Itiwit x100+ 3-Sitzer Test

Das Itiwit x100+ ist ein Schlauchkajak mit Drop-Stitch Boden vom Sporthändler Decathlon, welches sich an Einsteiger und Gelegenheitspaddler für das Paddeln von kleinen Ausflügen auf dem Wasser und gemütlichen Halbtagestouren richtet. Es ist nicht das einzige aufblasbare Kajak von Decathlon. Wir konnten bereits den Itiwit Touring 2/1-Sitzer, den Itiwit x100+ 2-Sitzer sowie das sportliche Itiwit x500 testen. Gegenüber der beliebten Itiwit Touring Serie ist das x100+ eine deutliche Weiterentwicklung. Es kostet zwar mehr, bietet aber aus unserer Sicht klare Vorteile. Erfahre in diesem Bericht mehr Details zum Kajak und wie uns der x100+ 3-Sitzer als 1-, 2- und 3-Personen Kajak auf dem Wasser gefallen hat.

itiwit x100 3 sitzer kajak

Produktdaten

Max. Personenanzahl:
Länge:
Breite:
Max. Zuladung:
Packmaß:
Material:
Gewicht:
Produktionsland:

3
410 cm
102 cm
245 kg
72 x 45 x37 cm
PVC
18 kg
China

Welches Modell wurde getestet?

Itiwit x100+ 3-Sitzer aus dem Jahr 2021

Wie ist der Test entstanden?

Das Itiwit x100+ wurde uns von Decathlon, einem französischen Hersteller und Händler von Sportgeräten und -Bekleidung, zur Verfügung gestellt. Dabei ist Itiwit eine Eigenmarke für den Paddelsport von Decathlon. Unser Testbericht ist unabhängig vom Hersteller oder Shop und spiegelt unsere eigene Meinung zum Boot wieder.

Wie intensiv wurde es getestet?

angetestet

sehr intensiv
1 Balken = 1-3 km gepaddelt (angetestet)
2 Balken = mind. 1 Tages-/ 2 Halbtagestouren
3 Balken = mind. 4 Touren
4 Balken = mind. 8 Touren
5 Balken = mind. 12 Touren (sehr intensiv)

Wo wurde es getestet?

Wildwasser

Ruhige Flüsse

Seen

Inhaltsverzeichnis

Ersteindruck und Aufbau

Das Boot wiegt 18 kg und lässt sich mit dem mitgelieferten Rucksack über kurze Wege zum Wasser oder Bahnhof angenehm transportieren. Der Bootsrucksack besitzt breite Schultergurte sowie zwei Seitentaschen, wo die Paddel eingesteckt werden können. Darüber hinaus ist der untere Teil des Rucksack wasserdicht, sodass ein nasses Boot im Rucksack nicht den Rucksack durchnässt.

Was ist Drop-Stitch?
Bei der Drop-Stitch Technologie sind die obere und untere Innenwand der Luftkammer zusätzlich mit Textilfäden verworben. Erst dadurch ist ein deutlich höherer Luftdruck möglich, als bei Luftkammern ohne die verworbenen Fäden. Die Luftkammer erreicht somit eine sehr hohe Formstabilität und Steifigkeit. Die Drop-Stitch Technologie ist bei SUP Boards (Stand Paddling Boards) sehr verbreitet, und findet bei Schlauchkajaks immer mehr Verwendung. Erfahre mehr dazu in unserem Artikel Drop-Stitch Kajaks.

Das Boot ist schwer, lässt sich aber im Rucksack über kurze Strecken angenehm tragen
Der Rucksack besitzt eine große Öffnung
Zusätzliche Kurzanleitung

Wie bei allen Itiwit Bootsrucksäcken gefällt uns die große umlaufende Reißverschlussöffnung, welche das Ein- und Auspacken des Bootes deutlich erleichtert. Mit im Lieferumfang befinden sich Reparaturmaterial, Patches (zur kurzfristigen und schnellen Reparatur von Löchern), ein Kompressionsgurt, drei Finnen für einen besseren Geradeauslauf, ein Ventilschlüssel für das Nachziehen der Ventile und ein Ventiladapter für die Luftpumpe.

