04.03.2020

Faltboot
Einsteigerguide

Faltboote haben eine lange Historie, doch es gibt zahlreiche Einsteiger- und Freizeitpaddler, die von diesem Bootstyp noch nie gehört haben.  Zugegeben, für den Laien sehen solche Boote aus der Ferne auch wie herkömmliche Kajaks oder Kanadier aus. In diesem Artikel erfährst du alles zum Thema Faltboote und kannst für dich herausfinden, ob solch ein Boot in Frage kommt.

Was ist ein Faltboot und seit wann gibt es sie?

Ein Faltboot ist ein Boot, welches aus einem zerlegbaren Innengerüst und einer flexiblen Bootshaut besteht. Innovationen haben aber auch nicht vor den Faltbooten Halt gemacht. So gibt es heutzutage Modelle, die aus einem ganzen Stück bestehen und durch eine besondere Falttechnik in die richtige Form gebracht werden. Solche Faltboote nennt man auch Origami Kajak oder Origami Kanadier.

Die meisten Faltboote orientieren sich aber weiterhin an dem Baukonzept Gerüst und Bootshaut. Im Folgenden Bild siehst du den Querschnitt eines Ally Faltkanadiers. Gut zu erkennen sind hier diese zwei wesentlichen Bestandteile. Zusätzlich gibt es noch zwischen Gerüst und Boden eine Schaumstoffmatte.

faltboot aufbau
Querschnitt eines modernen Faltkanadiers bestehend aus Gerüst, Bodenmatte und Bootshaut.

Die Geschichte der Faltboote geht weiter zurück als manch einer es erahnen würde. Bereits die Ureinwohner nördlich des Polarkreises gingen schon vor mehr als 2000 Jahren mit solchen Booten auf die Jagd. Damals bestand das Gerüst aus Treibholz und Knochen und waren mit Tierhäuten bespannt.

Das Faltboot, wie wir es heute kennen, stammt ursprünglich aus Deutschland. Der Architekturstudent Alfred Heurich baute 1897 ein Faltboot aus Bambusstangen und Segeltuch, welches er später durch Eschenholz und Leinwand ersetzte. Die Idee verkaufte er wenig später im Jahr 1907 an den Sportartikelhändler Johannes Klepper, der das Faltboot in die Serienfertigung schickte. Damit legte er den Grundstein für den Erfolg des Faltbootes für die breite Masse.

In den 1920er Jahren bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs avancierte sich das Faltbootfahren zum Volkssport. Mit dem Zug ging es durch ganz Deutschland oder ins nahe Ausland, um sämtliche Gewässer zu erkunden. Nach dem 2. Weltkrieg war zunächst an Sport und Freizeitgestaltung nicht mehr zu denken. Mit dem Wirtschaftswunder kam der Individualverkehr in Westdeutschland und dank des eigenen Autos war man auf ein zerlegbares Boote nicht mehr angewiesen. In der DDR erlangten die Boote aufgrund der eingeschränkten Reisemöglichkeit sowie der großen Bedeutung des Campings und der großen Seenketten wieder einen richtigen Aufschwung.

Auch heute verbinden noch viele Paddelbegeisterte den Namen Klepper mit hochwertigen Faltbooten. Weitere Hersteller sind in der Zeit hinzugekommen und einige davon auch wieder vom Markt verschwunden. Dennoch gibt es auch heute noch eine ganz gute Auswahl an Faltbooten auf dem Markt und die Beliebtheit der Boote ist tendenziell steigend. Denn mit der Urbanisierung der Bevölkerung verzichten viele Menschen auf ein eigenes Auto und haben auch wenig Platz für die Lagerung eines Festrumpfbootes. Das Konzept Faltboot trifft heute also wieder den Nerv der Zeit.

Die verschiedenen Faltboottypen

Die Arten von Faltbooten lassen sich in drei unterschiedlichen Kategorien einordnen: klassische Faltboote, Hybridboote und Origami Boote. In der jeweiligen Kategorie kann man wiederum zwischen Kajaks und Kanadier unterscheiden.

