch eine erhöhte Windanfälligkeit haben. Vermutlich ist auch noch etwas Platz in der Mitte im Innenraum des Kajaks.
      Viele Grüße
      Sebastian

  5. Ich hatte mir auch vor ca. 8 Wochen das Convertible in blau beim Kanushop geholt mit dem Dropstitch-Boden. Dieser hat ebenfalls die Aufnahme für den Luftkiel. Ich habe es ausprobiert mit ner Poolnudel in Länge des Dropstitchbodens und muss sagen, dass ich wenig begeistert war. Es gibt hinten zwischen Boden und den hinteren Schläuchen einen Abstand. Der Boden liegt links und rechts unter den Seitenschläuchen – hinten und vorne aber nicht, da hört er vorher auf. Dadurch hat sich bei mir zwischen Luftkiel (oder Nudel) und den Schläuchen quer ein Knick gebildet, da es dort keine Unterstützung durch den Luftkiel gibt. Ich habe mir dann zusätzlich zum Dropstitchboden doch noch den Backbone gekauft und muss sagen, nun ist es perfekt. Im Gegensatz zum Luftkiel bildet der Backbone wirklich von vorne bis hinten durchgehend einen schönen V-Kiel. Ich denke auch, dass der Boden mit dem Luftkiel im Zusammenspiel mit dem Convertible eine “Erfindung” vom Kanushop ist und das das nicht der originale Dropstitch-AE-Boden ist. Das sind die Böden mit Luftkiel, die der Kanushop auch für seine Slider- uns AirTrek-Boote benutzt.
    Ist natürlich alles recht viel Geld. Dazu dann auch noch die Spritzdecke für eine Person. Da ist man schnell mal bei 1300 €. Alles in allem ein gutes Boot, aber eben auch nicht billig. Gute Verarbeitung, gut kippstabil, guter Geradeauslauf – auch wegen der Länge. Aber auch ein wenig zu schwer, ein wenig zu großes Packmaß und durch die Reißverschlüsse trotz der Spritzdecke nicht ganz dicht von oben. Was mich allerdings wirklich nervt ist das lange Trocknen hinterher. Man muss das Boot im Grunde ein zweites Mal aufbauen wenn man zu Hause und braucht Platz dafür. Die Seitenschläuche trocknen außen aufgrund der umgebenden Ummantelung sehr schlecht. Das braucht fast einen Tag Zeit.
    Ich denke so alles in allem habe ich das perfekte Boot für gelegentlich Ausflüge noch nicht gefunden…

    1. Hallo Gerhard,

      vielen Dank für deine ausführliche und informative Kommentierung =)
      Deine Erfahrungen mit dem Boot können wir nur bestätigen! Wir denken, dass es das “perfekte” Boot nicht gibt. Es ist immer ein Kompromiss aus unterschiedlichen Faktoren. Wir mögen das Gumotex Swing 2 sehr, aufgrund des geringen Packmaßes und Gewichts (inkl. Verdeck) für ein 2er Schlauchkajak. Auch trocknet es sehr schnell bzw. lässt sich leicht trocken wischen. Dafür kann es bzgl. Fahreigenschaften (insbesondere Geschwindigkeit) mit dem Advanced Elements AdvancedFrame Convertible Elite bei weitem nicht mithalten.
      Vielleicht wäre ein Nortik Scubi für dich interessant. Die Boote lassen sich sehr gut paddeln und trocknen leicht.

      Viele Grüße
      Sebastian

    2. Hallo,
      das Trocknen lässt sich beschleunigen, wenn man so vorgeht:
      1. Alle Luftventile öffnen.
      2. Backbone (wenn vorhanden) ausbauen, Boden ausbauen.
      3. Innen mit Handtuch die Feuchtigkeit und Spritzwasser aufwischen. Jetzt kann man den Rücktransport antreten und das Boot einpacke Zu Hause dann:
      4. Nochmal ausrollen und die Schläuche ausbauen: dazu die beiden Ventile abschrauben, die Ummantelung der Luftkammern herausnehmen und den Reißverschluss öffnen. Dann die eigentlichen Luftkammern herausnehmen.
      5. Alles getrennt in die Sonne legen und dann trocknen lassen und wenden zwischendurch.
      Das Trocknen geht dann bei guten Wetter ziemlich fix. Nervig ist halt, dass dann vor dem Wegpacken für die nächste Tour alles wieder zusammengebaut werden muss.
      Aber dafür ist das Boot dann im Vergleich zu einem Faltboot schon halb fertig zusammengebaut.
      Mich würde nur interessieren, wie Ihr mit „Kratzern“, Abschürfungen usw umgeht, die nicht die Bootshsut durchstoßen, sondern eine nur das äußere Gummi beschädigt ist und man auf das Gewebe schaut. So lassen oder Flicken drauf?
      Viele Grüsse

      1. Hallo Gerhard,
        wenn nur die äußere PVC-Beschichtung abgeschürft und das Polyester-Gewebe größtenteils intakt ist, ist ein Flicken aus unserer Sicht nicht notwendig. Die Stabilität ist dann noch gegeben. Die Dichtigkeit ist auch noch vorhanden, da sich noch unter dem Gewebe eine wasserdichte Vinyl-Schicht befindet. Dass du nochmal genau die gleiche Stelle aufkratzt, ist unwahrscheinlich.
        Viele Grüße
        Sebastian

  6. Habt Ihr auch die Fahreigenschaften mit einem BackBone testen können? Ich selber besitze das Boot in einer Version mit einigen Schlaufen auf der Unterseite des Drop-Stich Boden, durch die eine Art aufblasbare Schwimmnudel längs des Kiel gelegt ist. So lässt sich einfach durch Aufblasen der Kiel noch mehr ausformen und das Boot wird dadurch etwas kippliger aber gefühlt auch noch mal schneller.
    Ansonsten kann ich Eurem Bericht nur zustimmen. Für mich fühlt und fährt es sich fast wie ein Festrumpfboot und die Flexibilität vom offenen „Kleinfamilien“ Ausflugsboot bis zum geschlossenen Einer begeistert mich. Aber es ist definitiv nicht gut geeignet für den öffentlichen Nahverkehr….

    1. Hallo Claus,
      vielen Dank für Dein Kommentar und cool, dass Dir dein neues Kajak gefällt =) Wir haben das 2er Kajak nur als DropStitch Variante getestet. Jedoch haben wir das 1er Kajak (AdvancedFrame Kayak: AE1012) mit BackBone. Das BackBone ist eine günstige Alternative zum DropStitch und bringt ebenfalls verbesserte Fahreigenschaften mit sich. Auf Airkayaks.com wird detailliert über die Unterschiede zwischen BackBone und DropStitch berichtet. Die von Dir erwähnte Ausstattungsvariante kennen wir gar nicht. Wie heißt denn die genaue Bezeichnung deines Bootes bzw. hast du ein Link dazu, wo man diese Version des Kajaks sieht?
      Viele Grüße
      Sebastian

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