Eine Luftpumpe und Doppelpaddel sind nicht im Lieferumfang enthalten, was für den Preis  völlig verständlich ist und wir sogar begrüßen. Doppelpaddel in einem günstigen Komplettset (z.B. Intex Challenger K2, Intex Excursion Pro, Bestway Hydro-Force Ventura oder Sevylor Adventure Plus) haben uns bis jetzt noch nie überzeugen können. Sowohl Paddel als auch eine Luftpumpe können bei Decathlon oder woanders erworben werden. Wir geben am Ende des Artikels ein paar Empfehlungen für Zubehör, welches wir kaufen würden und selbst getestet haben.

Der Aufbau des Kajaks ist sehr einfach. Auf der Innenseite der Rucksacks befindet sich sogar eine kurze Bildanleitung zum Aufbau, was sehr hilfreich ist, wenn man mal die Anleitung nicht dabei hat oder schnell einen Schritt prüfen möchte. Das Boot wird zuerst komplett ausgerollt. Das aufblasbare Kajak hat zwei Seitenkammern und einen einlegbaren Drop-Stitch Boden, die jeweils über ein eigenes Ventil aufzupumpen sind. Bei den Ventilen handelt es sich um hochwertige Sprungfeder-Ventile, die sich einfach bedienen lassen. An den Ventilen gibt es eine Beschriftung, auf welchen maximalen Luftdruck die Luftkammer aufgepumpt werden darf.

Der graue Drop-Stitch Boden wird auf 0,35 bar aufgepumpt. 0,35 bar ist nicht viel für Drop-Stitch, reicht aber aus um einen ausreichend festen Kajakboden zu erhalten. Den aufgepumpten Boden platzierst du im Boot. Vorne und hinten im Boot gibt es jeweils einen Gurt, sodass der Drop-Stitch Boden mit dem Boot fest verbunden ist und nicht verrutschen kann.

Ausrollen des Bootes
Boot und Drop-Stitch Boden
Fixierung des Drop-Stitch Boden

Die Seitenkammern werden auf bis zu 0,2 bar aufgepumpt. In Anbetracht des Preises ist dieser Druck für Luftkammern ohne Drop-Stitch Technologie ein richtig guter Wert ist. So hat das Kajak durch den Drop-Stitch Boden nicht nur einen festen Boden sondern auch insgesamt einen formstabilen Rumpf, was einen deutlich hochwertigeren Eindruck im Vergleich zu Intex oder Sevylor Booten macht.

Seit letzter Zeit benutzen wir für das Aufpumpen von Schlauchbooten die Quechua Elektropumpe*, die über einen Akku betrieben wird. Der mitgelieferte Ventiladapter des Bootes passt genau auf die Elektropumpe. Die Elektropumpe schafft den Großteil des Luftschlauches mit Luft zu befüllen. Den endgültigen Luftdruck erzeugen wir dann mit einer Doppelhubpumpe. Dadurch sind 2/3 bis 3/4 weniger Hübe mit der Doppelhubpumpe notwendig. Das ist vor allem an heißen Sommertage eine sehr angenehme Erleichterung.

Aufpumpen mit einer Elektropumpe
Das Boot besitzt insgesamt drei Luftkammern
Aufpumpen des Kajaks mit einer Itiwit Doppelhubpumpe

Nachdem das Kajak vollständig aufgepumpt ist, montierst du die 3 kleinen Richtungsfinnen am Unterboden des Kajaks. Jedes der einzelnen Finnen wird in seinen Finnenkasten eingeschoben und mit einem Splint gesichert. Richtungsfinnen sind bei aufblasbaren Kajak üblich, um den Geradeauslauf zu verbessern. Denn im Vergleich zu Festrumpfkajaks schwimmen Schlauchkajaks aufgrund ihres hohen Luftauftriebs eher auf dem Wasser als im Wasser.

Durch die geringe Größe der einzelnen Finnen hat das Itiwit x100 auch mit Finnen einen geringen Tiefgang. Das hat den Vorteil, dass du bereits im flachen Wasser ins Boot einsteigen kannst ohne aufzusetzen und bei Flüssen mit flachen Stellen Grundberührungen reduziert werden.