Wer sich schon ein wenig mit dem Paddelhobby auseinander gesetzt hat, wird zweifelsohne auch von den Begriffen Kajak, Kanu oder Kanadier gehört haben und kann womöglich diese auch den richtigen Bootstypen zuordnen. Doch so trivial ist das für den Laien gar nicht, denn oft werden umgangssprachlich Kanu und Kanadier gleichgesetzt. Dies ist aber nicht korrekt. Denn bei dem Begriff Kanu handelt es sich um den Obergriff für Paddelboote, wobei Kanadier und Kajak zwei Varianten eines Kanus darstellen. Bei einem Kajak wird ein Doppelpaddel und bei einem Kanadier ein Stechpaddel genutzt.

Kajaks werden oft mit sportlichem Paddeln und Kanadier mit mehrtägigen und gemütlichen Ausflügen auf dem Wasser verbunden. Obwohl die Richtung dieser Vorstellung stimmen mag, kann man mit geeigneten Kajaks auch gemütliche Mehrtagestouren unternehmen und genauso mit einem geeigneten Kanadier sportlich unterwegs sein. Für diejenigen, die noch nicht wissen, ob sie sich lieber ein Kajak oder ein Kanadier zulegen sollen, empfehlen wir die Lektüre unseres Einsteigerguides zu Kajaks und Kanadiern.

Sofern die Entscheidung feststeht, ob es ein Faltkajak oder -kanadier sein soll, empfehlen wir unsere Artikel zu dem einzelnen Bootstyp, wo wir nochmal vertieft auf einige Dinge eingehen und konkrete Modelle vorschlagen:

Einsteigerguide Faltkajak
Einsteigerguide Faltkanadier

faltboote arten
Die verschiedenen Typen von Faltbooten

Klassische Faltboote

Den Begriff “klassisch” verwenden wir hier, weil die Konstruktionsweise des Faltbootes der ursprünglichen bzw. der traditionellen Faltbauweise folgt.  Das heißt, es handelt sich hierbei um ein Boot, bei dem ein Innengerüst die Bootshaut aufspannt. Unter den klassischen Faltbooten gibt es auch die größte Auswahl an Booten auf dem Markt. Traditionshersteller wie Klepper bauen ihre Faltkajaks schon seit über 100 Jahren!

Klassische Faltkajaks

Die meist verkauften klassischen Faltboote lassen sich den Faltkajaks zuordnen und hier lassen sich die meisten Hersteller finden.

faltboot kajak
Klassisches Faltkajak: Hier zu sehen ist das Triton Advanced Ladoga.

Traditionsreiche Faltkajak Hersteller wie Klepper oder Pouch sprechen vor allem erfahrene und ambitionierte Paddler an, die nach einem Zweiboot suchen. Diese Paddler besitzen in den meisten Fällen schon ein Festrumpfkajak und möchten mit einem Faltboot bequem und unaufwendig weit entfernt vom Wohnort neue Gewässer erkunden , ohne dabei große Abstriche bei den Fahreigenschaften machen zu müssen. Und genau das ist der springende Punkt. Für ein Faltkajak entscheidet man sich für ein Boot, wenn man nach einem transportablen Boot sucht, welches von den Fahreigenschaften mit einer Festrumpfboot mithalten kann.

nortik argo sitz
Das Innengerüst gibt einem Faltkajak seine Stabilität und Form.
nortik faltboot unterboden
Faltkajak verfügen über einen sehr gut ausgeformten Rumpf.

Einsteiger im Paddelsportbereich haben oft diese hohen Anforderungen an die Fahreigenschaften gar nicht. Als Anfänger wird man auch mit den guten Fahreigenschaften eines Schlauchkajak glücklich. Denn im Vergleich zu klassischen Faltkajaks sind viele Schlauchkajaks schon deutlich günstiger zu haben und oft sind diese auch noch um einiges leichter im Gewicht und bei Weitem einfacher im Auf- und Abbau.

Triton advanced LADOGA 1

1 Person Kajak

Triton advanced Ladoga 1

nortik argo 2

1 Person Kajak

nortik argo 2 klein

Klassische Faltkanadier

Klassische Faltkanadier verfolgen die gleiche Konstruktionsweise wie die klassischen Faltkajaks. Kanadier wurden früher für den Transport von Waren auf Wasserwegen verwendet und bieten daher viel Platz und gute Zulademöglichkeiten in Innenraum. Daher werden sie heutzutage auch gerne für mehrtägige oder -wöchige Kanutouren eingesetzt und erfreuen sich bei Familien großer Beliebtheit. 