Einschieben einer Richtungsfinne am Unterboden

Am Unterboden des Schlauchkajaks ist sehr gut zu erkennen, dass das Boot auf maximale Stabilität ausgelegt ist. Der Unterboden ist sehr flach, fast wie ein Brett. Außerdem sind die Seitenschläuche sehr tief angebracht, sodass das Kajak eine maximale Breite auf der Wasseroberfläche hat. Das ist gut für die Kippstabilität aber nachteilig für die Gleiteigenschaften des Kajaks.

Darüber hinaus gibt es zwei Lenzöffnungen in der Mitte rechts und links. Diese lassen sich von Innen öffnen, um im Boot stehendes Wasser während einer Pause am Ufer abzulassen. Im Heck und Bug gibt es ebenfalls eine Ablassöffnung, die für das Entleeren des Bootes vor dem Abbau gedacht sind.

Lenzventile am Bug, Heck und in der Mitte de Kajaks.

Die Sitzkissen der Sitze werden über ein kleines Boston Ventil mit einer Luftpumpe aufgepumpt oder mit dem Mund aufgepustet. So kannst du selbst die Härte des Sitzkissens bestimmen. Wie bei den anderen Itiwit Kajaks hat der Sitz eine gute Höhe. Zum einen macht es das Sitzen im Boot deutlich angenehmer und zum anderen sitzt du nicht gleich im Nassen, falls mal Wasser ins Boot kommt.

Aufpusten des Sitzkissen
Platzierung des Sitzkissen
Befestigung der Rückenlehne

Am Gepäcknetz hinten lässt sich ein 20-30 Liter großer Packsack befestigen. Ein größerer Rucksack findet ebenfalls hinter dem dritten Sitz Platz. Dieser befindet sich dann nicht mehr komplett auf dem Heck, sondern hängt zum Teil dann ins Innere des Bootes hinein.

Dank Gepäcknetz lässt sich ein Packsack gut befestigen

Erfahrungen auf dem Wasser

Das Itiwit x100+ ist ein 3-Personen Kajak, das sich auch als 2- oder 1-Personen Kajak umkonfigurieren lässt. Wir haben alle drei Konfiguration auf dem Wasser getestet. Durch die seitlichen sowie vorderen und hinteren Tragegriffe lässt sich das Luftkajak gut alleine und zu zweit zu Wasser tragen.

Auf dem Wasser hat das Kajak bei allen 3 Konfigurationen eine sehr hohe Kippstabilität und ist somit ideal für Paddeleinsteiger geeignet. Durch den festen Drop-Stitch Boden fällt der Ein- und Ausstieg sehr leicht, weil der Boden im Vergleich zu klassischen Schlauchkajaks ohne Drop-Stitch Boden kaum nachgibt.

Iitiw tx100+ 3-Sitzer als 3-Personen Kajak
… als 2-Personen Kajak
… als 1-Personen Kajak

Das Itiwit x100+ 3-Sitzer als 1er Kajak

Bei der 1-Personen Konfiguration ist der Kielsprung des Kajaks am größten, sodass eine deutlich kleinere Wasserlinie als die eigentliche Bootslänge entsteht. Die Wasserlage des Bootes ist im Vergleich zur 2- und 3-Personen Konfiguration deutlich besser, wie du es in den nachfolgenden Fotos selbst sehen kannst.

Außerdem fehlt auch hier wie beim Itiwit Touring 2-Sitzer oder Itiwit x100+ 2-Sitzer eine Fußstütze, wenn man das Kajak ernsthaft über eine längere Strecke alleine paddeln möchte. Auf Flüssen, wo man sich größtenteils runtertreiben möchte, ab und zu paddelt und sonst nur die Richtung korrigiert, mag es noch gehen. Auf stehendem Gewässer empfehlen das Itiwit x100+ 3-Sitzer als 1-Personen Kajak nur, wenn du gelegentlich eine kleine gemütliche Tour unternehmen möchtest, also wo das Verweilen auf dem Wasser im Mittelpunkt steht.

Wer das Kajak vor allem alleine paddeln möchte, ist mit einem anderen Schlauchkajak besser beraten

Das Gumotex Solar (2+1 Personen Kajak bei gleicher Bootslänge) funktioniert als 1er Kajak deutlich besser, mit dem ein flottes Paddeln auch alleine ohne Probleme möglich ist.

Das Itiwit x100+ in der 1-Personen Konfiguration fühlt sich auf dem Wasser recht sperrig und unhandlich an. Der Paddelschlag darf nicht zu stark sein, damit die Spurtreue beim Paddeln noch in einem akzeptablen Bereich bleibt.

Das Itiwit x100+ 3-Sitzer als 2er Kajak

Mit 2 Personen lässt sich das Kajak schon deutlich besser paddeln. Jedoch haben wir das Gefühl, dass man recht weit voneinander entfernt sitzt, d.h. der vordere Paddler sitzt ziemlich weit vorne und der hintere Paddler ziemlich weit hinten. Das bringt Gewicht auf das Heck und den Bug, sodass das Kajak besser im Wasser liegt und eine längere Wasserlinie entsteht.

Nichtsdestotrotz hätten wir uns längere Seitengurte der Sitze und einen durchgehenden Klettstreifen auf dem Boden gewünscht, sodass man die Sitze variabler im Boot platzieren kann. Der Klettstreifen zur Befestigung der Sitzkissen am Boden würde es hergeben. Denn so hat der Hintermann sehr viel Beinfreiheit, die er in den meisten Fällen gar nicht ausnutzen kann und der Vordermann hat dagegen zwar noch ausreichend Beinfreiheit aber eben deutlich weniger.

Beim Paddeln zu zweit ist der Geradeauslauf in Ordnung. Hört man auf zu padddeln, driftet das Boot schnell ab. Eine Geschwindigkeit von 4,8 bis 5,5 km/h sind im Durchschnitt möglich, natürlich abhängig vom eigenen Paddelschlag, von den Doppelpaddeln selbst, der Gewichtsverteilung und den Wetterverhältnissen.

Zu zwei lässt sich das Boot ganz gut paddeln

Das Itiwit x100+ 3-Sitzer als 3er Kajak

Obwohl das Kajak mit einer Länge von 410 cm für ein 3-Personen Kajak recht kurz ist, funktioniert das Paddeln mit 3 Personen recht gut. Wir (189 cm / 76 kg, 186 cm / 74 kg, 174 cm / 82 kg) hatten nicht genügend Platz um die Beine leicht angewinkelt auszustrecken. 

Dennoch ist der Innenraum des Kajaks breit genug, sodass man im leichten Schneidersitz gut sitzen kann. Da das Sitzkissen hoch genug ist, ist das Sitzen bzw. Paddeln im Schneidersitz über mehrere Stunden nicht umbequem. Alternativ sitzt man mit stark angewinkelten Beinen im Boot. Unabhängig von der Sitzposition sehen wir und Freunde von uns das Itiwit x100 als ein Kajak, welches man für eine kurze und entspannte Nachmittagstour (2-3 Stunden) verwendet.

Itiwit x100+ mit 3 Erwachsenen, nahe der maximalen Zuladungsgrenze

Beim Paddeln zu dritt ist es für den hinteren Paddler gut möglich, das Boot alleine zu steuern. Auf einem See oder sehr ruhigen Fluss sollten mindestens zwei Personen paddeln, um vernünftig voranzukommen. Auf Flüssen mit spürbarer Strömung reicht es jedoch auch aus, wenn der hintere Paddler etwas paddelt und mit guter Voraussicht steuert, währenddessen die vorderen Personen größtenteils entspannen und die Zeit auf dem Wasser genießen. Das war für den hinteren Paddler in dem Fall deutlich entspannter, als wenn alle drei Personen paddeln. 

Wenn alle drei Personen paddeln, müssen die Paddler gut aufeinander abgestimmt sein. Ansonsten muss der hintere Paddler nicht nur steuern sondern auch ständig die ungleichmäßigen Paddelschläge der vorderen Paddler ausgleichen. Aufgrund der geringen Bootslänge für ein 3er Kajak kommen sich die Paddler mit ihren Doppelpaddel schnell in die Quere, wenn sie nicht synchron paddeln. Zu dritt erreicht man 5,6 km/h, bis maximal 6,1 km/h. Bitte betrachte diese Werte lediglich als grobe Richtwerte.