Faltkanadier sind auch ziemlich aufwendig und zeitintensiv im Auf- und Abbau, was vom Kauf im ersten Moment abschreckt. Mit etwas Übung verkürzt sich aber auch hier wie bei allen portablen Booten die benötigte Zeit. Vor allem wenn man mit dem Kanadier große Tagestouren unternimmt oder für mehrere Tage zum Beispiel auf einer Kanutour in Schweden unterwegs ist, fällt die Auf- und Abbauzeit überhaupt nicht mehr ins Gewicht. Die Transportabilität und die guten Fahreigenschaften überwiegen in dem Fall.

faltkanu ally 165
Innengerüst einen Ally Faltkanadiers.
ally boot
Die aufgespannte Bootshaut gibt dem Rumpf die Form wie des eines Festrumpfkanadiers.

Sehr beliebt unter den Faltkanadiern sind die Boote der Marke Ally. Diese werden von der norwegischen Firma Bergans gefertigt. Die Modellpalette der Ally Boote unterscheidet sich im Prinzip nur in der Länge des Bootes. Ansonsten sind die Boote allesamt sehr ähnlich.

Ally 16.5

2-3 Personen Kanadier

ally tour 165

Ally 18

4 Personen Kanadier

ally 17 dr faltkanadier

Hybridboote

Wer mit einem klassischen Faltkajak auf einer mehrtägigen Tour unterwegs ist, dem stört die lange Auf- und Abbauzeit nicht. Doch für eine kurze Paddeltour am Wochenende sieht es da schon ganz anders aus. Da überlegt man sich zweimal, ob man für ein paar Stunden Paddelvergnügen sich den aufwändigen Auf- und Abbau antun möchte. Und hier kommen die Hybridboote ins Spiel. Hybridboote sind eine Kombination aus Falt- und Schlauchboot, die das Problem des aufwendigen Auf- und Abbaus zu lösen versuchen.

Die Seitenwände des Bootes sind Schläuche, die mit einer Luftpumpe aufgepumpt werden. Das gibt dem Kajak schon seine erste Form und sorgt vor allem auch für gute Kippstabilität. Der Boden besteht aus einem Gestänge und einer Bootshaut, welche für die Ausformung des Rumpfes sorgen und gute Fahreigenschaften verspricht. Somit versucht ein solches Kajak möglichst gut die Vorzüge beider Bauweisen zu kombinieren. 

Hybridkajaks

Der Markt der Hybridkajaks ist noch ziemlich jung und oft werden sie auch einfach nur als Faltkajaks bezeichnet. Doch wenn der Hersteller bei seinem Faltboot mit einem einfachten und schnellen Aufbau wirbt, dann steckt oft ein Hybirdkajak dahinter.

hybridkajak nortik
Hybridkajak: Hier zu sehen ist das nortik scubi 1 XL

Durch den einfachen Aufbau sprechen solche Boote auch Paddeleinsteiger an, die schon zu Beginn ein Boot mit richtig guten Fahreigenschaften suchen. Zudem gibt es unter den Hybridkajaks einige Modelle, die um einiges erschwinglicher sind als die vielen klassische Faltkajaks. 

nortik scubi innenraum
Bei Hybridkajaks besteht der Boden aus einer aufgespannten Bootshaut und die Seiten aus Luftkammern.
hybridboot scubi
Dank der Hybridkonstruktion haben solche Boote einen sehr gut ausgeformten Rumpf.

Dabei sind die Boote der Reihe scubi von der Marke nortik die bekanntesten auf dem deutschen Markt. Wir hatten bereits die Gelegenheit gehabt, diese Kajaks selbst zu paddeln und auch einige davon intensiver zu testen. Vor allem in Punkten Kippstabilität und Fahreigenschaften haben sie uns richtig überzeugt. Das nortik scubi 1 ist eher für Paddler unter 180 cm. Für größere Paddler gibt es das scubi 1 XL und für all diejenigen, die am liebsten zu zweit unterwegs sind, hat der Hersteller vor kurzem mit dem scubi 2 XL eine 2-Personen Variante auf den Markt gebracht. Das Gestänge bei Hybridbooten ist auf ein Minimum reduziert worden, womit sich der Aufwand für Auf- und Abbau drastisch reduziert.