Mit dem Kajak zu dritt auf einer Flusstour

Als sehr praktisch haben sich die seitlichen Aussparungen in der Mitte im Drop-Stitch Boden (wo die Lenzöffnungen sind) erwiesen. Kommt mal etwas mehr Wasser ins Boot, sammelt sich das Wasser hauptsächlich dort an und der Boden bleibt frei von Pfützen. Darüber hinaus sind die Sitzkissen schön hoch, sodass in den meisten Fällen der Gesäß trocken bleibt.

Ebenfalls super praktisch sind die Taschen auf dem Bug und an den Rückenlehnen. So hat jeder Paddler die Möglichkeit, einen Snack und eine Getränkeflasche griffbereit zu verstauen.

Itiwit x100+ 3-Sitzer vs. 2-Sitzer

Das Itiwit x100+ gibt es als 3- und 2-Sitzer Variante. Die beiden Kajaks unterscheiden sich im Preis, im Gewicht, in den Abmessungen, in der Zuladungsgrenze und der Farbgebung. Ansonsten sind die beiden Kajaks bzgl. Kippstabilität, Material, Luftdruck und Ausstattung identisch.

Das Itiwit x100+ gibt es als 2-Sitzer (gelb) oder 3-Sitzer (blau)

Wer ein 3-Personen Kajak sucht, bei dem ist die Entscheidung zwischen den beiden Modellen bereits getroffen. Wie sieht es aber aus, wenn man das Kajak nur alleine oder zu zweit paddeln möchte? Sollte man sich den 2- oder doch gleich besser den 3-Sitzer kaufen?

Der 3-Sitzer hat eine 50 kg höhere Zuladung (also 245 kg statt 195 kg), d.h. dass die Paddler mehr wiegen dürfen und gleichzeitig noch einiges an Proviant mitnehmen können. Es gibt im 45 cm längeren 3-Sitzer außerdem deutlich mehr Platz um die Beine auszustrecken, vor allem für den hinteren Paddler. Darüber hinaus hast du die Möglichkeit ein oder zwei große Packsäcke in der Mitte zu platzieren, ohne dass es beim Paddeln stört. Zu zweit ist der 3-Sitzer ungefähr 0,5 km/h schneller und driftet weniger ab, wenn man aufhört zu paddeln.

Nur aufgrund der minimal besseren Fahreigenschaften würden wir jedoch nicht zum 3-Sitzer raten. Wer wirklich spürbar bessere Fahreigenschaften haben möchte, sollte sich eher ein Gumotex Solar (gleiche Bootslänge) kaufen, welches sich sowohl zu zweit als auch alleine sehr gut paddeln lässt.

Der Itiwit x100+ 3-Sitzer ist dann zu empfehlen, wenn du es tatsächlich als 3-Personen Kajak verwenden möchtest bzw. zumindest diese Option haben möchtest. Außerdem ist der 3-Sitzer zu empfehlen, wenn du eine höhere Zuladung benötigst. Dann sind die etwas besseren Fahreigenschaften ein schöner Nebeneffekt. Am Ende sind aus unserer Sicht beide Schlauchkajaks für Paddeleinsteiger, die ein formstabiles Luftkajak mit robuster Bootshaut und hoher Kippstabilität suchen.

Abbau des Itiwit x100+

Der große Vorteil beim Itiwit x100+ gegenüber einem Itiwit Touring 3-Sitzer ist der deutlich schnellere Abbau. Die Sitze und der Drop-Stitch Boden werden aus dem Boot genommen. Falls Wasser im Kajak steht, kannst du es über die aufschraubbaren Lenzöffnungen ablaufen lassen. Danach lässt sich das Schlauchkajak einfach mit einem Handtuch trocken wischen. Da das Boot sehr offen gestaltet ist, kommt man mit dem Handtuch überall ran.
Das Kajak hat einen großen Kielsprung
Lenzöffnung im Heck
Abgebautes Kajak

Beim Trockenwischen haben wir uns wieder die Verklebungen genauer angeschaut. Hier mussten wir letztes Jahr beim Itiwit x100+ 2-Sitzer Verarbeitungsprobleme feststellen. Der Boden war mit den Seitenschläuchen nicht sauber geklebt. Das hatte keine Auswirkung auf die Funktionstüchtigkeit des Kajaks, ist aber trotzdem unschön für ein neuwertiges Produkt.

Es ist wirklich schade, dass wir auch bei diesem Exemplar Verarbeitungsprobleme in diesem Bereich feststellen mussten. Es ist deswegen schade, weil der Boden mitunter der am stärksten beanspruchte Bereich ist und ansonsten das Boot insgesamt sauber verarbeitet ist. Beim Trockenwischen der Ritzen zwischen dem Boden und der noch mit Luft befüllten Seitenschläuchen hörte es sich so an, als ob sich ein Klettverschluss lösen würde. Vermutlich war es die Verklebung. Auf den folgenden Fotos siehst du diese Stelle, wo sich die Verklebung gelöst hat.

Voriger
Nächster

Beim nächsten Abbau werden wir die Luft komplett rauslassen und dann trockenwischen. Das beansprucht die Verklebung weniger. Eine stabile Verklebung solltes es dennoch ohne Probleme wegstecken. Auf Nachfrage bei Decathlon teilte uns der Hersteller mit, dass so etwas nicht normal ist und uns nicht versichern kann, ob es einen Einfluss auf die Langlebigkeit hat. Auf der darauf folgenden Tour hatte es keinen Einfluss auf die Funktionstüchtigkeit und die Verklebungen lösten sich nicht weiter. Wir raten euch dennoch bei dem Kauf des Bootes die Verklebungen zu prüfen.

Stärken und Schwächen

Das Itiwit x100+ ist eines der kippstabilsten Luftkajaks, die wir bisher gepaddelt sind, und bietet für den Preis eine hohe Ausstattung (3. Sitz inklusive, guter Sitzkomfort, Drop-Stitch Boden). Insgesamt hat das Kajak eine gute Verarbeitung. Nur die Verklebung zwischen dem Boden und den Seitenschläuchen weisen kleine Mängel auf. Den gleichen Mangel hatten wir letztes Jahr beim Test des Itiwit x100+ 2-Sitzer.

Das Material ist robust und wenn die Verklebung innen am Boden sauber wäre, könnte man nicht meckern. Nichtsdestotrotz kommt das Kajak nicht an die Hochwertigkeit eines Gumotex Kajaks heran. Im Einsteigersegment (z.B. Sevylor, Intex, …) bietet das Itiwit x100 jedoch deutlich mehr an Verarbeitung und Robustheit.

Das hat uns gefallen

+ sehr einfacher Auf- und Abbau + geräumiger Innenraum + sehr hohe Kippstabilität + robuste Bootshaut + hoher Luftdruck und somit sehr gute Steifigkeit für ein Boot in dieser Preisklasse + sicheres Ein- und Aussteigen durch festen Drop-Stitch Boden + 3. Sitz bereits inklusive + hohes Sitzkissen und guter Sitzkomfort + austauschbarer Drop-Stitch Boden + hoher Freizeitwert (Paddeln mit der Familie oder Freunden) + nützliche Features (Paddelhalter, seitliche Tragegriffe, Gepäckfach auf dem Bug, Tasche an der Rückenlehne, ...) + Transportrucksack inklusive + als Badeboot geeignet (aufgrund der hohen Kippstabilität Einstieg aus dem Wasser möglich) + Ersatzteile nachbestellbar

Das hat uns weniger gefallen

- breiter und flacher Rumpf und somit langsamer - bei unserem Modell war der Boden mit den Seitenschläuchen nicht ausreichend oder unsauber verklebt (bisher keine Auswirkung auf die Funktionstüchtigkeit des Kajaks) - mäßiger Geradeauslauf - als 1er Kajak am wenigsten geeignet - bei 2er Konfiguration lassen sich die beiden Sitze nur bedingt variabel im Boot platzieren

Fazit zum Itiwit x100+ 3-Sitzer

Aus unserer Sicht hat Decathlon mit dem Itiwit x100+ vieles richtig gemacht und ein aufblasbares Kajak entwickelt, welches sich von den günstigen Schlauchkajaks von Intex, Sevylor und Bestway deutlich abhebt und mit dem Drop-Stitch Boden einen echten Mehrwert in dieser Preisklasse bietet.