nortik scubi 1

1 Person Kajak

nortik scbui 1

nortik scubi 1 XL

1 Person Kajak

nortik scubi 1 xl klein

nortik scubi 2 XL

2 Personen Kajak

nortik scubi 2XL klein

Hybridkanadier

Bei Hybridkanadiern wird der Rumpf ebenfalls durch ein Gestänge ausgeformt und die Seitenwände bestehen aus Luftschläuchen. Die hybride Bauweise ist unter den Kanadiern jedoch nicht stark verbreitet. Die von Out-Trade vertriebenen Boote der Marke Pakboats sind die einzigen Kanadier, die dieser Bauweise zumindest nahe kommen.

Das Gerüst kann hier jedoch nicht auf ein Minimum reduziert werden, da ein größeres Gestänge einfach notwendig ist, um den kanadiertyptischen Rumpf auszuformen. Somit liegt auch die Aufbauzeit eines Pakboats für Geübte bei ca. 20 Minuten. Zusätzlich gibt es eine Außenhaut, wo an den Innenseiten Luftschläuche angebracht sind, die somit für eine gute Kippstabilität und für Schutz vor Beschädigungen sorgen.

Hybridkanadierr: hier Pakboats

Origami Boote

Origami Boote sind eigentlich aus Papier gefaltete Boote, denn der Begriff Origami bezeichnet die Kunst des Papierfaltens. Genau diese Faltkunst machen sich einige Hersteller zu Nutze. Die Idee ist es, ein Boot aus einem Element durch Falten in seine richtige Form zu bringen.

Origami Faltkajaks

Origami  Kajaks gelten in den vergangenen Jahren als die Neuheit unter den Faltkajaks. Dank der entfallenden Zusammensetzung einzelner Elemente und der vorgefalteten Platte, sind solche Kajaks sehr schnell aufgebaut und einsatzbereit. Durch die Möglichkeit der Verwendung eines festen Bootsmaterials haben solche Kajaks sehr gute Fahreigenschaften. Im zusammengefalteten Zustand lassen sie sich zudem gut transportieren und verstauen. 

origami faltkajak
Origami Faltkajak: nortik Fold 4.2

Der US-amerikanische Hersteller Oru Kayak war der Erste, der solche Kajaks 2012 auf den Markt gebracht hat. Seitdem erfreuen sich seine Faltkajaks vor allem in den USA aber auch im Ausland wachsender Beliebtheit. Mittlerweile hat Oru Kayak weitere Modelle im Origami-Stil herausgebracht und zuletzt folgte sogar ein 2 Personen-Kajak.

origami kajak
Origami Kajaks kommen so gut wie ohne Gerüst aus.
faltkajak nortik fold
Origami Faltkajaks sind besonders schnell im Auf- und Abbau: Hier das nortik Fold 4.2

Die in Deutschland bekannte Faltbootmarke nortik der Firma Out-Trade hat in den letzten Jahren sein Sortiment um zwei Origami Kajaks ergänzt. Auf den ersten Blick ähneln sich die Boote stark denen des Konkurrenten aus den USA. Der größte Unterschied zu den Booten von Oru Kayak ist wohl das verwendete Material. Oru Kayak setzt bei seinen Booten auf ein Hohlkammermaterial, welches leichter ist. Ein falsches Falten würde das Material aber irreversibel beschädigen oder sogar zerstören. Die nortik Boote bestehen hingegen aus einem Vollmaterial.

ORU KAYAK Beach LT

1 Person Kajak

nortik Fold 4.2

1 Person Kajak

origami faltkajak

Origami Faltkanadier

Wenn es Origami Kajaks gibt, dann ist der Gedanke natürlich nicht fern, dass es auch Kanadier in solch einer Bauweise geben muss. In der Tat gibt es einen Hersteller namens ONAK aus den Niederlanden, der solche Origami Kanadiers herstellt. Zurzeit scheinen die Boote nicht auf der Seite der Herstellers verfügbar zu sein. Abgesehen von ONAK gibt es keine weiteren Anbieter von Origami Kanadier.

Für wen ist ein Falboot geeignet?