Das x100+ ist deutlich formstabiler aufgrund des Drop-Stitch Bodens und des höheren Luftdrucks der Seitenschläuche, es hat eine deutlich robustere Bootshaut (die sich auch bei Beschädigung reparieren lässt), es hat einen höheren Sitzkomfort aufgrund der hohen Sitzkissen und stabilen Rückenlehnen, es ist kippstabiler und es lässt sich nach der Tour einfach trockenwischen. In Sachen Fahreigenschaften (insbesondere Geschwindigkeit, Geradeauslauf, Gleiteigenschaften) bietet das x100+ gegenüber den Booten von Intex, Sevylor und Co. jedoch keine nennenswerten Vorteile.

Wer Fahreigenschaften erwartet, womit man lange Tagestouren (> 20 km) paddelt, unabhängig ob alleine, zu zweit oder zu dritt, sollte sich die von uns aufgeführten Alternativen genauer anschauen.

In der 3er Konfiguration hat uns das Kajak am besten gefallen

Obwohl das Schlauchkajak als 3-Personen Kajak den geringsten Platz bietet, hat uns diese Konfiguration am besten gefallen. Es ist einfach nur toll die Möglichkeit zu haben, in einem Kajak mit zwei weiteren Freunden Paddeln zu gehen und so einen schönen gemütlichen Paddelausflug gemeinsam zu unternehmen. Auch für Familien mit einem Kind ist dies eine tolle Möglichkeit gemeinsam Zeit auf dem Wasser zu verbringen. Aufgrund der hohen Kippstabilität kann man Freunde und Familienmitglieder schnell davon überzeugen mit auf Tour zu kommen. Für Familien mit Kleinkinder ist die sehr hohe Kippstabilität ein echtes Plus in Sachen Sicherheit. 

Als 2-Personen Kajak macht der Itiwit x100+ 3-Sitzer vor allem dann Sinn, wenn du die höhere Zuladungskapazität und den zusätzlichen Platz für Gepäck benötigst. Es ist ein Vorteil, dass man das Boot auch als 1er Kajak paddeln kann. Für kleine und gemütliche Paddelausflüge mag es ausreichen. Wer damit jedoch des Öfteren alleine auf Touren gehen möchte, tut sich mit dem Boot keinen Gefallen. Dafür ist das Kajak nicht konzipiert.

Wirklich schade ist, dass auch dieses Itiwit x100+ Modell am Boden nicht ganz sauber verarbeitet ist. Das trübt unser Gesamteindruck der Itiwit x100+ Serie. Ob es eine unschöne Verarbeitung oder ein prinzipielles Problem ist, können wir nicht beurteilen. Falls du dir so ein Kajak holst, schau dir die Verklebungen im Bootsinneren auf jeden Fall an. 

Alle getesteten Boote im Überblick!

Geeignetes Zubehör

Im Lieferumfang des Bootes ist folgendes Zubehör enthalten:
  • Transportrucksack
  • 3 Finnen
  • Ventilschlüssel
  • Ventiladapter für Luftpumpe
  • Kompressionsgurt
  • Reparaturmaterial