Faltboote richten sich in erster Linie an begeisterte Paddelsportler, die eine Alternative zum Festrumpfboot mit ähnlichen Fahreigenschaften suchen. Oft sind es ambitionierte Tourenpaddler, die mit einem Faltboot unterwegs sind. Kollegen aus dem Wildwasserbereich können mit solchen Booten eher weniger anfangen, da sie auch für diesen Einsatzbereich nicht geschaffen sind.

Die meisten Faltboote sind nämlich lang und schmal geschnitten. Das Gerüst mit umspannter Bootshaut sorgt für eine gute Steifigkeit und verdrängt das Wasser entsprechend gut. Paddler mit einem Faltboot haben bei Schnelligkeit und Geradeauslauf kein Nachsehen mit Paddlern von Festrumpfbooten.

Es gibt auch einige Paddeleinsteiger, die direkt zu einem Faltboot greifen. Diese Gruppe möchte dann ein hochwertiges Boot erwerben, welches auch mit dem Auto transportiert und im Keller gelagert werden kann sowie lange Freude bereitet. Solche Einsteiger sind sich dann aber schon ziemlich sicher mit ihrem neuen Hobby, denn ein Faltboot ist nicht gerade günstig.

faltkajak erfahrungen und test
Unterwegs mit einem Faltkajak: Hier nortik argo 2 auf dem Chiemsee.

Wieviel kostet ein gutes Faltboot?

Günstige Faltboote sucht man eigentlich so gut wie vergebens. Höchstens gebraucht lässt sich mal das ein oder andere Schnäppchen ergattern. Ansonsten erscheint es aber auch logisch, dass solche Boote nicht im Tiefpreissegment zu finden sind. Schließlich kann bei der Konstruktion des Innengerüsts und der Bootshaut nicht gespart werden. Beide Bestandteile werden bei Auf- und Abbau strapaziert und sollen lange halten.

Für ein Faltboot zahlt man schnell einen Betrag im unteren vierstelligen Bereich. Hier ist das Zubehör noch nicht eingerechnet. Der Preis für ein Boot variiert natürlich auch hier in Abhängigkeit vom Hersteller und Modell. Ein großer Faltkanadier für 3 Personen ist entsprechend teurer als ein kleines 1 Personen Faltkajak. Zu berücksichtigen gilt, dass die meisten Hersteller nicht in allzu großen Stückzahlen produzieren, da Faltboote im Vergleich zu Festrumpf- oder Schlauchbooten eher einen Nischenmarkt darstellen. Viele Hersteller fertigen ihre Modelle zudem in Handarbeit.

Vor- und Nachteile von Faltbooten

Vorteile

+ gute Steifigkeit + ausgeformter Rumpf + einfacher Transport und Lagerung + gute Laufeigenschaften + "abreiten" von Wellen

Nachteile

- lange Auf- und Abbauzeiten - hohe Anschaffungskosten - Pflegeaufwand des Gestänges - empfindlich gegenüber Kollisionen

Faltboot Tests

Wir sind bereits verschiedene Faltboote gepaddelt und konnten auch einige Modelle intensiver testen. Unsere Erfahrungen zu den folgenden Faltbooten haben wir im Rahmen eines Testsberichts näher dokumentiert:

Faltkajak Tests

nortik argo 2
nortik scubi 1
nortik scubi 1 XL
nortik scubi 2XL

Faltkanadier Tests

Ally Tour 16.5

Falls du mal selbst ein bestimmtes Faltboot Probe paddeln möchtest, solltest du Ausschau nach einer Outdoormesse in deiner Umgebung halten. Manche stellen nämlich auch Faltboote aus, die dann Probe gepaddelt werden können. Einige Fachhändler bieten auch das Probepaddeln vor Ort an. Globetrotter hat z.B. in seinen Geschäften im Frühling und Sommer Wasserbecken im Innenbereich, in denen die Boote angetestet werden können.

Notwendiges Zubehör

Schwimmweste

Auch wenn man ein guter Schwimmer ist, so sollte nie eine Schwimmweste fehlen. Denn gerade wenn man mit dem Boot einmal kentert, saugen sich die eigenen Sachen am Körper schnell voll und erschweren das Schwimmen. Eine Schwimmweste sorgt für Auftrieb und Sicherheit beim Kentern und sollte somit stets getragen werden und nicht nur im Boot mitgeführt werden.

Doppel- bzw. Stechpaddel

Genauso wichtig wie die Auswahl des richtigen Bootes ist die Wahl des richtigen Paddels. Gerade für portable Boote sind teilbare Paddel zu empfehlen, damit diese gut verstaut werden können. Wer beim Paddel zu sehr spart, wird auch mit dem besten Boot nicht viel Fahrspaß haben. In unseren Artikel zu Doppelpaddel und Stechpaddel erklären wir, auf was du beim Kauf eines Paddels achten solltest.

Packsäcke

Während der Paddeltour sollen die Wertsachen und andere Utensilien möglichst trocken bleiben. Schon für relativ wenig Geld bekommst du gute wasserdichte Packsäcke, die z.B. deineFotoausrüstung und Wechselsachen schützen.

Transportrucksack bzw. Kanuwagen

Der Vorteil eines Faltbootes liegt natürlich darin, dass es sich einfach transportieren lässt. Nichtsdestotrotz wiegen die meisten Faltboote doch einiges und für den Weg zum Bahnhof und zum See sollte man das Boot so packen, dass es sich möglichst einfach und bequem transportieren lässt. Wer keinen schweren Rucksack tragen möchte, sollte sich gleich einen Kanuwagen zulegen, womit man das Boot bequem ziehen kann. Wer auch mal auf Wanderwege das Boot transportieren möchte und schwere Rucksäcke nicht scheut, sollte sich eher einen großen Packrucksack zulegen.

Schlauchboote als Alternative

Viele Paddler verbinden heutzutage noch Faltboote mit hochwertigen Booten und Schlauchboote im Vergleich dazu mit günstigen Badebooten, die man im Supermarkt oder im Baumarkt kaufen kann. Es gibt aber auch zahlreiche Hersteller, die hochwertige Schlauchkajaks und Schlauchkanadier fertigen, die den direkten Vergleich mit einem Faltboot nicht scheuen müssen. Diese können zwar in Sachen Fahreigenschaften nicht mit den meisten Faltbooten mithalten, dafür sind sie einfach im Auf- und Abbau, leichter vom Gesamtgewicht und haben eine sehr gute Kippstabilität. 

Seit kurzem gibt es auch Schlauchboote mit Drop-Stitch-Boden (z.B. Advanced Elements Advanced Frame Convertible Elite oder Gumotex Rush), womit noch eine höhere Steifigkeit erreicht wird, um somit den Fahreigenschaften richtiger Kanus näher zu kommen.

Wer es richtig transportabel und kompakt mag, sollte auch mal einen Blick auf Packrafts werfen. Diese ultraleichten Schlauchboote vereinen das Paddeln mit dem Wandern und eröffnen ganz neue Möglichkeiten im Outdoorbereich. 

In unseren Ratgeberartikeln findest du alle Informationen zu den jeweiligen Schlauchboottypen:

Aufblasbare Kanadier

Aufblasbare Kajaks

gumotex swing boot tour

Packrafts

nortik trekraft

Fazit zu Faltbooten

Faltboote sind eine echte Alternative zu Festrumpfbooten und haben sich schon seit langer Zeit bewährt. Gerade heutzutage trifft das Konzept Falboot wieder voll den Nerv der derzeitigen Generation. Viele Menschen leben in Großstädten und haben keinen Platz für die Lagerung eines Bootes, möchten zudem kein Auto besitzen, aber dennoch immer wieder neue Orte entdecken. Mit einem Faltboot kannst du ohne großen Aufwand in den Paddelsport einsteigen und ganz unabhängig die schönsten Gewässer deiner Umgebung und der ganzen Welt entdecken. Zwar ist der Anschaffungspreis für die meisten Modelle recht hoch, dafür überzeugen diese in Qualität, Fahreigenschaften und Langlebigkeit. Wer weniger ausgeben möchte für ein portables Boot, sollte einen Blick auf aufblasbare Kajaks oder aufblasbare Kanadier werfen.

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Hallo, da hat der Fehlerteufel oder die Rechtschreibkorrektur zugeschlagen: die oben genannten Faltboothersteller heißen Pouch (und nicht Pocher) und Klepper (und nicht Keppler oder Kleppler).
    Gruß Markus

    1. Hallo Markus,

      danke für deinen Hinweis! Da hatte sich allerdings der Fehlerteufel eingeschlichen. 😉

      Grüße
      Christian

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