Zusätzlich können wir folgendes Zubehör empfehlen

  • Doppelpaddel: Itiwit Doppelpaddel 2-teilig* (sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, Drehwinkel und Länge zwischen 225 – 235 cm einstellbar, aufgrund der hohen Breite des Kajaks empfehlen wir das 230 cm lange Doppelpaddel statt das 215 cm lange Paddel). Alternativ empfehlen wir das ExtaSea Tour Vario 230-240 cm 4-teilig*, wer ein kompaktes also 4-teiliges Doppelpaddel sucht (noch bessere Haptik und besseres Handling als das Itiwit Paddel). Es gibt auch das Itiwit Doppelpaddel 4-teilig*, welches wir jedoch nicht empfehlen können (zu wackelig, schlechte Haptik, keine Tropfringe)
  • Luftpumpe: Itiwit Doppelhubpumpe 2 x 2,6L* (inkl. Manometer zur Überprüfung des Luftdrucks, gute Verarbeitung und einfache Handhabung, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, sehr gut geeignet für das Itiwit x100+)
  • Schwimmweste: Itiwit BA 50N+ * (gute Schwimmweste für Einsteiger, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, mehr Details in unserem Testbericht)
  • Dry Bag: Itiwit Packsack 30L* (gute Verarbeitung, als Rucksack nutzbar, in unterschiedlichen Größen erhältlich, 30L Größe passt gut aufs Heck des x100+)

Alternativen zum Itiwit x100+ 3-Sitzer

Im Folgenden möchten wir dir noch drei Alternativen vorstellen, die für dich ebenfalls bei einer möglichen Kaufentscheidung relevant sein könnten. Außerdem wäre es ebenfalls eine Überlegung, sich ein 1-Personen Kajak und ein 2-Personen Kajak zu kaufen, falls du zu dritt paddeln gehen möchtest. 

Itiwit Touring 3-Sitzer

Wenn dir der Itiwit x100+ 3-Sitzer zu teuer ist, du aber trotzdem nicht auf ein 3-Personen Schlauchkajak verzichten möchtest, gibt es den Itiwit Touring 3-Sitzer. Du solltest aber bedenken, dass du mit dem Touring einige Kompromisse eingehst. Es hat eine geringe Zuladungsgrenze (230 kg statt 245 kg). Es gibt deutlich weniger Platz im Boot (nur 385 cm statt 410 cm lang). Daher ist es ein Schlauchkajak für 2 Erwachsene und 1 Kind. Darüber hinaus hat es einen geringeren Luftdruck, ist also nicht so steif wie das x100+. Eines der größten Nachteile gegenüber dem x100+ ist die Außenhülle aus Polyester, die lange zum Abtrocknen benötigt.

Gumotex Solar

Eine richtig interessante Alternative ist aus unserer Sicht das Gumotex Solar. Es ist deutlich hochpreisiger, bietet aber dafür spürbar bessere Fahreigenschaften und eine sehr robuste Bootshaut. Es ist so konstruiert, dass das Kajak auf eine hohe Langlebigkeit ausgelegt ist. Es ist nicht so kippstabil wie das Itiwit x100, dennoch nach kurzer Eingewöhnung ausreichend stabil für Paddeleinsteiger.

Darüber hinaus lässt es sich auch sehr gut alleine paddeln. Wenn du das Kajak zu dritt nutzen möchtest, benötigst du einen dritten Sitz, der nicht im Lieferumfang enthalten ist.  Obwohl das Solar eine sehr hohe Zuladungskapazität von 270 kg hat, ist der Innenraum aufgrund der geringen Breite des Kajaks von 80 cm deutlich schmaler (für schlanke und normalgewichtige Personen kein Problem, für Übergewichtige jedoch zu eng). Der Sitzkomfort des Gumotex Solar ist im Vergleich zum x100+ nochmal höher, da du sowohl das Sitzkissen als auch die Rückenlehne separat aufpusten kannst. Darüber hinaus ist die Rückenlehne höher.

Gumotex Thaya

Für wen ein fester Kajakboden, eine hohe Kippstabilität und gute Laufeigenschaften wichtig sind, sollte sich das Gumotex Thaya genauer anschauen. Im Gegensatz zum Solar hat das Thaya einen Drop-Stitch Boden und bietet somit eine ähnliche Kippstabilität wie das x100+. Da das Thaya deutlich schmaler als das Itiwiti Kajak ist, läuft es spürbar besser im Wasser. Auch beim Thaya muss der dritte Sitz zusätzlich erworben werden. Die Bootshaut besteht wie beim Gumotex Solar aus einem Polyestergewebe mit Kautschukbeschichtung. Die Beständigkeit und die Langlebigkeit der Bootshaut ist richtig gut. Nicht umsonst können beide Gumotex Kajaks bis Wildwasserstufe 2 gepaddelt werden.

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